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Erst die Arbeit, dann der Sieg

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Wetzlar. Emil Mellegard setzte den Schlussakkord einer 60-minütigen Demonstration der neuen, alten Stärke und erzielte aus vollem Lauf den finalen Treffer zum 32:24 (15:11)-Erfolg seiner HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga gegen den TVB Stuttgart.

HSG Wetzlar - TVB Stuttgart 32:24

Wenige Augenblicke später stand der schwedische Linksaußen auf der Stehplatztribüne der Buderus-Arena und stimmte zur traditionellen Sieger-Humba an. Und alle, die zu diesem Zeitpunkt von den (leider) offiziell wieder nur knapp über 2000 Fans noch da waren, jubelten mit.

»Man kann sich vorstellen, dass es nach einem 0:8-Punktestart nicht gerade einfach ist. Deshalb bin ich umso erleichterter, dass wir heute mit einer super funktionierenden 5:1-Deckung an der Spitze diesen ersten Heimsieg geholt haben«, sagte ein zufriedener HSG-Trainer Ben Matschke. Neben ihm saß der überragende Erik Schmidt, der in seinem ersten Statement einfach nur feststellte: »Es tut gut, mit diesen zwei Punkten mehr auf dem Konto in die Länderspielpause zu gehen.«

Vor dem Spielen mit Kempa-Tricks und tollen Kombinationen stand am Donnerstagabend die Arbeit. So lautete das Wetzlarer Motto schon in den ersten Minuten dieses durchaus richtungsweisenden Duells mit den Schwaben: mit Tempo nach vorne, und mit viel Aggressivität und flinken Beinen hinten.

Während Mellegard auf dem Weg zum von Silvio Heinevetter gehüteten Gästekasten bis zum 6:4-Zwischenstand (11.) schon vier Mal getroffen hatte, rührte die Abwehr der Grün-Weißen regelrecht Beton an. Der Innenblock mit Schmidt und Lenny Rubin arbeitete herausragend, Mellegard als »Vorgezogener« der 5:1-Formation tat seinen Job ähnlich stark wie in der Offensive. Und Till Klimpke hinten drin im Tor rechtfertigte seine erneute Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft von Minute zu Minute mehr und mehr mit blitzsauberen Paraden.

Weil zudem Magnus Fredriksen den eigenen Rhythmus und den seiner Teamkollegen fand, Vladan Lipovina immer dann, wenn es enger zu werden drohte, das Harzleder in den Winkel drosch, und Rubin sein in der Deckung geholtes Selbstvertrauen ins Eins-gegen-eins und ebenfalls vier Toren ans andere Ende des Parketts transportierte, leuchtete zur Pause eine völlig verdiente 15:11-Führung für die Hausherren von den Anzeigetafeln in der Buderus-Arena. Dass Lars Weissgerber mit zwei Siebenmetern an Pfosten oder Heinevetter scheiterte, verhinderte einen noch höheren Vorsprung des Vorjahressiebten. Dass Matschke schon in der Schlussphase des ersten Durchgangs durchwechselte, Jonas Schelker, Hendrik Wagner und Domen Novak ins Rennen schickte und trotzdem kein Bruch im Spiel der HSG entstand, machte derweil viel Mut für Hälfte zwei.

In diesem zweiten Durchgang verkürzte der vielleicht noch beste Gästeakteur, Linksaußen Daniel Jimenez, zwar schnell auf 12:15. Doch bis zur 40. Minute und dem 22:15 wieder durch den achtfachen Torschützen Lipovina lief es wie am Schnürchen für die Gastgeber.

»Erst als wir diese Führung ein bisschen verwalten wollten und Heinevetter ins Spiel kommt, ist es ein wenig knapper geworden. Aber ich hatte ein gutes Gefühl, dass die Jungs das auf dem Feld heute unbedingt ziehen wollten«, freute sich Ben Matschke später über die Saisonzähler vier und fünf. Und seine Spieler durften zu Recht die »Humba« tanzen.

Wetzlar: Klimpke, Suljakovic (ab 44.) - Nyfjäll (n.e.), Lipovina (8), Schmidt (7), Nikolic (n.e.), Becher, Weissgerber (1/1), Schelker, Fredriksen (1), Wagner (1), Okpara, Mellegard (5), Cepic (n.e.), Rubin (5), Novak (4/1).

Stuttgart: Heinevetter, Vujovic (n.e.) - Häfner, Serrano Villalobos (3/1), Jimenez (5), Hanusz (2), Schöttle, Lönn (3), Röthlisberger (1), Nicolaus, Forstbauer (2), Zieker, Müller (1), Pfattheicher (1), Bergendahl (3), Sliskovic (3).

Schiedsrichter: Hannes/Hannes (Leverkusen/Köln) - Zuschauer: 2411 - Zeitstrafen: Wetzlar drei (Rubin, Fredriksen, Becher), Stuttgart eine (Forstbauer) - verworfene Siebenmeter: Weissgerber (Wetzlar) wirft an den Pfosten (12,), Weissgerber (Wetzlar) scheitert an Heinevetter (18.), Hanusz (Stuttgart) wirft übers Tor (50.).

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