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Es hakt noch mit den Neuen

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Auf der Suche nach seiner Bestform: 46ers-Neuzugang Jalon Demarco Miller. © Bergmann

Gießen. Sie betreiben weiter Ursachenforschung. »Als Team haben wir noch immer nicht richtig funktioniert«, glaubt Florian Koch. »Die Chemie in unserer Mannschaft stimmt noch nicht«, hat Kendale McCullum beobachtet. »Wir müssen die neuen Spieler schneller integrieren«, weiß Coach Pete Strobl um das zentrale Problem seiner Gießen 46ers, die in der Basketball-Bundesliga durch das 82:

104 bei den Hamburger Towers und inzwischen fünf sieglosen Partien in Folge nicht nur mit dem Rücken zur Wand, sondern vor allem auf einem Abstiegsplatz stehen.

Im Fokus: Die drei Nachverpflichtungen, die bisher unisono hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Jalen Tate ebenso wie TJ Williams und der erst zwei Tage vor Heiligabend unter Vertrag genommene Jalon Demarco »JD« Miller, der, angesprochen auf seine schwierige Situation, nicht um den heißen Brei herumredet: »Ich hatte nur eine Einheit, ehe wir in den Bus zum Spiel in Braunschweig gestiegen sind. Das ist natürlich nicht optimal.«

Der 25-Jährige aus der texanischen Metropole Dallas war in der vergangenen Saison bei den Taiwan Beers im Einsatz und wurde in der dortige Liga sogar zum »Spieler des Jahres« gekürt. In 36 Partien gehörte er zur Starting Five. 19 Punkte sowie knapp 13 Rebounds klingen nach einem mehr als ordentlichen Arbeitszeugnis für den bulligen Mann, wobei Magenta-Reporter Daniel Pinschower während der Partie an der Elbe anmerkte: »In einer Klasse, die das Niveau der deutschen Bundesliga besitzt, hat Miller noch nie gespielt!«

Sein Profidebüt feierte der 2,03 Meter große und 107 Kilogramm schwere Center in der Ukraine. Für den SC Prometey Kamianske bestritt der in der Saison 2019/20 insgesamt 18 Superleague-Einsätze, in denen er im Schnitt zehn Punkte und sieben Rebounds auflegte. In diese Zeit fiel auch sein mit 22 Zählern persönlicher Bestwert gegen Khimik Yuzhny.

Sein Rüstzeug verdiente sich Miller bei den TCU Horned Frogs in der National Collegiate Athletic Association (NCAA). In vier Jahren bestritt der physisch starke Neu-Gießener mit dem auffälligen Mundschutz insgesamt 140 Begegnungen für die Texaner. Duelle wie die gegen NBA-Superstar Trae Young (heute Atlanta Hawks) oder den aktuellen Bayern-Akteur Nick Weiler-Babb gehörten dabei zu den Karriere-Höhepunkten von Miller während seiner Studentenzeit.

Sowohl der Trainer als auch der Geschäftsführer der 46ers sind sich sicher, mit JD Miller den richtigen Mann unter den Brettern verpflichtet und damit den Konkurrenzkampf auf den großen Positionen angekurbelt zu haben. »Obwohl es einige Zeit dauern wird, sich anzupassen, denken wir, dass JD Miller in der Lage sein wird, uns unter dem Korb zu helfen«, so Pete Strobl. Und Sebastian Schmidt ergänzt: »JD ist vor allem auf der Power Forward- als auch auf der Center-Position einsetzbar. Er wird uns mit seinem Körper die notwendige Physis und Mobilität unter den Brettern liefern, die wir phasenweise haben vermissen lassen. Zudem sieht unsere Rotation nun auf den großen Positionen deutlich besser aus.«

Was John Bryant inzwischen leidvoll erfahren musste. Beim völlig unnötigen 69:71 in Braunschweig durfte der ehemalige Bundesliga-MVP gerade mal 3:37 Minuten ran, in Hamburg waren es neun Sekunden mehr. Miller brachte es an der Oker auf 13:58 und an der Elbe immerhin auf 20:23 Minuten, in denen er mit vier und acht Punkten, drei und vier Rebounds, je zwei teils haarsträubenden Ballverlusten und je nur zwei geblockten Würfen allerdings noch deutliches Steigerungspotenzial verriet.

»In der Bundesliga mit ihrem tollen Niveau zu spielen, ist eine neue Herausforderung für mich. Ich bin bereit, ich will gewinnen und ich möchte dem Team helfen«, so Jalon Demarco Miller. Entscheidend gelungen ist es dem 25-Jährigen bisher allerdings noch nicht ...

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