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Für die 46ers geht’s um (fast) nichts mehr

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In Berlin gefordert: J.D. Miller und die 46ers. © Angelika Schepp

Gießen. Die Luft ist raus. Es geht um nichts mehr. Der Abstieg ist besiegelt. Mit diesen Worten könnte eine Vorschau auf die unfreiwillige Saisonverlängerung der Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga beginnen. Doch die Luft scheint beim aktuellen Schlusslicht des Oberhauses vor dem vorletzten Gang dieser so ungenügend verlaufenen Runde noch nicht raus zu sein.

Was auch der Gegner an diesem Mittwoch (19 Uhr), Gastgeber Alba Berlin, sicher registriert hat. Denn nur 48 Stunden nach dem bitteren 70:91 zu Hause gegen Chemnitz und dem damit endgültig eingelegten Rückwärtsgang in die ProA schwangen sich die Gießener in Göttingen zu einer starken Leistung auf und gaben mit dem 90:87-Erfolg obendrein den Spielverderber in Sachen Playoff-Chancen der Niedersachsen. Solch einen Schiffbruch wollen die Albatrosse natürlich nicht erleiden. Und sie sind auch guter Dinge, die neun Spiele andauernde Siegesserie um Erfolg Nummer zehn zu erweitern. Am Sonntag beim 110:70 gegen Heidelberg glänzte der Rangzweite von der Spree mit 36 Assists, was einen Vereinsrekord darstellte. Der Sprung vorbei an Bonn auf den Platz an der Sonne, der mit einem Sieg gegen die 46ers einherginge, wäre die Krönung der Aufholjagd, die das Team um Kapitän Luke Sikma nach einem Saison-Stotterstart in den vergangenen Monaten hinlegte.

Es geht also um einiges für Alba - aber auch für den Gast aus Mittelhessen. »Ich bin froh, dass das Team gegen Göttingen, vor allem in der zweiten Halbzeit, einen wirklichen Charakter gezeigt und sich nicht aufgegeben hat. Das kommende Spiel wird natürlich ungleich schwieriger. Die Jungs wollen aber alles auf dem Feld lassen und erneut Moral und Charakter zeigen«, wird Sebastian Schmidt in einer Pressemitteilung des Absteigers zitiert. »Wir werden dieses Spiel mit einem hohen Maß an Respekt antreten, und wir werden alles geben, was wir haben«, ergänzt Pete Strobl vor seinem wohl vorletzten Auftritt auf der Bank der 46ers auf dem gleichen Kanal.

Für den aller Wahrscheinlichkeit nach scheidenden Chefcoach wird die Herkulesaufgabe in Berlin und auch am Sonntag in Ulm aufgrund der angespannten Personalsituation nicht einfach. Dennis Nawrocki und TJ Williams sind weiter nicht einsatzfähig. Und zu allem Überfluss fällt nun auch Kendale McCullum. Der Taktgeber plagte sich nach Vereinsangaben schon in Göttingen mit Beschwerden an der Achillessehne herum, biss sich aber noch durch. Nun aber meldeten die 46ers, dass der Kapitän aufgrund anhaltender Schmerzen bereits in dieser Woche in die USA zu seiner Familie reisen und somit pünktlich zur Hochzeit seiner Schwester vor Ort sein wird.

All das spricht nicht gerade für ein Happy End einer Gießener Grotten-Saison. Der Abstieg ist besiegelt, aber es geht zumindest um die Ehre. Die dünne Luft, die an diesem Mittwoch in der Hauptstadt vorherrschen wird, ist noch nicht raus.

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