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Frankfurter »Mittagspause«

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Ein Name, der nicht nur auf selbstgestalteten Fahnen im Frankfurter Waldstadion erhalten bleiben wird: Die Gegentribüne wird nach Jürgen Grabowski benannt. © dpa

Frankfurt (pep/dpa). Wie bereitet man sich nach einem Festtag wie gegen den FC Barcelona auf den Alltag wie gegen den SC Freiburg bestmöglich vor? Das sei die »besondere Herausforderung«, sagte Oliver Glasner, Trainer von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt, am Freitag. Seine Variante: »Ich habe die Jungs einfach mal in Ruhe gelassen«, sagte er, »wir ticken als Menschen so, dass wir positive oder negative Erlebnisse erstmal verarbeiten müssen.

« Den Freitag betrachtet er daher als »Mittagspause« vor den nächsten schweren Aufgaben. Die Mannschaft solle sich mental wie körperlich bestens erholen bis zum Sonntag. Personelle Probleme gibt es nicht, mit Ausnahme von Ersatztorwart Diant Ramaj und Christopher Lenz sind alle Spieler einsatzfähig.

Die Frage nach der Rotation, um die Kräfte im Kader auch mit Blick auf das Europacup-Rückspiel zu verteilen, beantwortete Glasner eher ausweichend. »Ich rotiere nicht, um des Rotierens willen«, sagte er. »Wenn ich der Meinung bin, die elf vom Donnerstag passen am besten, stelle ich sie wieder auf.« Dennoch seien Wechsel nicht ausgeschlossen. Mit Makoto Hasebe, Sebastian Rode und einem der Stürmer Goncalo Paciencia, Jens-Petter Hauge oder Ragnar Ache böten sich einige Spieler an.

Die Aufstellung ist also noch offen, an der Einstellung aber gebe es keine Zweifel. »Wir sind bereit für ein schweres Spiel gegen einen starken Gegner«, sagte Glasner, der ein »sehr ausgeglichenes Spiel« erwarte. Die spielerische Herangehensweise der Freiburger kommt den Frankfurtern sicher mehr entgegen als zuletzt die Defensivtaktik der Fürther. »Der nächste Schritt muss sein, gegen tiefstehende Gegner Tore zu erzielen«, beschreibt Glasner und führt aus: »Für mich als Trainer ist es eine ganz große Aufgabe, den Spielern bessere Lösungen an die Hand zu geben.«

»Grabi« im Stadion verewigt

An die Hand gegeben haben die Frankfurter Fans den Vereinsoberen einen besonderen Vorschlag: Die Eintracht benennt die Gegentribüne in der heimischen Arena nach der jüngst verstorbenen Vereinslegende Jürgen Grabowski. Diese Entscheidung habe der Vorstand unmittelbar nach dem Europa-League-Spiel gegen den FC Barcelona getroffen, teilte der Bundesligist am Freitag mit. »Die Fankurve hat zum Ausdruck gebracht, was jeden, der es mit der Eintracht hält, seit dem Tod von Jürgen Grabowski bewegt. Mit der Benennung der Gegengerade können wir Grabis ikonischer Bedeutung für Eintracht Frankfurt ein dauerhaftes Andenken sichern«, sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann.

Die Fans der Hessen hatten am Donnerstagabend kurz vor dem Anpfiff des Hinspiels im Viertelfinale der Europa League eine Choreographie mit einem riesigen Schwarz-Weiß-Bild von Grabowski gestaltet. Darunter stand der Spruch: »Auferstehen werden nur Götter.« Der Weltmeister von 1974 war am 10. März im Alter von 77 Jahren gestorben.

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