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Hauptsache gewonnen: Für Trainer Johannes Wohlrab gab es mit seinen Mannen einiges zu besprechen.

Erstes Türchen geöffnet

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Dormagen. Der TV Hüttenberg hat sein erstes Türchen im Adventskalender der 2. Handball-Bundesliga erfolgreich geöffnet und am Mittwochabend zwei Punkte beim TSV Bayer Dormagen entführt. Dabei entwickelte sich das Duell im Bayer-Sportcenter zu einer ungeahnt zähen Angelegenheit, in der die Hüttenberger am Ende einen verdienten, jedoch hart umkämpften 30:

28 (14:13)-Arbeitssieg feiern durften.

Garniert wurde der Auftakt in den letzten Monat des Jahres noch durch die Tatsache, dass der VfL Eintracht Hagen sein Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen mit 24:25 verlor. Dadurch sind die Hüttenberger auf Tabellenplatz drei vorgerutscht und lauern - bei einem Spiel weniger - nur einen Zähler hinter dem Tabellenzweiten aus Nordhorn.

Bayer Dormagen - TV Hüttenberg 28:30

Der Weg zum erfolgreichen Advents-Aufgalopp war aus TVH-Sicht allerdings steinig und schwer. Denn bevor die Hüttenberger in Person von Kapitän Dominik Mappes zu Beginn zum 1:1 ausglichen (5.), waren Christian Rompf und Moritz Zörb bereits zwei Mal frei an Martin Juzbasic gescheitert. Der Dormagener Schlussmann war der mit Abstand beste Akteur auf Seiten der Gastgeber, die sich zu Beginn zunächst in ihr Schicksal zu fügen schienen. Ian Weber erhöhte per Doppelpack auf 3:1 (7.), ehe Tristan Kirschner per Tempogegenstoß auf 5:2 stellte (9.). Doch mit zunehmender Spieldauer scheiterte der im Angriff etwas zu fahrig agierende Gast immer häufiger an Juzbasic, der im ersten Durchgang phasenweise Traumquoten von über 40 Prozent gehaltener Bälle aufweisen konnte. Die Gastgeber glichen nach 20 Minuten durch Jannis Beckers, der den Ball gegen die in Unterzahl agierenden Hüttenberger in deren verwaistes Tor geworfen hatte, zum 9:9 aus.

Zähe Angelegenheit

Und dass, obwohl Bayer-Abwehrchef Patrick Hüter fünf Minuten zuvor aufgrund eines rüden Einsteigens gegen Hendrik Schreiber mit der Roten Karte des Feldes verwiesen worden war. Auf Hüttenberger Seite traf es ebenfalls noch vor der Pause Johannes Klein, der von den kleinlich pfeifenden und allein im ersten Abschnitt zehn Zeitstrafen (insgesamt 16) verteilenden Schiedsrichtern Marvin Cesnik/Jonas Konrad (Gummersbach) vorzeitig zum Duschen geschickt wurde (26.). Dass der Hüttenberger Angriff noch mächtig stockte, wurde unter anderem auch daran deutlich, dass Dominik Mappes nach 22 Minuten mit seinem Treffer zum 11:10 erst sein zweites Tor erzielte - beide per Siebenmeter.

Der zweite Durchgang entpuppte sich als eine Kopie des ersten. Die Gäste führten nach zwei Kontertreffern von Kirschner schnell mit 19:16 (38.), taten sich jedoch danach gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Dormagener weiter schwer. Bis in die Schlussphase hinein legte das »Original aus Mittelhessen« vor, die Hausherren zogen jedoch sogleich nach, so dass die Partie bis in die letzten Minuten spannend blieb. Erst nachdem Mappes, offenbar ausgestattet mit Nerven aus Stahl, bei drohendem Zeitspiel und aus beinahe unmöglicher Position zum 29:27 (59.) getroffen hatte und kurz darauf Dominik Plaue im TVH-Kasten mit einer schmerzhaften Gesichtsparade zur Stelle war (60.), war die Begegnung zugunsten der Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab entschieden.

Lange Zeit, um ihre Wunden zu lecken, bleibt den Blau-Weiß-Roten indes nicht. Bereits am Samstagabend gastiert der TV Großwallstadt zum Duell der Traditionsclubs im Hüttenberger Sportzentrum.

Dormagen: Juzbasic, Klama (n.e.) - Meuser (8), Biernacki (3), Reimer (1), Zurga, Patrick Hüter, Sterba (1), Grbavac (7/4), Seesing, Mast (3), Steinhaus, Trager, Beckers (5).

Hüttenberg: Plaue, Rüspeler (49.-55.) - Schwarz (2), Kneer, Kirschner (5), Opitz, Theiß (3), Fujita, Weber (4/1), Rompf (3), Zörb (2), Reichl (2), Mappes (7/2), Klein (1), Jockel, Schreiber (1).

Schiedsrichter: Cesnik/Konrad (Gummersbach) - Zuschauer: 432 - Zeitstrafen: Dormagen acht (Beckers, Seesing, Grbavac, Sterba, Patrick Hüter, Bieracki, Meuser zwei), Hüttenberg acht (Klein zwei, Mappes, Rompf, Weber, Theiß, Opitz, Kneer) - Rote Karten: Patrick Hüter (14., Dormagen) wegen groben Foulspiels, Klein (26., Hütenberg) wegen groben Foulspiels, Weber (60., Hüttenberg) wegen groben Foulspiels - verworfene Siebenmeter: Mappes (24., scheitert an Juzbasic, Grbavac (60.,) scheitert an Plaue.

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