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Für den FC Gießen gibt es gibt keine Ausreden mehr

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Wird er oder wird er nicht das Tor des FC Gießen hüten? Hinter »Nummer Eins« Federic Löhe steht auch gegen Großaspach ein dickes Fragezeichen. © Bär

Nach der bitteren Pleite im Derby beim TSV Steinbach Haiger muss sich das Team von Trainer Daniyel Cimen gegen die SG Sonnenhof Großaspach endlich wieder mit drei Punkten belohnen.

Gießen . Niederlagen zu verkraften, das ist für jeden Sportler nicht so einfach. Auch wenn Niederlagen immer eine Moral von der Geschichte parat haben, indem sie darauf verweisen, welche Fehler man in Zukunft besser vermeiden sollte. Die Niederlage des FC Gießen am vorvergangenen Freitag beim TSV Steinbach-Haiger scheint allerdings solchen Erkenntnissen nicht standzuhalten. 1:0 führte der hartnäckig um den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest kämpfende Gast beim ambitionierten Spitzenteam. Bis zur 90. Minute! Um dann noch 1:2 zu verlieren.

FC Gießen - SG Großaspach (Samstag, 14 Uhr)

Daniyel Cimen ist, wie es seinem Naturell entspricht, eine Woche nach dieser bitteren Last-Minute-Pille schon wieder auf einem anderen Dampfer. »Es ist zwar schwierig, solche Niederlagen erstmal zu verarbeiten, aber es spornt mich auch an«, überrascht der 37-Jährige: »Denn wir haben in der zweiten Halbzeit ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht, darauf kann man aufbauen.« Mit diesem positiven Schub hatte er seiner Mannschaft zwei freie Tage gewährt. »Wir haben mannschaftstaktisch nichts falsch gemacht in der zweiten Hälfte, aber zwei individuelle Fehler kosten den Sieg, wobei wir in der ersten Hälfte zu passiv waren und da schon hinten hätten liegen müssen«, erläutert der Coach im Rückblick, der aber ansonsten »nicht mehr über die drei Bonuspunkte, die uns gut getan hätten« reden möchte.

Denn jetzt gelte es endlich, aus dem Lob der gegnerischen Trainer, das Gießen 20220 durchgängig erntet, »auch mal einen Dreier zu machen.« Gegen die SG Sonnenhof Großaspach ist es höchste Zeit. Und höchst schwierig. Vier Punkte liegt der Ex-Drittligist derweil vor Gießen, ist bestens aus der Winterpause gekommen und hat gegen Pirmasens und Aalen »Big Points« gelandet. »Die haben sich ordentlich verstärkt«, weiß Cimen den Grund. Tatsächlich kamen mit Lamar Yarbrough (Schweinfurt 05), Manuel Konrad (u.a. FSV Frankfurt und Dynamo Dresden), Dominik Salz und als Königstransfer Sascha Mölders, der nach seinem Wechsel von 1860 München gegen Pirmasens gleich drei Treffer beisteuerte, auch höherklassig erfahrene Spieler. »Sie sind offensiv unheimlich gut aufgestellt und haben mit Joel Gerezgiher einen absoluten klasse Spielmacher im Mittelfeld.«

Dass Mölders mit all seiner Erfahrung eine Sonderbewachung wert sein könnte, sieht Cimen gelassen - und sagt: »Wir haben mit Michael Fink in der Innenverteidigung ja auch einen nicht ganz unerfahrenen Spieler.« Großaspach 2022, das ist unbestritten, ist nicht mit der Mannschaft von vor der Winterpause vergleichbar, die in allerhöchsten Abstiegsnöten steckte. Aber auch der FC Gießen hat spielerisch in diesem Jahr nur eine Halbzeit enttäuscht: In Haiger in Durchgang eins.

Takehara mit Bänderriss

So oder so gibt es keine Ausreden mehr - es sei denn die personelle Situation. Die ist nicht rosig: Gianluca Lo Scrudato wurde am Meniskus operiert, fällt den Rest der Runde aus, Takero Itoi hat sich einen Muskelbündelriss zugezogen, Ryunosuke Takehara hat zudem im Training am Mittwoch einen Bänderriss erlitten. Der Außenbahnspieler, gerade von einer Bänderdehnung am anderen Fuß genesen, wird drei bis vier Wochen ausfallen.

Ein Spieler ist darüber hinaus, wie auch »Co« Marco Vollhardt, coronapositiv - und die Torwartposition ist offen. Ob Freddy Löhe, der in Haiger aus disziplinarischen Gründen auf der Bank saß, ins Tor zurückkehrt, lässt Cimen offen. »Das werden wir mit Smajlo (Torwarttrainer Elvir Smajlovic, d. Red.) kurzfristig entscheiden«, sagt Cimen, der sich keine weiteren Details entlocken lässt. Da auch der zweite Keeper Vladan Grbovic erst kürzlich aus dem Krankenstand zurückkam, bliebe erneut Mataj Birol als Alternative. Der hatte beim 1:2 in Haiger gut gehalten, war aber auch an einem Treffer beteiligt. Ein Vabanquespiel gegen die offensivstarken Großaspacher, gegen die eine Niederlage rein tabellarisch noch schwerer zu verkraften wäre.

Kader FC Gießen: Birol, Löhe, Grbovic ; Gaudermann, Bogicevic, Öztürk, Daghfous, Fink, Sawada, Sarr, Trkulja, Reithmeir, Kling, Fisher, Burgio, Owusu, Münn, Tiliudis, Mohr. - Es fehlen: Itoi, (Muskelbündelrisss), Takehara (Bänderriss), Lo Scrudato (Knie-OP), Beal.

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