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Erst die Banane, dann die Medaillen

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Strahlende Siegerin: Lorena Morsch. © Jörg Fuhrmann

Gießen (uwei). Die neue deutsche Tischtennis-Meisterin der Jugend U15 heißt Lorena Morsch. Bei der in Wiesbaden ausgetragenen deutschen Meisterschaft siegte die Gießenerin im Einzelwettbewerb und gewann Bronze im Doppel. In der Mixed-Konkurrenz erreichte sie an der Seite von Tom Wienke (TSV Nieder-Ramstadt) das Viertelfinale. Hier war Endstation gegen die späteren Sieger Koharu Itagaki/Matej Haspel (TSV Bad Königshofen/SV Kolbermoor).

Die Doppel bestritt die für den TTC Staffel spielende Lorena Morsch gemeinsam mit der befreundeten Sarah Peter vom TTC Salmünster. Das Duo hatte nach einem Freilos in Runde eins große Probleme in der Begegnung mit Heidi Hildebrand und Tanja Müller (Post SV Mühlhausen/Alemania Riestedt). Deren Kombination von Noppen- und Antibelägen überwanden sie erst nach einem 11:9 im Entscheidungssatz. Danach führte der Weg bis ins Halbfinale gegen Josephina Neumann/Faustyna Stefanska (TSV Langstadt/MTV Engelbostel-Schulenburg). Diesen unterlagen Morsch/Peter im vierten Durchgang mit 12:14. Siegerinnen im Doppel wurden Koharu Itagaki und Theresa Faltermaier (TSV Schwabhausen).

Bemerkenswert sicher erreichte Morsch das Endspiel um den Einzeltitel. Die 13-Jährige gewann ihre Gruppe mit 3:0 Spielen und 9:1 Sätzen. Dem folgten in der K.-o.-Runde 3:1-Erfolge gegen Elisa Meyer (Hannover 96) und Theresa Faltermaier. Im Halbfinale siegte sie 3:0 über Maja Kloke (ASC Göttingen), die zuvor Magdalena Hübgen (TTC Wemmetsweiler) bezwungen hatte. Hübgen wiederum war es im Achtelfinale gelungen Josephina Neumann aus dem Rennen zu nehmen. Um die Goldmedaille ging es für Lorena Morsch schließlich gegen die Doppelpartnerin und Freundin Sarah Peter. »Darüber waren beide nicht glücklich«, berichtete Lorenas Mutter, Melanie Morsch. »Sie haben davor noch zusammen eine Banane gegessen und sind dann an die Platte.« Dort stand es nach Sätzen 1:1, als Morsch im dritten Durchgang 0:5 zurücklag. Ihr gelang allerdings der Ausgleich und später der Punkt zum 12:10, wobei nach einem mutigen Schlag der Ball auf der Kante landete. Im Anschluss errang Peter den Satzausgleich zum 2:2. Der entscheidende Abschnitt begann mit einer 6:0-Führung für Morsch. Peter verkürzte noch einmal auf 6:3, ehe Lorena Morsch das Spiel und damit den deutschen Meistertitel nach Hause brachte. Es war ihr erster Sieg über die ein Jahr ältere Peter bei einem wichtigen Turnier.

Eine besondere Herausforderung folgte noch direkt nach dem Finale. Da wurde die Gießenerin zu einem Interview vor den laufenden Kameras der gelungenen Internetübertragung gebeten. Ihre mitgereisten Eltern dachten in diesem Moment: »Oh, die Arme«. Die Tochter meisterte jedoch auch diese Aufgabe in erfrischender Art und Weise. Auf die Abschlussfrage »Wie wird noch gefeiert?« antwortete sie: »Ich glaube, wir machen nicht mehr so viel.« Immerhin gab es zu Hause, wo die ganze Familie über YouTube mitgefiebert hatte, noch ein »schönes Essen und wir haben zusammen angestoßen«, erzählte Melanie Morsch. Die von dem Titelgewinn noch völlig überraschte Meisterin bekam alkoholfreien Sekt und so viele Glückwünsche, dass sie meinte: »Was wollen die denn alle von mir?« Anschließend folgte tatsächlich »nicht mehr so viel«, was nach der Schilderung von Melanie Morsch nicht verwundert: »Lorena war total platt und ist früh ins Bett gegangen.

Nach einer Woche Training mit dem Nationalkader in Düsseldorf ist sie erst am Donnerstag zurückgekommen, war am Freitag in der Schule und dann ging es nach Wiesbaden. Während all dem hat sie sich auch noch für ihren neuen Verein entschieden.« Lorena Morsch will in der kommenden Saison für den Aufsteiger TSV Langstadt II auf Position vier in der zweiten Bundesliga spielen.

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