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Es wird kein Selbstläufer

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Von: Thomas Suer

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Aleksa Lapcic Torwart FC Gießen © Red

Gießen (tsu). Die Freude über den Sieg, den vierten am Stück, war nach dem ungefährdeten 3:0 über den TuS Dietkirchen am Ausweichspielort in Rödgen natürlich deutlich zu spüren am Mittwochabend. Davon, die eroberte Tabellenführung ausgiebig zu feiern, waren Spieler und Trainer des FC Gießen allerdings ein gutes Stück entfernt.

FC Gießen - TSV Steinbach II (Sa., 14 Uhr)

»Es hätte die Möglichkeit gegeben, im Anschluss auch mal ein Bier zu trinken, meint Trainer Daniyel Cimen mit einem Augenzwinkern, »aber wir sind keine Bier-Mannschaft. Wir hatten eine Kiste Cola und Fanta und haben uns etwas zu essen liefern ließen.« Allerdings: Auch ohne Rang eins wäre der Ablauf so gewesen. Alles wie immer also? Doch nicht ganz, wie Cimen einräumt: »Die Musik in der Kabine war schon länger laut, es herrschte eine sehr gute Stimmung.«

Die Konzentration gilt ohnehin bereits wieder der nächsten Partie, die am heutigen Samstag wieder im heimischen Waldstadion stattfindet. Zu Gast wird mit dem TSV Steinbach II der Rangvorletzte sein, sodass die Voraussetzungen, um auch in der kommenden Woche noch von der Spitze des Klassements grüßen zu dürfen, kaum besser sein könnten. »Vom Papier her scheint das klar, wir haben jedoch keinen Grund, um Steinbach zu unterschätzen. Allein, dass sie die U21 der Frankfurter Eintracht geschlagen haben, sollte uns Warnung genug sein«, will Cimen von einem Selbstläufer nichts wissen.

Wie Zweite Mannschaften grundsätzlich sind auch die Haigerer schwierig einzuschätzen und abhängig davon, wer »von oben« aus dem Regionalliga-Team hinzustößt. Am vergangenen Sonntag beim 1:1 beim SV Steinbach gehörte Dennis Owusu dazu, der im Abstiegsjahr aus der 4. Liga zu den wenigen positiven Erscheinungen in Reihen des FCG gezählt hatte. »Falls er gegen uns aufläuft, freue ich mich auf das Wiedersehen und hoffe, dass er nicht seinen besten Tag erwischt. Ich traue ihm die Regionalliga zu«, wünscht Cimen seinem ehemaligen Schützling, dass er sich im ambitionierten Steinbacher Profikader durchsetzt. Im September und Oktober reichte es für den Flügelflitzer dort lediglich zu zwei Kurzeinsätzen. Nicht nur, weil der TSV einer kleinen Wundertüte gleicht, sondern auch, weil das eigene Selbstvertrauen überaus groß ist, möchten die Gießener ansonsten viel auf sich selbst schauen. Eine wichtige Rolle nimmt dabei die Belastungssteuerung ein, zumal mit dem Kreispokal beim Kreisligisten in Reiskirchen/Bersrod/Saasen und durch den Hessenpokal bei Ligarivale Eintracht Stadtallendorf zwei weitere Englische Wochen anstehen. Nicht wenige Spieler haben viele Matches in den Knochen. Cimen: »Bei Matheus Beal hat man das gegen Dietkirchen gemerkt, da waren einige Konzentrationsfehler dabei, die ihm sonst nicht unterlaufen. Elion Mahmuti war jetzt dabei, Lian Akkus Rodriguez hat sein Potenzial gezeigt. Wir hoffen insgesamt auf viele Optionen.«

Francesco Calabrese war nach ausgestandener Gastritis gegen Dietkirchen wieder einige Minuten dabei, Deniz Vural immerhin im Kader. Bei Sechser-Kollege Denis Mangafic (Virusentzündung) muss abgewartet werden, wie er die ersten Trainigseinheiten verkraftet hat. Elfmeter-Killer Aleksa Lapcic hat von einem Foul eine Blessur im Gesicht davon getragen, Adrian Kireski ist indes an der Hand verletzt. Beide sollten aber, falls nichts mehr dazwischen kommt, einsatzbereit sein. Was auch für den am Mittwoch krankheitsbedingt ausgefallenen Routinier Michael Fink gilt. Zu den länger fehlenden Aykut Öztürk (Bänderriss im Knöchel/Sehnenabriss) und Leonid Akulinin (Bänderverletzung) gesellt sich indes ein neuer Spieler auf die Lazarett-Liste: Der im zentralen Mittelfeld eingesetzte Ryan Harder (»Er hatte eine richtig ansteigende Form«) hat sich das vordere Kreuzband gerissen, für ihn ist das Fußballjahr 2022 beendet.

FC Gießen: Lapcic, Duschner - Abdel-Ghani, Fink, Besso, Tatchouop, Vural, Hagley, Assar, Litzinger, Kireski, Mangafic (?), Calabrese, Beal, Mahmuti, Akkus Rodriguez, Filsinger, Pekesen, Gorbunow. - Es fehlen: Öztürk (Sehnenabriss), Harder (Kreuzbandriss), Akulinin (Bänderverletzung).

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