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Für Cimen fast wie ein Derby

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Von: Thomas Suer

Gießen (thos). Es ist nicht unbedingt die bevorzugte Anstoßzeit des FC Gießen, wenn der 1. Hanauer FC am Sonntag um 14 Uhr zum Hessenliga-Duell im Waldstadion aufkreuzt - normalerweise haben die Rot-Weißen eher den Samstags-Termin in ihrem fußballerischen Portfolio. Aber sei’s drum: Trainer Daniyel Cimen wird trotzdem pünktlich und per selbständiger Anreise in Gießen auf dem Platz stehen.

Denn die neckische Nachfrage, ob er denn mit dem Hanauer Mannschaftsbus aus seinem eigentlichen Heimatort komme, verneint er lachend: »Nein, die haben gar keinen.«

FC Gießen - 1. Hanauer FC (Sonntag, 14 Uhr)

Gleichwohl bestreitet Cimen nicht, dass es nach dem Derby beim FSV Fernwald für ihn ganz persönlich auch »so eine Art Derby« ist, wenn es gegen den 1. FC geht, »immerhin habe ich da in meiner Zeit als Trainer von RW Frankfurt noch selbst gespielt.« Allerdings, und da geht es ihm wie seinem Freund und verlängerten Arm auf dem Platz, Michael Fink, der ebenfalls lange ein Hanauer war, »sind natürlich nicht mehr soviele Spieler von damals da, auch wenn ich mich schon auf das ein oder andere Gesicht freue.«

Freundschaftlich wird es aber in den anstehenden 90 Minuten ansonsten nicht zugehen, denn beim Blick auf das Tableau fällt schon auf, dass der Sonntagsgast als Tabellendritter mit der starken Ausbeute von 18 Zählern aus acht Spielen gut dabei ist. Ein Zähler nur trennt die Südosthessen, die übrigens im Ex-Gießener Cem Kara ihren treffsichersten Akteur haben, von Spitzenreiter RW Walldorf. Für Gießen dagegen besteht die Chance, als derzeit Tabellensechster mit 14 Zählern, mit einem Sieg an die erweiterte Spitzengruppe heranzurücken, sich schon nach einem knappen Viertel der Saison im Vorderfeld zu etablieren.

Dem rational veranlagten Cimen gehen solche Gedankenspiele freilich schon zu weit. »Es ist noch früh in der Saison, noch gilt es, sich weiter als Mannschaft zu finden, auch wenn ich insgesamt mit dem Auftreten schon sehr zufrieden bin.«

Einverstanden war der 37-Jährige auch mit der Art und Weise in Fernwald, insbesondere, »weil wir in der zweiten Halbzeit wenig zugelassen und meines Erachtens die größeren Spielanteile und auch Chancen hatten.« Daniyel Cimen freut sich über die weitgehend austarierte Balance zwischen Offensive und Defensive und die Solidität, die seine unter großem Zeitdruck zusammengestellte Mannschaft bereits aufweist. »Ja, da kann man schon zufrieden sein.«

Gegen den Kontrahenten aus seinem Geburtsort möchte der Ex-Eintrachtprofi »etwas Zählbares behalten, gerade, weil wir zuhause spielen.« Wobei die noch ungeschlagenen Hanauer sich auf Reisen offenbar eben ganz wie daheim fühlen: Drei Siege und ein Unentschieden haben die Mannen von Kreso Ljubicic auswärts ergattert. Es wäre also an der Zeit, den Hanauern mal auf eigenem Platz zu zeigen, wer Herr im (Gießener) Hause ist.

Cimen ist denn auch voll des Lobes: »Da ist viel individuelle Qualität bei Hanau« - und meint etwas nachdenklich zudem: »Da sieht man aber auch, was möglich ist, wenn eine Mannschaft von Verletzungen und Krankheiten weitgehend verschont bleibt.«

Das kann der FC Gießen nicht von sich behaupten: Deniz Vural hat sich in Fernwald einen Muskelfaserriss zugezogen, wird zwei bis drei Wochen ausfallen. Aykut Öztürk wird, nach am Donnerstag erfolgreich durchgeführter OP der Sehne, die Wadenbein und Knöchel verbindet, noch lange fehlen.

David Toprak (krank), Mert Pekesen, Daniel Duschner und Lian Akkus Rodrigues fallen auch noch aus.

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