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Groteske Regionalliga

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Gießen . 5. April, 9. April, 13. April, 16. April, 20. April. Fünf Spiele in 14 Tagen. Dass die Fußball-Regionalliga Südwest GbR eine wie geschmiert laufende Maschinerie ist, das bekommt mit diesem satten April-Programm auch der FC Gießen zu spüren. Kaum ist ein Spiel ausgefallen, schon ist es neu angesetzt. Die Balance zwischen der Gesundheit der Spieler, Belastbarkeit der Vereine und dem Ziel der Liga, ihren Plan durchzuziehen, ist auch in der dritten Corona-Saison nicht immer im Einklang.

Wie oft die Wendung, die Liga strebe an, »Auf-Teufel komm-raus« ihren Plan durchzuziehen, in den zweieinhalb von der Pandemie in Mitleidenschaft gezogenen Saisons schon anklang, ist kaum noch zu zählen. Als im Winter 2020/2021 gegen jede Vernunft und alle Lockdown-Maßnahmen ab Januar das aufgeblähte Programm durchgezogen wurde, gab es bereits Protest der Vereine. Dass man nach einem relativ entspannten Herbst nun im Frühjahr 2022 wieder in die Corona-Falle tappen würde, war in diesem Ausmaß nicht zu erwarten. Angesichts der teilweise nur noch mit 13 Spielern antretenden Mannschaften und in fast allen Clubs festzustellenden Kettenreaktionen an positiven Tests kann von einem sportlich fairen Wettbewerb keine Rede mehr sein. Abstiegskampf und Aufstiegsrennen werden in nicht unerheblichem Maße durch Corona mitentschieden.

Und die Liga-Verantwortlichen erwecken, wie schon in der Vorsaison, nicht den Eindruck, dass es sie sonderlich interessiert. Hauptsache es wird sich rigide an den Statuten entlanggehangelt. Bestes und neuestes Beispiel ist die groteske Irrfahrt der Offenbacher Kickers am vergangenen Wochenende, die mit dem Rumpfkader von zwölf Feldspielern und zwei Torhütern nach Bahlingen reisten, um dort aus Witterungsgründen dann nicht spielen zu können. Zuvor hatte der OFC einen Antrag auf Spielverlegung gestellt, der abgelehnt wurde, obwohl das Gesundheitsamt der Stadt Offenbach der Mannschaft nebst Betreuerteam aufgrund der zahlreichen Omikron-Fälle ein »Spiel-, Trainings- und Zusammenkunftsverbot« ausgesprochen hatte.

Vorsicht angesagt

Vergleichsweise easy nimmt sich dagegen die Entwicklung am vergangenen Wochenende im Fußballkreis aus, wobei Kreisfußballwart Henry Mohr auf die »Ausfälle gerne verzichtet hätte«. Hier gab es eine coronabedingte Absetzung, der Rest der abgesagten Spiele fiel dem unerwarteten Wintereinbruch zum Opfer. Wobei Mohr zugibt, »dass schon am Samstag abgesagte Spiele am Sonntag hätten zum Teil gespielt werden können«. Da war der Schnee nämlich weg. Auch Mohr hat aufgrund des Playoff-Modus die Nachholspieltage rasch benannt: Gründonnerstag, 14. April, Ostermontag (18.) Samstag (30.), Donnerstag, (12. Mai). Und er weist die Vereine darauf hin, »trotz der aufgehobenen Maßnahmen angesichts der Omikronvariante weiter vorsichtig zu sein«. Denn Corona grätscht weiter mit. Nicht nur in der Regionalliga. Rüdiger Dittrich

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