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Faustdicke Überraschung

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Dutenhofen (flo). Chapeau, HSG Dutenhofen/Münchholzhausen! Den grün-weißen Drittliga-Handballern ist aller personellen Engpässe zum Trotz eine faustdicke Überraschung gelungen. Den TuS Ferndorf besiegten die Grün-Weißen mit 28:27 (16:13) und fügten dem Spitzenreiter damit dessen erste Auswärtsniederlage in dieser Saison zu.

HSG Dutenhofen/M. - TuS Ferndorf 28:27

Das vorweihnachtliche Handball-Wunder von Dutenhofen. Der Lohn: Die HSG überwintert auf einem Nichtabstiegsplatz.

Als Mittelmann Lukas Gümbel das Harzleder drei Sekunden vor Ende per Hüftwurf am starken Ferndorfer Torhüter Lucas Puhl vorbei zum 28:27 ins Netz bugsiertr und dann die Schlusssirene ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Nur einer hielt sich vermeintlich tiefenentspannt im Hintergrund, während die Mannschaft ekstatisch feierte: Trainer Axel Spandau. »Wir haben die ganze Woche darüber geredet, eine Überraschung schaffen zu können. Es freut mich riesig für die Jungs«, sagte der HSG-Coach.

Es war zweifellos eine imponierende Vorstellung, die die Grün-Weißen ablieferten. Ein hochkonzentriertes, aber zugleich mutiges Spiel im Positionsangriff mit insgesamt nur fünf Ballverlusten, ein nahezu perfektes Umschaltspiel sowohl über die schnelle Mitte als auch per Gegenstoß, eine bärenstarke 6:0-Abwehr mit Torwart Simon Böhne (15 Paraden) als herausragendem Rückhalt.

»Wir wollten gerade am Anfang eine richtig aggressive Deckung stellen und vorne mutig in die Zweikämpfe gehen. Denn es passiert oft, dass Ferndorf schon früh deutlich in Führung geht«, erklärte Spandau. Diese Idee ging auf: Angetrieben von den starken Rückraumkräften Phillip Opitz, der fünf seiner sieben Tore in Hälfte eins erzielte, und Noel Hoepfner spielten sich die Mittelhessen förmlich in einen Rausch. Vom 10:10 (23.) zog die HSG auf 13:10 (27.) davon. Diesen Vorsprung hielt sie bis zum Pausen-16:13 aufrecht.

Ein Einbruch folgte auch nach Wiederbeginn nicht, die Spandau-Sieben machte dem Spitzenreiter das Leben weiterhin schwer. Allein: Nach dem 24:23 (48.) leisteten sich die Grün-Weißen eine Schwächephase. Drei Ballverluste, ein verworfener Siebenmeter - und schon leuchtete ein 24:25-Rückstand (54.) auf der Anzeigetafel. Als dann der Ex-Ferndorfer Tim Rüdiger von Rechtsaußen an Puhl (elf Paraden) scheiterte, hätte diese Begegnung kippen können.

Stattdessen aber sorgten Balleroberungen für Rüdigers Gegenstoß-Doppelschlag und danach erhöhte Opitz sogar auf 27:25 (58.). Zwar kam Ferndorf zurück, glich durch den starken Mittelmann Jörn Persson 18 Sekunden vor Schluss aus. Doch auch dafür hatte Dutenhofen die optimale Antwort. »Wir sind auch nach dem Rückstand bei uns geblieben«, lobte Spandau. »Jetzt können wir optimistisch in die Restrunde gehen.«

Dutenhofen/Münchholzhausen: Rinn (n.e.), Böhne; Gümbel (5), Hoepfner (4), Opitz (7), Lindenstruth (3), Belter, Bremond (3), Datz, Rüdiger (5), Werth, Steinmüller, Okpara (1), Spandau (n.e.).

TuS Ferndorf: Puhl (ab 27.), Hottgenroth; Eres (3), da Rocha Viana, Reimann (1), Fanger (4), Persson (6), Matthis Michel (2), Linus Michel (n.e.), Mundus (7/2), Polishchuk (1), Hecker, Mihaljevic (2), Duvancic (1).

Schiedsrichter: Ernst/Henkel (Idstein/Frankfurt) - Zuschauer: 512 - Zeitstrafen: vier (Gümbel, Opitz, Lindenstruth, Okpara); vier (da Rocha Viana, Mundus, Duvancic zwei) - Siebenmeter: 1/0:2/2.

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