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Frust nach Mayers Verletzung

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Gießen (lab). Licht und Schatten bei den regionalen Leichtathleten in Berlin: Die deutschen Meisterschaften im Kessel des Olympiastadions lieferten ihre Highlights auf der Bahn und im Ring - große Stars, Normen, Titel. Doch es sind nicht nur die reißerischen Titelzeilen, die eine solche Meisterschaft prägen. Es sind auch die kleineren, individuellen Erfahrungen und Erfolge.

Und die gab es für zwei Athletinnen des TV Wetzlar: Sophia Volkmer lieferte in ihrem ersten Aktiven-Jahr einen taktisch klugen Vorlauf über 800m am Samstagvormittag ab und lief im Zielsprint auf Rang drei. Das reichte dicke für das Finale am Sonntag - und bestätigte die steigende Formkurve der vergangenen Wochen.

Das Finale mit nationaler Topbesetzung dann deutlich schneller: Das Feld zog sich auseinander und Volkmer fiel nach der ersten Runde zurück. Während vorne um die Medaillen gesprintet wurde, kämpfte sich Volkmer in 2:06,21 min zu Rang sechs. Eine mehr als ordentliche und zukunftsträchtige Performance der Wetzlarerin bei ihrer ersten Outdoor-DM der Aktiven. Auch Teamkollegin Antonia Unger gab in Berlin ihr »DM-Debüt«. Unger stand gleich im ersten Vorlauf am Samstagvormittag über 400 m Hürden auf der innersten Bahn. Vorne ging mit Eileen Demes (TV Neu-Isenburg) schnell die Post ab und Unger musste ihr eigenes Rennen gestalten. In der Rhythmusgestaltung machte sich das gute Training bemerkbar, sodass Unger vor der vierten Hürde auch einen Schritt hätte weniger machen können - was Zeit kostete. Mit 61,63 s erreichte sie das Ziel als Gesamt-19., der Endlauf blieb ihr erwartungsgemäß verwehrt - doch in Berlin zählen auch die Erfahrungen: »Das war ein ordentlicher Lauf für ihr Debüt bei ›Deutschen‹. Die Athletinnen stehen vor den Läufen lange im Tunnel, die Wege sind weit, wodurch man hier auch die Umstände bedenken muss«, sagte Trainer Lars Wörner.

Licht und Schatten

So viel zum Licht. Etwas ratlos und frustriert verließ dagegen Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) am Samstag die blaue Bahn. Im Vorlauf über 100 m lief sich Mayer in 11,73 s noch ins Halbfinale, verzichtete im Anschluss jedoch auf weitere Starts. Der Grund waren muskuläre Probleme. »Ich habe beim Aufwärmen bereits etwas im Beuger gespürt. Als es beim Start im Vorlauf nicht besser war, habe ich rausgenommen und nur geguckt, dass ich unter die ersten Drei komme«, sagte Mayer. Nach einer Physio-Behandlung habe man entschieden, nichts zu riskieren und weitere Starts abgesagt.

So musste Mayer von außen zuschauen, wie Teamkollegin Rebekka Haase im Finale hinter Gina Lückenkemper zu Rang zwei lief. Haase bestätigte damit nochmals ihre EM-Norm auf den 100 und ist für München quasi gesetzt. Kevin Kranz (Sprinteam Wetzlar) verpasste als Vierter auf den 100 m dagegen die Medaillen nur knapp. Nach gutem Start fiel Kranz auf den Schlussmetern bei fehlender Schrittlänge entscheidend zurück.

Für Lisa Mayer sind jetzt noch etwa vier Wochen Zeit, sich mit einem Lauf unter der Normzeit (11,24 s) für einen Einzelstart oder anderweitig zumindest für die Staffel in München zu empfehlen. »Natürlich bin ich traurig über den Verlauf, aber ich denke es war die richtige Entscheidung. Wir setzen uns die Tage zusammen und schauen, wie wir die kommenden Wochen angehen«, berichtete Mayer anschließend.

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