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Götze und Kamada: Das große Experiment

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Ist heiß auf die Supercup-Partie gegen Real Madrid: SGE-Kapitän Sebastian Rode. Foto: imago © imago

Frankfurt. Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt trifft am Samstag (15 Uhr) in Grödig bei Salzburg auf den niederländischen Rekordmeister und Champions-League-Teilnehmer Ajax Amsterdam. Eine Woche und zwei Tage vor dem DFB-Pokalspiel beim 1. FC Magdeburg (Montag, 1. August) ist es die Generalprobe für den Saisonstart.

Freilich kann Trainer Oliver Glasner nicht mit seiner vermeintlich besten Elf antreten. Evan N’Dicka fehlt wegen einer Wadenprellung, Kristijan Jakic hat das Training am Freitag mit Knieproblemen abgebrochen, Ajdin Hrustic bestreitet über die gesamte Woche wegen einer Knöchelprellung nur Lauftraining und Sebastian Rode wird noch einmal geschont. »Wäre es ein Bundesligaspiel, wäre ich dabei«, sagte der Kapitän. So aber ist er zu Hause geblieben, als die Mannschaft sich am Freitagnachmittag per Charterflieger auf nach Salzburg gemacht hat. Eigentlich war der Flug erst am Spieltag geplant, doch die chaotischen Zustände am Frankfurter Flughafen haben zu einem frühen Umdenken bewogen.

Im defensiven Mittelfeld steht Eintracht-Coach Glasner nun vor einem Problem. Mit Rode, Jakic und Hrustic fallen gleich drei der vier Spieler für das defensive Zentrum aus, alleine Djibril Sow ist aus dem Quartett übriggeblieben. Und so wird Oliver Glasner früher als vielleicht erhofft dazu gezwungen sein, zu experimentieren. Das führt dazu, dass die beiden Spielmacher, Daichi Kamada und Mario Götze, gemeinsam beginnen werden. Götze wohl in einer etwas defensiveren Rolle. Für Glasner kein Problem. »Mario und Daichi können durchaus zusammenspielen«, sagt er. Was es nun zu beweisen gilt. Interessant, dass beim Training am Freitag die vorderste Linie besetzt war wie im Europapokalfinale: Rechts stürmte Ansgar Knauff, in der Mitte Rafael Borré, links Filip Kostic. Die neuen Stürmerstars standen im anderen Team.

Glasner wird erneut viel wechseln, freilich nicht mehr komplett mit zwei Mannschaften spielen wie noch bei den ersten Testspielen. Gegen Ajax wird das Gerüst der Mannschaft längere Spielzeiten bekommen. N’Dicka wird in der Abwehrkette von Neuzugang Hrvoje Smolcic ersetzt, die anderen Neuen wie Lucas Alario, Faride Alidou und Randal Kolo Muani vermutlich in der zweiten Halbzeit eingewechselt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Glasner noch ein »Suchender«, will herausfinden, »wer am besten zu wem passt, wer am besten harmoniert.«

Kapitän Rode wird sich das Ganze zu Hause im Wohnzimmer anschauen. Er trainiert am Samstagmorgen im Profi-Camp und geht davon aus, »dass ich ab Dienstag dann voll einsatzfähig bin.« Die ersten drei Trainingswochen habe er »ganz gut überstanden«, erst nach der Rückreise aus dem Trainingslager seien »leichtere Probleme« mit den lädierten Knien aufgetreten. »Nicht weiter schlimm«, sagt der 31-Jährige nach der Freitag-Einheit. »Wir wissen, wie wir damit umgehen.« Zum Umgang mit den Verschleißerscheinungen gehöre auch, »dass ich sicher nicht oft drei Spiele in einer Woche machen werde.« Aber für zwei sollte es dann doch reichen.

Vorfreude auf Real wächst

Einen besonderen Reiz übt auf Rode das Supercupfinale am 10. August gegen Real Madrid aus. »Wir wollen diesen Titel unbedingt, für uns ist das sicher wichtiger als für viele andere Vereine«, sagt er. Rode glaubt nicht nur sich im Speziellen, sondern die Mannschaft im Allgemeinen gut gerüstet für die Saison. Der Kader sei »in Breite und Spitze« besser besetzt als noch vor einem Jahr. Und mit der Vorbereitung sei man auch einen Schritt weiter. Damals hätten sich alle erst an den neuen Stil unter Trainer Glasner gewöhnen müssen. »Jetzt wissen wir Bescheid«, sagt Rode, der davon ausgeht, dass es auch keine großen Veränderungen mehr geben wird.

Die ständig neuen Gerüchte um Verteidiger Evan N’Dicka, der angeblich vom AC Mailand umworben wird, um Filip Kostic, der mit Juventus Turin und neuerdings mit West Ham United in Verbindung gebracht wird, würde in der Kabine gelassen aufgenommen. Der Sender »Sky« hat nun gemeldet, West Ham United habe ein offizielles Angebot über mehr als 15 Millionen Euro für Kostic abgegeben. »Dazu will ich nichts sagen«, hielt sich Sportvorstand Markus Krösche auf Nachfrage bedeckt. Völlig offen auch, ob Kostic überhaupt Interesse hat, zu einem Club zu wechseln, der nicht in der Champions League spielt.

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