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»Handelt sich um eine ganze schlimme Krankheit«

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Frederic Löhe ist beim FC Gießen der Fels in der Brandung, leidet aber nach wie vor an den Spätfolgen seiner Corona-Erkrankung. © Ben

Gießen (tsu). Sonntag, 24. Januar 2021. Es war die 93. Minute in der Regionalliga-Partie zwischen dem FK Pirmasens und dem FC Gießen. Elfmeter für die Hausherren durch Dennis Krob, doch Keeper Frederic Löhe tauchte ab und parierte - der FCG gewann mit 2:1. Sinnbild für ein starkes Jahr des 33-Jährigen, bevor ihn das Corona-Virus zu einer Zwangspause zwang.

Löhe war im November einer der Gießener Spieler, die positiv getestet wurden. Vier Pflichtspiele verpasste er dadurch. Vor dem Jahresausklang, erneut geht es für die Rot-Weißen nach Pirmasens, spricht der Routinier offen über seinen Krankheitsverlauf, den Weg zurück ins Tor und Menschen, die Corona verharmlosen.

Herr Löhe, wie verlief die Corona-Erkrankung bei Ihnen?

Ich bin am 24. November positiv getestet worden. Es fing an wie eine klassische Erkältung. Die Nase war zu, der Hals tat weh. Und dann kam der Husten dazu, der anschließend zum größten Probleme wurde. Das ging sehr rapide. Ich habe wirklich sehr viel und heftig gehustet, hatte auch wirklich zwei Tage richtig Schwierigkeiten, abzuhusten. Schließlich habe ich den Geruchssinn verloren, das hat angehalten bis vor drei Tagen. Bis zum letzten Wochenende war es auch schlecht mit der Ausdauer in dem Sinne, dass ich sehr schnell außer Atem war. Zum Beispiel, wenn ich mit meinem kleinen Sohn auf dem Arm die Treppen rauf bin.

Was würden Sie entgegnen, wenn von einigen Leuten behauptet wird, Corona sei auch nur eine »normale« Erkältung?

Dann kann ich sagen, dass das eben nicht stimmt. Das sind die ganzen Nebenbeschwerden, die heftiger sind. Die Müdigkeit oder das außer Puste sein. Eine normale Grippe dauert etwa eine Woche an, dann geht es aufwärts. Ich bin sehr froh, dass ich doppelt geimpft bin. Ansonsten bin ich sicher, wäre es noch schlimmer geworden.

Hat es Sie beunruhigt, als Sie von den beiden Regionalliga-Spielern aus Berlin erfahren haben, die nach einer Corona-Erkrankung im Anschluss an ihren ersten Einsatz kollabiert sind?

Ich denke nicht, dass das außergewöhnlich ist. Das wird öfter passieren. Es handelt sich um eine ganz schlimme Krankheit. Man muss gut auf sich aufpassen.

Wie gestaltet sich nun der Weg zurück zwischen die Pfosten? Sie sind ein sehr ehrgeiziger Sportler.

Corona ist anders als eine Grippe. Zwei Wochen lang war gar nicht an Training zu denken. Bei allem Ehrgeiz ist mir diese Erkrankung auch zu ernst gewesen. Und dafür hatte der Verein auf allen Ebenen - und auch das Trainerteam - totales Verständnis. Unser Sportlicher Leiter Christian Memmarbachi hat alle notwendigen Gesundheitschecks veranlasst: Herz-Ultraschall, EKG im Ruhezustand und in der Belastung, zudem habe ich auch noch ein großes Blutbild machen lassen. Da sind die Werte zum Glück gut.

Muss der FK Pirmasens am Samstag wieder vor dem »Elfmeterkiller« Frederic Löhe zittern?

Das weiß ich noch nicht. Ich bin seit Dienstag voll im Training, davor bin ich zwei-, dreimal für mich gelaufen. Ich merke schon noch, dass ich eher müde bin. Ich muss mich erst an die Belastung gewöhnen. Wir müssen nach dem Abschlusstraining einfach mal schauen.

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