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Es gilt, die Wiesel nur nicht unterschätzen

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Heiß auf die Dormagen-Parte - und den nächsten Heimsieg: TVH-Übungsleiter Johannes Wohlrab. Foto: Bär © Bär

Hüttenberg. »Ich sehe sie auf Augenhöhe mit uns«, sagt Johannes Wohlrab vor dem Heimspiel seines TV Hüttenberg am Samstagabend (Anwurf: 19.30 Uhr) gegen den TSV Bayer Dormagen. Eine Einschätzung, die sich unmittelbar statistisch belegen lässt.

TV Hüttenberg - TSV Bayer Dormagen (Samstag, 19.30 Uhr)

Einen Punkt mehr als die »Wiesel« haben die Hüttenberger aktuell auf ihrem Konto. Es ist eben jener Punkt, der sich daraus ergibt, dass der TVH bereits 14, der Bayer-Klub jedoch erst 13 Partien absolviert hat. Ansonsten lesen sich die Zahlenwerke des Tabellenelften Hüttenberg und des Rangzwölften aus Dormagen nahezu identisch: Jeweils sechs Siege stehen sieben Niederlagen gegenüber, die Tordifferenz des TVH beträgt minus zwei, die der Linksrheiner fällt mit Plusminus null minimal besser aus. »Wir und die Zuschauer dürfen uns also wahrscheinlich auf ein ziemlich spannendes Spiel freuen«, sagt Wohlrab vor dem Kräftemessen mit dem einstigen Bundesligisten, der eine weitere Parallele zum TVH aufweist: Während bei den Hüttenbergern am vergangenen Wochenende Timm Schneider und Vit Reichl aufgrund eines grippalen Infekts passen mussten, lag bei den »Wieseln« gleich der halbe Kader aufgrund einer um sich greifenden Virusinfektion flach, weshalb das Heimspiel gegen den TV Großwallstadt auf Anordnung des Mannschaftsarztes Ralph Goldschmidt kurzfristig abgesagt werden musste.

Just zu dem Zeitpunkt, als das Team von Trainer Matthias Flor seine Gebrechen auf dem heimischen Sofa auskurieren musste, gelang den Hüttenbergern ein psychologisch wichtiger Erfolg. Nach sechs Heimniederlagen in sieben Spielen schlugen die Wohlrab-Schützlinge Eintracht Hagen mit 34:32 und sammelten damit die Punkte Nummer drei und vier vor heimischem Publikum. Die Erleichterung ob des endlich durchbrochenen »Heimfluchs« war nach Schlusspfiff allgegenwärtig. »Zunächst einmal richte ich beste Wünsche nach Dormagen aus. Ich hoffe, dass alle Spieler wieder fit sind und das Team mit voller Kapelle anreisen kann«, sagt der TVH-Trainer und hofft dabei gleichzeitig, dass seine Mannschaft den doppelten Punkterfolg gegen Hagen nun bestätigen kann: »Wir werden hoffentlich das zweite tolle Heimspiel hintereinander erleben und wollen unbedingt den dritten Sieg zuhause einfahren.«

Damit dies gelingt, ist laut dem 36-Jährigen vor allem eines entscheidend: Die Seinen dürfen die Blau-Weißen und deren Personalengpass auf keinen Fall unterschätzen »Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass solch eine Situation durchaus auch beflügelnd wirken kann«, weiß Wohlrab, dessen Co-Trainer Stefan Kneer angesichts der Ausfälle am letzten Samstag selbst noch einmal das Trikot überstreifte, zwei Mal traf und zur wichtigen Stütze für die TVH-Hintermannschaft avancierte.

Mit Dormagen erwartet den TVH eine insgesamt eingespielte Truppe, deren Stamm seit über drei Jahren zusammenspielt. »Sie verteidigen mit einer flexiblen 6:0-Deckung, bei der es für uns immer wieder darum gehen wird, das Spiel breit zu machen, um dann schnell in die Tiefe durchstoßen zu können«, so Wohlrabs Matchplan. Ob der Berufsschullehrer der Gießener Theodor-Litt-Schule dabei wieder auf Timm Schneider zurückgreifen kann, ist noch fraglich. Zwar hat der TVH-Kapitän seine Infektion überstanden, laboriert allerdings noch an den Folgen einer Zerrung. Vit Reichl, der unter der Woche wieder ins Training eingestiegen ist, wird hingegen aller Voraussicht nach einsatzfähig sein.

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