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Erst bittere Pleite, dann schöner Erfolg

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Bad Nauheim (mol). Aufatmen in der Kurstadt - der EC Bad Nauheim kann in der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga doch noch Spiele gewinnen! Nachdem sich die Talfahrt mit der fünften Niederlage in Folge am Freitag in Freiburg fortgesetzt hatte, konnte das Team von Trainer Harry Lange den Negativlauf am Sonntagabend beenden. Die wichtige Heimpartie gegen Verfolger EV Landshut ging - wenn auch erst in der Overtime - mit 3:

2 (0:0, 0:0, 2:2, 1:0) an die »Roten Teufel«, die Playoff-Platz sechs damit verteidigen konnten. Am Freitagabend hatte der EC-Coach noch eine klare Steigerung seiner Leader eingefordert, was Taylor Vause offenbar besonders gut vernommen hatte. Dem 31-jährigen Kanadier gelangen gegen die Niederbayern nämlich alle drei EC-Tore.

Im ersten Drittel entwickelte sich eine recht offene Partie, in der Bad Nauheim aber schon in Führung hätte gehen können, jedoch immer wieder an EVL-Goalie Luka Gracnar scheiterte. Im Gegensatz zu vielen Spielen der letzten Wochen arbeitete die Defensive der Badestädter aber stark und musste in den ersten 20 Minuten keinen Gegentreffer hinnehmen. Und auch nicht in den 20 Minuten, dafür hakte es offensiv bei den Gastgebern weiterhin. Auch ein fünfminütiges Powerplay nach einer Strafe gegen Brett Cameron führte nicht zu einem Treffer.

Dieser fiel aber dann in der ersten Überzahlaktion des letzten Drittels, als Taylor Vause (45.) per One Timer einnetzte. Als der Kanadier keine vier Minuten später auf 2:0 gestellt hatte, schien der Heimsieg Formen anzunehmen. Doch Landshut kam durch Maximilian Forster auf 1:2 (54.) heran, nach den Negativerlebnissen der letzten Wochen wackelte der EC nun bedenklich. Und musste tatsächlich noch das 2:2 hinnehmen, Brett Cameron glich gut vier Minuten vor dem Ende aus. So ging es in die Overtime, in der sich die »Roten Teufel« für ihre starke Partie aber doch noch den verdienten Lohn in Form des Extrapunktes sichern konnten. Nach feinem Assist von Jerry Pollastrone stand Vause am langen Eck goldrichtig und traf zum so wichtigen Sieg. »Ich denke, heute hat der Eishockey-Gott auch ein wenig auf uns geschaut. Wir haben heute einfach mehr getan für den Sieg, waren das bessere Team und haben uns den Erfolg einfach mal verdient. Auch wenn wir gerne die drei Punkte geholt hätten, tut in einer solchen Phase jeder Erfolg gut«, so der EC-Coach Lange.

Am Freitagabend war die Gemütslage bei Lange noch eine völlig andere, nach dem 2:6 zuletzt in Kaufbeuren setzte es beim 3:8 beim EHC Freiburg eine weitere bittere Auswärtsschlappe und zugleich die fünfte Niederlage in Folge. Dabei hatte der 39-Jährige vorab vor allem eine bessere Defensivleistung eingefordert, was seine Mannen aber offenbar überhört hatten. Mit einem knappen 2:3-Rückstand ins letzte Drittel gestartet mussten die Kurstädter in den letzten 20 Minuten nämlich gleich fünf Gegentreffer hinnehmen. Mit Verzögerung kamen Langes Worte aber wohl doch noch an, die Defensivsteigerung des EC gegen die Landshuter war unübersehbar.

Und so macht der Erfolg gegen den EVL Mut für die nächste Partie, die auf die Kurstädter bereits heute Abend (19.30 Uhr) wartet. Dann gastiert Bad Nauheim bei den Selber Löwen, die auf dem neunten Rang und nur acht Zähler hinter dem EC liegen. Nach starken letzten Wochen verlief das vergangene Wochenende für das Team aus dem Fichtelgebirge aber nicht nach Wunsch. Neben einer 2:4-Niederlage in Kaufbeuren reichte es auch im Heimspiel gegen die Heilbronner Falken nur zu einem Punkt (2:3 nach Verlängerung). Es war allerdings die erste Heimniederlage nach zuvor drei Siegen in Folge, während die »Roten Teufel« in ihren letzten vier Auswärtspartien nicht punkten konnten und in diesen 25 Gegentreffer (!) hinnehmen mussten.

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