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»Es fehlt der Killerinstinkt«

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Wo ist die Anspielstation? Die HSG Pohlheim mit Christoph Träger tut sich schwer in der neuen Klasse. Foto: Bär © Bär

Pohlheim. Nachdem die HSG Pohlheim noch im Juni den Titelgewinn in der Männerhandball-Oberliga Hessen und den Aufstieg in die Dritte Liga feiern konnte, ist nun doch Ernüchterung eingekehrt.

Nach aktuellem Stand deutet nämlich vieles darauf hin, dass das Intermezzo des Teams von Andreas Lex in der Süd-West-Staffel nur ein einjähriges bleiben wird. Wir haben uns mit dem Pohlheimer Meistertrainer kurz vor dem Jahreswechsel über die bisherige Saison, die weiteren Ziele und auch über eine interessante Personalie unterhalten.

Nach der Oberliga-Meisterschaft reichte es bislang in der Dritten Liga nur für vier Pluspunkte und den vorletzten Tabellenplatz. Wie fällt Ihr Zwischenfazit bislang aus?

Wir wollten mehr Punkte holen, das ist klar. In vielen Spielen hat uns in der Schlussphase aber einfach der Killerinstinkt gefehlt. Wir waren oftmals nicht weit weg, haben in vielen Partien auch lange vornegelegen, aber am Ende oftmals zu viele Fehler gemacht. Natürlich gab es auch mal schwache Spiele, die der Gegner aufgrund seiner Qualität dann klar gewonnen habt, aber man muss bei allem sportlichen Ehrgeiz auch Realist sein. Wir sind hier an der Schwelle zwischen Amateur- und Profibereich, andere Mannschaften trainieren unter Profibedingungen und öfter als wir. Das war uns aber von Beginn an bewusst, neben den Jobs waren einfach auch nicht mehr Einheiten vereinbar.

Und Sie hatten personelle Probleme.....

Wir hatten vor der Runde praktisch keine Veränderungen im Kader, aber beispielsweise ab und an das Fehlen von Mo Lambrecht zu verkraften. Auch Max Rühl ist öfter ausgefallen und fehlte ja auch zuletzt. Da fehlte dann ab und an in der Crunchtime auch ein Stück weit Qualität, zumal die Gegner wussten, dass es dann oft unsere erfahrenen Jungs Stefan Lex und Mo Lambrecht richten sollten. Hier haben wir es einfach dann mit der Schere von Amateur- und Profihandball zu tun. Es war uns einfach nicht möglich, gestandene Drittligaspieler zu holen. Besonders schade finde ich aber, dass es abgesehen von Fabian Neul, der sich praktisch selbst angeboten hat, super fleißig ist und einen tollen Sprung gemacht hat, keine jungen Talente in der Region gibt, die wir hätten einbauen können.

Sieben Punkte beträgt der Rückstand bei nur noch zehn ausstehenden Partien auf den Drittletzten TV Kirchzell, auf die direkt darüber platzierten Teams fehlen schon acht bzw. neun Zähler. Mit welcher Zielsetzung gehen Sie mit Ihrer Mannschaft in die Restrunde?

Wir werden aus den letzten Spielen jetzt sicher keine Hobbyrunde machen, sondern wollen so viel herausholen, wie möglich ist. Aber auch hier müssen wir realistisch sein und dürfen jetzt nicht über den Klassenerhalt reden. Wir haben uns schon vor einigen Wochen vorgenommen, nicht mehr auf die Tabelle, sondern auf uns zu schauen. Unser Ziel ist es, in den einzelnen Spielen alles zu geben, auch damit die Zuschauer zufrieden sein können. Nach der Niederlage gegen Hanau wurde uns beispielsweise stehend applaudiert, weil jeder gesehen hat, dass wir bis zum letzten Körnchen alles gegeben hatten. Das wollen wir auch in der Restrunde tun!

In der letzten Partie des Jahres nahm neben Ihnen auch Horst-Günter Schmandt auf der Pohlheimer Bank Platz. Erklären Sie uns doch vielleicht kurz, was es damit auf sich hat!

Also um es gleich klarzustellen, das hat nichts mit der sportlichen Situation zu tun oder damit, dass man mir das nicht alleine zutraut. Es ist einfach so, dass ich bislang mit einer Sondergenehmigung auf der Bank sitzen durfte, da in der Dritten Liga die B-Lizenz eingefordert wird. Diese wollte ich dann im kommenden Jahr machen, was allerdings einen deutlich vierstelligen Betrag und drei Wochen Urlaub erfordert. Was ich nun allerdings nicht mehr leisten konnte und wollte, zumal die Lizenz für die Oberliga nicht nötig wäre. Leider bestand der DHB dann darauf, dass sofort jemand mit einer B-Lizenz auf der Bank sitzen müsse, und glücklicherweise sind wir da vereinsintern schnell fündig geworden, und »Horsti« hat sich dazu bereit erklärt. Ein wenig mehr Flexibilität und Kulanz hätte ich mir von DHB-Seite aber doch gewünscht, da ja auch nur noch zehn Spiele zu absolvieren sind.

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