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Friesischer Glücksgriff für die USC-Mädels

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Von: Christian Németh

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Leistungsträgerin beim USC Gießen: Eske Heeren (rechts) platziert den Ball am Block vorbei, Foto: Friedrich © Friedrich

Die 24-jährige Eske Heeren will mit den Landesliga-Volleyballerinnen des USC Gießen zurück in die Oberliga.

Gießen (cnf). Die Oberliga-Volleyballerinnen des USC Gießen haben sich Anfang Dezember in die Winterpause der Nordstaffel der hessischen Landesliga verabschiedet. Nach dem Oberliga-Abstieg in der zurückliegenden Runde befinden sich die Lahnstädterinnen sportlich derzeit im absoluten Soll und können die Weihnachtsfeiertage auf einem starken zweiten Rang verbringen. Von zehn Spielen musste das Team um Coach Patrick Milling lediglich eines verloren geben: Mitte November gegen den aktuellen Spitzenreiter TG Rotenburg.

In Sachen Meisterschaft und Direktaufstieg ist freilich noch längst nichts entschieden - und dass der USC wieder ganz oben mitmischt, hat er vor allem einer geschlossenen Teamleistung zu verdanken, zu der auch Diagonalspielerin Eske Heeren ihren Teil beiträgt.

Die 24-Jährige, die im Herbst 2020 zum Studium der »Bewegung und Gesundheit nach Mittelhessen gekommen ist, triumphierte erst kürzlich wieder mit ihrem USC, als sie am letzten Doppelspieltag des Jahres zunächst den FSV Bergshausen II (3:1) sowie im Anschluss die SG Rodheim (3:0) aus der Halle fegte. Heeren glänzte dabei unter anderem mit starken und vor allem erfolgreichen Aufschlägen gegen die Rodheimerinnen.

Eske Heeren, die ursprünglich aus Aurich in Ostfriesland stammt, steht für den USC Gießen seit der letzten Runde auf dem Parkett. Zunächst lief sie für die zweite Garde des Vereins auf, seit diesem Jahr allerdings für die erste USC-Mannschaft.

Zum »Unabhängigen Sportclub Gießen« fand die sympathische Norddeutsche unter anderem durch ihre größere Schwester, die bereits seit rund zehn Jahren in der Region lebt und ebenfalls für Volleyball brennt. »Man hat mich hier wirklich super aufgenommen«, berichtet Eske Heeren, die bereits seit ihrer Kindheit Volleyball spielt und, wie sie mit einem Augenzwinkern sagt, aus einer »Volleyball-Familie« stammt: »Wir sind eigentlich alle recht groß - da bietet sich das an.«

Die JLU-Studentin, die vor ihrer Ankunft in Gießen ein Freiwilliges Soziales Jahr in ihrer alten Heimat absolvierte, hatte in der zurückliegenden Abstiegssaison des USC lediglich bei der ersten Mannschaft mittrainiert, und die Landesliga-Degradierung daher nicht aktiv miterlebt.

In ihrer Einschätzung und Analyse hierzu äußert sie sich entsprechend zurückhaltend und erklärt: »Ich vermute, sie hatten da nicht so die Durchschlagskraft, es war auch viel Frustration da.« Was Heeren aber miterleben und vor allem selbst mitgestalten konnte und kann, ist der derzeit zu erlebende Aufschwung in der Landesliga: »Wir konnten uns supergut wieder aufbauen und strukturieren. Alle haben wieder richtig Lust, oben anzugreifen und den Aufstieg zu schaffen. Auf dem Feld fühlt man sich immer total gut unterstützt, auch wenn man mal schwächere Phasen hat - man wird immer wieder gut aufgefangen.«

Der Aufstieg, so Eske Heeren, die auch in ihrer Freizeit gerne sportlich unterwegs ist (u.a. Krafttraining und Laufen), sei hierbei auch das momentane Ziel der Mannschaft, die natürlich hofft, im Rückspiel gegen Primus TG Rotenburg eine erfolgreiche Revanche nehmen zu können - und selbstverständlich auch alle weiteren Begegnungen der ab dem 21. Januar startenden Restrunde erfolgreich zu absolvieren.

Die Stimmung sei, sagt die USC-Spielerin, in jedem Fall positiv, die Motivation hätte sowieso keine ihrer Mannschaftskameradinnen nach dem Abstieg verloren. Im Gegenteil: Aufgrund der Erfolgsserie und der damit verbundenen vielen positiven Erlebnisse als Kollektiv, könne man dem Stopp in der Landesliga - trotz der für viele Akteurinnen ungewohnten Doppelspieltage, die es in der Form in der Oberliga nicht gab - mittlerweile sogar einiges Positives abgewinnen.

Neben ihrem Team sieht Heeren - die sich in Mittelhessen schon sehr wohlfühlt und sogar Weihnachten hier, bei ihrer Schwester, mit ihrer aus Norddeutschland anreisenden Familie verbringen wird - auch in ihrem Trainer Patrick Milling einen wichtigen Faktor für den zurückgekehrten USC-Auftrieb: »Es macht wirklich super viel für unseren Verein. Neben dem Mannschaftstraining bietet er zum Beispiel auch Techniktraining ein, da kann jeder hingehen, wenn man das möchte. Zudem organisiert er viel im Hintergrund und ist sehr engagiert.«

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