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Erst verhalten, dann furios

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Mit seinem Treffer zur 3:2-Führung bringt Taylor Vause den EC Bad Nauheim gegen die Kassel Huskies auf die Siegerstraße. © chuc

Bad Nauheim. Das Playoff-Viertelfinale in der Deutschen Eishockey-Liga 2 zwischen dem EC Bad Nauheim und den Kassel Huskies ist wieder völlig offen. Nach zwei Auftaktniederlagen und dem 3:2-Erfolg am letzten Sonntag in Nordhessen haben die »Roten Teufel« am Dienstagabend im Colonel-Knight-Stadion vor 3052 Zuschauern einen 7:5 (3:2, 2:0, 2:3)-Sieg gefeiert.

Mit dem Sieg glich der EC in der Serie zum 2:2 aus. Bereits am Freitag kommt es in Kassel zum fünften Spiel beider Kontrahenten.

EC Bad Nauheim - Kassel Huskies 7:5

»Am Anfang waren wir gar nicht auf dem Eis, ehe dann die Special Teams für den Ausgleich gesorgt haben. Insgesamt war es ein verrücktes Spiel mit vielen Ups und Downs und auch mit zahlreichen Fehlern. Wir wissen, dass wir besser spielen müssen, um unsere Ziele zu erreichen«, meinte EC-Headcoach Harry Lange nach der Begegnung. Auch Kassel Trainer Corey Neilson (»Die vielen Fehler bei uns waren frustrierend«) sprach die Unzulänglichkeiten seines Teams an.

Dabei begann es für die Nordhessen nach Plan. Der EC wirkte seltsam behäbig und ließ den Gegner zunächst schalten und walten. Da war es auch keine Überraschung, dass die Huskies die ersten Treffer erzielten. Nach gut vier Minuten besorgte Jamie MacQueen die schnelle Führung und mit einem strammen Schuss erhöhte Stephan Tramm auf 2:0.

Als Jake Weidner für Kassel auf die Strafbank musste, sah der EC aber seine Chance. Nach nur zehn Sekunden Überzahlspiel zappelte der Puck durch Taylor Vause im Gehäuse von Jerry Kuhn. Die nächste Zeitstrafe (Fabian Ribnitzky) für Kassel und die Szenerie wiederholte sich. Erneut Taylor Vause war für den Ausgleich verantwortlich. Der setzte dann noch einen oben drauf, indem er kurz vor der Drittelsirene mit seinem dritten Treffer die Partie endgültig zu Gunsten der Badestädter drehte.

Die Huskies kamen mit ordentlich Dampf aus der Kabine, gingen jetzt auch aggressiver in die Zweikämpfe, doch der EC Bad Nauheim ließ sich nicht beindrucken. Ganz im Gegenteil zog man konzentriert das eigene Spiel auf und wurde mit dem 4:2 durch Jerry Pollastrone belohnt. Drei Minuten später erneuter Jubel der 3000 Fans, als Stefan Reiter nach Vorarbeit von Andreas Pauli zum 5:2 einschoss.

Jetzt beruhigte sich die Partie etwas, wobei sich beide Teams neutralisierten. Bad Nauheim konnte drei Überzahlsituationen nicht nutzen, stand allerdings sicher in der Abwehr, als die Nordhessen mit einem Spieler mehr auf dem Eis agierten.

Kommt Kassel im Schlussdrittel noch einmal zurück? Diese spannende Frage schien Gästespieler Denis Shevyrin mit seinem 3:5 (50.) zunächst positiv für die Gäste zu beantworten. Die Huskies erhöhten noch einmal den Druck auf das Bad Nauheimer Tor, doch Felix Bick ließ sich nicht überraschen. Das 6:3 (56.) des Bad Nauheimers Patrick Seifert schien bereits so etwas wie die Entscheidung aber Gäste-Coach Corey Neilson zog seinen letzten Trumpf aus dem Ärmel und nahm Torwart Gerald Kuhn vom Eis. Das 4:6 von Oliver Granz gab Neilson für seine taktische Maßnahme recht, doch fast vier Minuten ohne Torhüter sind im Eishockey schwer zu verteidigen. Knapp 90 Sekunden vor dem Ende machte schließlich Taylor Vause mit seinem vierten Treffer ins verwaiste Kasseler Tor alles klar. Für den 5:7-Endstand sorgte schließlich Jake Weidner.

Tore: 0:1 MacQueen (5.), 0:2 Tramm (14.), 1:2 Vause (15.), 2:2 Vause (18.), 3:2 Vause (20.), 4:2 Pollastrone (24.), 5:2 Reiter (27.), 5:3 Shevyrin (50.), 6:3 Seifert (56.), 6:4 Granz (57.), 7:4 Vause (59.), 7:5 Weidner (60.). - Zuschauer: 3052, - Strafminuten: Bad Nauheim acht, Kassel zehn.

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