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FSV-Trainer Bulut zufrieden: »Das war schon stark«

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Der Mann mit dem Torriecher: Erdinc Solak (r.) hat einen großen Anteil an der guten Hessenliga-Platzierung des FSV Fernwald. Foto: Schepp © Schepp

Platz vier in der Vorrunde, Platz sieben in der Meisterrunde: Für die Fußballer des FSV Fernwald ist eine rundum gute Saison zu Ende gegangen.

Fernwald. Die Saison in der Fußball-Hessenliga, die ja im zweiten Teil in einer Auf- und einer Abstiegsrunde durchgeführt wurde, ist beendet. Der FSV Fernwald hat nach Platz vier in der Vorrunden-Gruppe A in den Playoffs den siebten Platz erreicht. Die Runde war für die Fernwälder bereits eine Woche früher vorbei, weil der Verein auf Wunsch von FSV-Coach Daniyel Bulut und mit Einverständnis des Gegners TuS Dietkirchen die Partie vorgezogen hatte. Diese Entscheidung von Bulut war sehr klug, denn die neue Runde startet bereits am letzten Juli-Wochenende und die Vorbereitung beim FSV beginnt am 23. Juni. Somit haben die Spieler, die ja durch Corona zusätzlich belastet waren, eine Woche länger Sommerpause. Erfolgreichster Torschütze war Erdinc Solak. Der Regisseur hat insgesamt 15 Tore erzielt.

Daniyel, wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Hessenliga-Runde?

Wir sind sehr, sehr zufrieden, mit dem, was die Mannschaft geleistet hat. Und damit sind alle Spieler gemeint. Erst die Vorrunde mit einem vierten Rang in der Gruppe A abgeschlossen, dann in den Playoffs 15 Punkte geholt - das war schon stark. Obwohl wir danach nicht mehr absteigen konnten und die Spannung deshalb etwas nachgelassen hatte, hat jeder Spieler alles gegeben - Hut ab! Und dann unsere Torwart-Misere, als wir insgesamt sieben Keeper einsetzen mussten wegen teilweise langer Verletzungspausen. Da hat das Team es wirklich weit geschafft.

Was haben Sie von dem neuen Modus gehalten?

Das hat uns letztlich in die Karten gespielt, denn durch das Erreichen der Aufstiegsrunde - und dem damit verbundenen vorzeitigen Klassenerhalt - konnten wir früh mit der Personalplanung für die neue Runde beginnen. Aber grundsätzlich finde ich diesen Modus nicht gut, denn »Jeder-gegen-Jeden« ist am fairsten. Schlecht war, dass wir in der Vorrunde immer nach Nord- und Osthessen zu den Gegnern reisen mussten. Dabei liegen zum Beispiel Waldgirmes und Friedberg aus der anderen Gruppe praktisch vor der Haustüre. Aber letztlich war es bei dieser Situation mit insgesamt 22 Mannschaften die beste Lösung.

Was war Ihr positivstes Erlebnis, welches das negativste?

Der Höhepunkt der Saison war, als im Heimspiel der FC Bayern Alzenau in der fünften Minute der Nachspielzeit unsere 2:1-Führung noch ausglich, aber Patrick Markiewicz eine Minute später noch das 3:2 machte. Und das schlimmste sportliche Erlebnis war die 0:5-Niederlage in Fulda, als wir einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten. Nach 35 Minuten lagen wir schon 0:5 im Rückstand, waren in der ersten Halbzeit mental überhaupt nicht auf dem Platz. Es hätte zur Pause schon auch zweistellig stehen können.

Wer hat die beste Entwicklung genommen?

Mica Hendrich wird jetzt erst 21 Jahre und hat eine enorme Entwicklung genommen. Ehrgeiz, Wille, Disziplin, eine gute Physis und Intelligenz zeichnen ihn als defensiven Mittelfeldspieler aus.

Inwieweit hat Corona und die Auswirkungen den Spielbetrieb beim FSV beeinträchtigt?

Gott sei Dank waren wir da schon in der Aufstiegsrunde. Aber am meisten gemerkt haben wir es im Hessenpokal gegen die Kickers Offenbach. Da hatten wir sechs Corona-Fälle. In der Folge hatten wir über zwei bis drei Wochen bis zu zehn Fälle und hätten Spiele absagen können, aber wir wollten das durchziehen. Die Spieler haben eine große Selbstdisziplin gezeigt und immer Tests gemacht.

Planungen laufen auf Hochtouren

Und auch Marko Semlitsch, der Sportliche Leiter beim FSV, ist »zufrieden mit der abgelaufenen Saison, weil wir nichts mit den Abstiegsplätzen zu tun hatten«, bedauert aber, »dass aufgrund des neuen Modus die Spannung früh raus war.« Und wie sind die Verantwortlichen mit der Zuschauerresonanz zufrieden? »Anfangs, gegen Stadtallendorf und Fulda, hatten wir 450 bis 500 Zuschauer. Zum Schluss waren es etwas weniger«, ist Semlitsch nicht unzufrieden, zumal die Zahlen in den vergangenen Jahren ja auch nicht wirklich Hessenliga-reif waren.

In der Pause laufen beim FSV die Personal-Planungen bereits auf Hochtouren. Als Abgänge stehen bisher Mirko Freese (VfB Marburg), Deniz Vural, Fabian Grutza (beide Ziel unbekannt) und Tim Richter (SG Obbornhofen/Bellersheim) fest. Samuel Sesay, der wegen seines Studiums in Berlin pausiert, und Hoang-Nam Luc waren schon während der Rückrunde ausgeschieden.

Von der eigenen Jugend kommt zur kommenden Runde mit Falco Schelenz ein - laut Marko Semlitsch - »junger, talentierter Torhüter« in den Kader, der bereits am ersten Spieltag im Neuhof im Hessenliga-Team eingesetzt wurde. Vom aktuellen Aufgebot meldet Semlitsch die Zusage für die nächste Saison von Pierre Kleinheider, Kevin Kaguah, Julian Bender, Lucas Burger, Jun Okada, Louis Goncalves, Erdinc Solak, Patrick Markiewicz, Nico Strack, Brian Mukasa, Johannes Hofmann, Mica Hendrich, Agon Dervishi, Nils Schäfer, Manuel Dursun, Ceyhun Dinler, Kevin Göbel und Yannis Grönke.

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Daniyel Bulut Trainer FSV Fernwald © Angelika Schepp

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