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»Heute haben wir Spaß gehabt«

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Britisches Duell: Der Lahn-Diller Simon Brown (l.) bringt gegen Kallum Stafford die nötigen PS auf das Parkett. Foto: Diekmann © Diekmann

Wetzlar. Es war eine Blaupause für ein Comeback nach Verletzungspause. Sechs Wochen hatte Thomas Böhme wegen einer Verletzung an der linken Hand zuschauen müssen. Im Heimspiel gegen die BG Hamburg war der Mannschaftskapitän des Rollstuhlbasketball-Bundesligisten RSV Lahn-Dill wieder mit von der Partie. Nach 30 Sekunden erzielte der 31-jährige Nationalspieler die ersten Punkte der Partie, hatte bis zum 5:

2-Vorsprung wenig später alle Punkte der Gastgeber erzielt und war beim souveränen 75:32 (36:16)-Erfolg mit 16 Zählern (genau wie Mannschaftskollege Reo Fujimoto) bester Werfer.

RSV Lahn-Dill - Baskets Hamburg 75:32

Natürlich lief es noch nicht überbordernd für Böhme. Bis zum ersten Dreier (zum 69:26-Zwischenstand, 37.) waren fünf Fehlversuche von jenseits der 6,75 Meter-Linie zu notieren. »Ich glaube, meine Wurfquote war noch nicht so berauschend. Ich muss mich erst wieder reinfinden«, entschuldigte sich der gebürtige Franke fast schon. Dabei war der Erfolg gegen das Tabellen-Schlusslicht eine ungefährdete Sache. Ab dem 5:4 nach drei Minuten zogen die Mittelhessen problemlos gegen den oft überforderten Gast davon und notierten nach dem ersten Viertel eine 22:8-Führung. Ein starkes drittes Quarter (mit einem 23:5-Zwischenergebnis) und eher verhaltene Durchgänge Nummer zwei und vier begleiteten vor 770 Zuschauern in der Buderus-Arena im letzten Heimspiel des Jahres die souveräne Bilanz von 2023. Denn in allen Auftritten des Jahres wurden Siege notiert.

»Heute haben wir Spaß gehabt, am nächsten Samstag wird es ernst«, blickte ein zufriedener RSV-Guard Quinten Zantinge bereits dem Spitzenspiel beim Erzrivalen Thuringia Bulls entgegen. Zuversicht dürfte verbreiten, dass, Zantinge ergänzte, sich die Punkte auf fast die ganze Mannschaft verteilt hatten.

Ähnlich sah es auch Cheftrainerin Janet Zeltinger, die munter durchwechseln und diverse Line-ups ausprobieren konnte. »Wir haben heute unseren Rhythmus wiedergefunden«, meinte sie, nachdem die ausgefallene Weltmeisterschaft im November für eine längere Zwangspause gesorgt hatte. Und im Blick auf die höchst unterschiedlichen Gegner innerhalb einer Woche freute sie sich, dass ihr Team durchweg die Intensität hochgehalten hatte. »Deshalb haben wir viel hoch gepresst.« Was die Hanseaten manchmal hilflos aussehen ließ. Nicht nur dadurch fehlte irgendwie der Glaube, dem Wunsch von BG-Spielertrainer Alireza Ahmadi (»Wir wollen in der ersten Liga bleiben«) Glauben auf Realisierung schenken zu können. Dafür fehlt den Hamburgern nicht nur ein Spieler wie Thomas Böhme.

RSV Lahn-Dill: Choudry (7), Brown (2), Blair (6), Mizan, Beissert (4), Güntner (8), Weiß, Zantinge (2), Fujimoto (16), Böhme (16), Hollermann (14).

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