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HSG-Serie: Der Fall Klimovets

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Wetzlar. Wer sich oberflächlich mit der Bundesliga-Geschichte der HSG Wetzlar befasst, könnte meinen, dass diese nur aus zwei Trainern bestanden hat. Einmal Velimir Petkovic, der nach dem Aufstieg 1998 bis 2004 den Grundstock für die weitere Erstliga-Zugehörigkeit legte, und dann Kai Wandschneider, der in den Jahren von 2012 bis 2021 für besondere Glanzpunkte sorgte.

Es ist erstaunlich, wie viele Übungsleiter neben diese beiden Konstanten auf der Trainerbank die sportlichen Geschicke der Grün-Weißen leiteten. Etwa Gennadij Chalepo.

Der am 2. Januar 1969 in Homel (damals UdSSR) geborene ehemalige Halblinke hatte ab Oktober 2010 zusammen mit Jochen Beppler als Nachfolger von Michael Roth das Sagen. Seine Karriere begann der Rückraumspieler bei SKA Minsk, im Nationaldress war er für die Sowjetunion und Belarus aktiv. Nach seinem Wechsel 1989 nach Deutschland spielte er ab dem Jahr 2000 bei der HSG Wetzlar (und eine Saison beim TV Hüttenberg). 2008 begann er seine Trainerlaufbahn beim TuS Spenge und wechselte 2010 von der zweiten Garnitur der Wetzlarer auf den Erstliga-Trainerstuhl. Nach Rang elf zum Abschluss der Saison 20010/11 musste Chalepo im März 2012 gehen. Auch deshalb, weil die Verpflichtung des weißrussischen und deutschen Nationalspielers Andrej Klimovets wegen eines schon bestehenden Vertrags völlig daneben ging. Nach diversen Trainerstationen coachte Gennadij Chalepo, der seit 2002 deutscher Staatsbürger ist, zuletzt 2020 die zweite Garnitur der Wetzlarer und ist derzeit ohne Engagement.

Wie kam es zu Ihrem Engagement bei der HSG? Wer hat Sie verpflichtet?

Das war damals nach dem Weggang von Michael Roth und dem Ausscheiden von Manager Sascha Schnobrich ein ziemlicher Umbruch bei der HSG. Mich haben Hans Grumbach und der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Hardo Reimann verpflichtet. In dieser Zeit wurde auch die Führung umgestaltet und rückte Manfred Thielmann auf.

Was war das größte Negativerlebnis in Ihrer Zeit bei der HSG?

Negativ war die Entlassung als Trainer, das war für mich das erste Mal. (lacht) Aber nein, das waren super Spiele, die wir gemacht haben. Und dann kam die Verpflichtung von Andrej Klimovets, als sich herausstellte, dass er schon bei einem anderen Verein einen Vertrag unterschrieben hatte. Da waren die Punkte weg. Das hat mich viel Kraft und meinen Job gekostet.

Worüber haben Sie sich am meisten gefreut in dieser Zeit?

Natürlich der Klassenerhalt in der Saison 2010/11, als ich die Mannschaft übernommen habe. Wir haben da wie gesagt super Spiele gemacht, beispielsweise gegen Magdeburg. Wir standen ganz hinten und sind dann in der Abschlusstabelle noch auf dem elften Rang gelandet. Das war die viertbeste Platzierung der HSG bis dahin.

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