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Es wird nochmal gespielt

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Gießen . Es wird auch am kommenden Wochenende noch einmal in Hessens Amateurligen Fußball gespielt. Das war nach der pandemischen und in deren Folge politischen Entwicklung der letzten Tage nicht als selbstverständlich anzusehen. Denn die ab Sonntag geltenden, verschärften Regelungen der Corona-Schutzverordnung tangieren auch Sportveranstaltungen im Freien - ergo Fußballspiele von der Kreisober- bis zur Hessenliga.

Notfallplan

Und so hatte sich Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr bereits am Dienstagabend einen Notfallplan zurechtgelegt, der unter anderem beinhaltete, die Vereine der Fußball-Kreisoberliga Süd anzuschreiben und um eine Stellungnahme zu bitten, ob und wie sie weiterspielen könnten. Ähnlich agierte auch Jörg Wolf in der Gruppenliga Gießen/Marburg. Mohr hatte noch Anfang der Woche Bedenken, dass der Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes, Stefan Reuß, den Amateurfußball aufgrund der steigenden Fallzahlen generell schon an diesem Wochenende in die Winterpause schicken könnte. Für die Kreisoberliga hätte das womöglich bedeutet, nicht oder nur erschwert gewertet werden zu können, da die Hinrunde damit nicht beendet wäre.

Größer war die Sorge des 66-Jährigen hinsichtlich der deutlichen Erschwerung des Spielbetriebs ab Sonntag. So teilte er den Vereinen gestern zur Verordnung mit: »Variante A (der Neu-Regelung) besagt, dass bis 100 Personen nur ein Abstands- und Hygienekonzept erfüllt sein muss - so wie das aktuell der Fall ist. Variante B gibt für 101 bis 2999 Personen hingegen die 2G-Regel vor. Bei Variante A zählen Spieler, Trainer oder Funktionäre nicht zu den 100 Personen. Somit ist klar: 100 Zuschauer dürfen die Vereine ab Sonntag zulassen, sofern sie nicht den Aufwand mit 2G-Kontrollen betreiben wollen. Bei Variante B gilt die 2G-Regel nur für Zuschauer und nicht für Spieler. Das heißt: Weiterhin dürfen ungeimpfte und nicht genesene Spieler am Spielbetrieb teilnehmen, sofern sie getestet sind - analog der schon geltenden Regeln.»

Kurz und gut: Der Sonntag wird einigermaßen normal über die Bühne gehen. Wer sich zuletzt die repräsentative Umfrage des DFB-Portals »fussball.de« zu Gemüte geführt hat, der weiß um die größten Sorgen der Ehrenamtlichen: Die meisten fußballaffinen Teilnehmer stören neben den Einschränkungen im Kinder- und Jugendfußball vor allem die rasch wechselnden Verordnungen und demzufolge unübersichtlichen Regeln.

Wertungsgrundlage

Deshalb war für Henry Mohr auch klar, dass er seine Kreisoberligisten zur Entscheidungsfindung ins Boot holen wollte. In seinem Anschreiben heißt es: »Es wäre schon fatal, wenn der letzte Spieltag nicht gespielt wird und wir dadurch keine Wertungsgrundlage haben.« Sein Vorschlag: Die Vereine könnten sich überlegen, ihre Spiele vom Sonntag auf Samstag vorzuziehen, um den möglicherweise auftretenden Mehraufwand zu vermeiden. Das aber ist mit den nun postulierten Regeln nicht notwendig. Damit haben sich die Fußballer für dieses Wochenende aus dem Schwitzkasten der Pandemie befreien können. Auch die Kreisoberliga wird, wie die A-Liga (siehe nebenstehenden Bericht) ihre Wertungsgrundlage erhalten.

Übrigens waren laut Henry Mohrs Umfrage alle Kreisoberligisten dafür, die Spiele am Sontag wie angesetzt durchzuführen.

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