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Hintereggers Absturz

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Frankfurt (pep). Es gab Zeiten, da wurde Martin Hinteregger gefeiert, wenn er den Ball nur mit voller Wucht hoch und weit nach vorne gebolzt hatte. Selbst am vergangenen Samstag beim 0:2 gegen den VfL Wolfsburg gab es dafür zu Beginn noch Beifall. Solange die Leistungen gestimmt haben, war der Verteidiger von Eintracht Frankfurt Publikumsliebling. Ihm wurde viel verziehen.

Auch die Kollegen haben da schon manchmal ein Auge zugedrückt. Doch der Wind hat sich gedreht. Aus dem lauen Lüftchen zu Saisonbeginn, als es schon nicht so gut gelaufen war, und dem Gegenwind, nachdem er seinen Platz an Hasebe verloren hatte, ist nun ein Sturm geworden, der ihm ins Gesicht bläst.

In Abwesenheit von Makoto Hasebe und Sebastian Rode hat Hinteregger die Adlterträger als Kapitän auf das Spielfeld geführt. Er sollte der Mannschaft Halt geben, sie anführen, vorangehen. Doch hat er dem Druck nicht standgehalten. Trainer Oliver Glasner versucht, den österreichischen Nationalspieler so gut es geht zu schützen. Ihm die 0:2-Niederlage in die Schuhe zu schieben sei sehr oberflächlich. Unstrittig ist aber, dass er gegen Wolfsburg an beiden Gegentoren mit Fehlern direkt beteiligt war. Aber: Auch die Kollegen waren ihm keine Hilfe.

Körperlich nicht fit, am Ball zu limitiert

Die Probleme sind vielschichtig. Körperlicher Überforderung nach der EM, fehelende Vorbereitung im Sommer, Verletzungen. Richtig fit war Hinteregger nie. Der Körper hat in der Folge seinen Tribut gefordert. So die eine Seite, die nachvollziehbare. Es gibt auch sportliche Gründe. Wenn Hasebe fehlt, ist Hinteregger für den Spielaufbau zuständig. Doch dafür fehlen ihm die spielerischen Mittel. Mit seiner »Hoch-und Weit«-Philosophie verändert sich das Spiel der ganzen Mannschaft. Die Fans stehen (noch) zu Hinteregger. Doch auch deren Geduld ist endlich.

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