1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Es bleibt nur Rang vier

Erstellt: Aktualisiert:

gispor090522-rollis2_090_4c
Der Lahn-Diller Hitoaki Kozai (l.) im Duell mit Thüringer André Bienek. © Diekmann

Gießen/Erfurt. Das Spiel um Platz drei in der europäischen Königsklasse ist für den RSV Lahn-Dill zu einer heftigen Enttäuschung geworden. Nach einer dürftigen ersten Halbzeit unterlag der Titelverteidiger im kleinen Finale des IWBF Champions Cup im deutsch-deutschen Duell den Gastgebern der Thuringia Bulls mit 51:75 (11:18/20:39/40:61).

Dabei fand der siebenfache europäische Champion aus Wetzlar vor allem in der ersten Halbzeit zu keiner Zeit zu seinem Spiel. Bereits beim 5:6 (4.) riss zum ersten Mal der Faden. Vier Spielminuten lang fand der Ball nicht mehr den Weg in die Reuse der Bulls. Erst nach dem 5:16 (8.) wurde die bis dato mit 15 Prozent katastrophale Wurfquote wieder etwas besser.

Doch schon mit Beginn des zweiten Viertels folgte der frühe Knockout in der Partie gegen den Rivalen aus der RBBL. Erst beim 13:26 (17.) gelang dem Japaner Hiroaki Kozai der erste Feldkorb des zweiten Spielabschnitts. Wenig später war es ein Dreier von Bulls-Topscorer Aliaksandr Halouski der beim 13:33 (18.) bereits die Vorentscheidung in einem bis dahin komplett enttäuschenden Spiel für den RSV Lahn-Dill bedeutete.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Mittelhessen jedoch deutlich verbessert aus der Kabine, auch wenn eine Wende bei diesem Rückstand längst nicht mehr in Reichweite war. Zudem agierte der zweifache europäische Champion aus Thüringen, der am Vortrag mit 68:70 am spanischen Tabellenführer BSR Amia Albacete gescheitert war, mit diesem Ergebnis im Rücken weiterhin souverän und abgeklärt. Am Ende mussten die Gäste eine deutliche Niederlage quittieren, bei der auf RSV-Seite Brian Bell mit 16 und Hiroaki Kozai mit 15 Punkten die besten Korbschützen waren.

Thuringia Bulls: Halouski (21), Gholomazad (20), Linden (8), Bienek (7), Ruiz (7), Albrecht (5), Fischbach (3), Hager (2), Podnieks (2), Kier, Visser.

RSV Lahn-Dill: Bell (16), Kozai (15), Böhme (11), Fujimoto (5), Brown (2), Weiß (2), Zantinge, Blair, Mizan, Mosler.

Madrid hat knapp die Nase vorn

Bereits am Samstag war für die Wetzlarer Rollis der Endspiel-Traum bereits im Halbfinale geplatzt. Der spanische Rekordmeister CD Ilunion Madrid hatte sich da für die Vorjahres-Niederlage revanchiert und die Lahn-Diller knapp mit 83:77 bezwungen.

Dabei waren es Nuancen, die letztendlich dafür verantwortlich waren, dass sich die Waagschale am Ende auf die Seite der Spanier bewegte. Die in der Nachbetrachtung entscheidende Phase des europäischen Klassikers lag dabei bei Wiederbeginn nach der Halbzeitpause, als der dreifache Titelträger aus Südeuropa binnen sechs Spielminuten aus einem 40:47 (21.) ein 52:47 (27.) machte. Vor allem die beiden Center Amadu Diallo und Bill Latham waren es, die zuvor ihr Team überhaupt im Rennen hielten und dann für die Wende im Spiel sorgten. Beide kamen am Ende - bei bärenstarken Trefferquoten von 63,2 und 85,7 Prozent sowie 15 Rebounds - zusammen auf 54 Punkte.

Zuvor war es vor allem Thomas Böhme der dem Halbfinale seinen Stempel aufdrückte und aus allen Lagen hochprozentig verwandelte. Zusammen mit Center Reo Fujimoto hatte er der spanischen Defensive ein ums andere Male große Probleme bereitet. Nationalspieler Böhme war es auch, der mit zwei weiteren Dreiern aus dem 47:52-Rückstand zum Ende des dritten Viertels wieder einen 57:56-Vorsprung (29.) für die Mittelhessen machte.

Im vierten Viertel schwenkte das Pendel in einem hochklassigen Duell, dem 13. zwischen den beiden erfolgreichsten Mannschaften des europäischen Kontinents, dann wieder in Richtung CD Ilunion. Verantwortlich war diesmal der britische Routinier Terry Bywater, der - bis dato eher unauffällig - in den letzten Minuten gleich drei Würfe von jenseits der 6,75m-Markierung in der RSV-Reuse einschweben ließ. Aus einem Zwischenstand von 61:63 wurde so zunächst das 67:63 (33.) und wenig später das 80:74 (39.).

CD Ilunion Madrid: Diallo (27), Latham (27), Bywater (15), Warburton (6), Zarzuela (6), Lavandeira (2), Stix, Revuelta, Díaz, Francisco, Ubri.

RSV Lahn-Dill: Böhme (33), Fujimoto (19), Bell (13), Kozai (8), Brown (2), Zantinge (2), Blair, Mosler, Weiß, Mizan.

Voller Fokus auf RBBL-Finalserie

Nun gilt es für die Wetzlarer Rollis, den Mund abzuwischen, die Niederlagen schnell aus den Köpfen zu bekommen und bereits am kommenden Sonntag um 16 Uhr eine deutliche Trotzreaktion zu zeigen. Dann zu Gast in der heimischen Buderus Arena im ersten Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft sind erneut die Thuringia Bulls.

Auch interessant