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Hüttenberger Tugenden gegen spanische Schule

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Von: Nico Hartung

Hüttenberg. In der Vorwoche hatte Johannes Wohlrab von seiner Mannschaft in deren dritten Anlauf den ersten Heimsieg der Saison gefordert - und seine Schützlinge haben geliefert. Mit einem überzeugenden 33:24 hat der TV Hüttenberg am vergangenen Wochenende die Wölfe Würzburg nach Hause geschickt. An diesem Samstagabend (Anwurf: 19.30 Uhr) sind die Blau-Weiß-Roten bei der SG BBM Bietigheim gefordert.

TVH-Coach Wohlrab darf mit dem bisherigen Saisonstart durchaus zufrieden sein: Nach fünf Spieltagen steht das »Original aus Mittelhessen« derzeit mit 6:4 Punkten auf Tabellenplatz acht. Besonders stolz macht den 36-Jährigen die Tatsache, dass seine Schützlinge die beiden Auswärtsauftritte in Rostock und Dessau-Roßlau für sich entscheiden konnten: »Mit zwei Siegen in der Fremde in die Saison zu starten, das ist schon überragend. Und das zeigt auch, dass wir in Bietigheim punkten können, auch wenn das eine sehr hohe Hürde ist.«

SG Bietigheim - TV Hüttenberg (Samstag, 19.30 Uhr)

Der Star der Bietigheimer Mannschaft agiert nicht auf der Platte, sondern sitzt auf der Bank: Iker Romero hat seit nunmehr anderthalb Jahren das Sagen auf der SG-Kommandobrücke und landete mit dem Team von der Enz am Ende der vergangenen Spielzeit auf Tabellenplatz sechs. Der spanische Weltmeister-Spielmacher von 2005 und Olympia-Vize von 2008 hat gemeinsam mit der Bietigheimer Geschäftsführung zuletzt noch einmal prominent auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Am 15. September gab der Club, der den TVH am Samstag in der Sporthalle am Viadukt empfangen wird, die Verpflichtung von Tom Wolf vom Ligakonkurrenten TuS N-Lübbecke bekannt.

Und bereits am vergangenen Spieltag zeigte der Neue seine Klasse: Beim 33:30-Erfolg gegen den TuSEM Essen steuerte Wolf zehn Tore bei und war auch im Mittelblock des Zweitliga-Vizemeisters von 2018 der überragende Akteur. »Tom konnte uns sofort helfen. Er passt sowohl menschlich als auch von seinen handballerischen Fähigkeiten hervorragend in unsere Mannschaft«, erklärt Bietigheims Geschäftsführer Bastian Spahlinger. Wolf füllt damit jene Lücke, die die aktuell noch verletzten Routiniers Paco Barte und Patrick Rentschler hinterlassen haben.

»Man sieht ganz klar die Handschrift von Iker, insbesondere in der Abwehr. Das ist die spanische Schule«, hat Wohlrab den Spielstil des Gegners per Videostudium bereits genauestens in den Blick genommen. »Sie spielen eine flexible und aktive Deckung, die immer wieder hoch verteidigt. Dazu kommen sie mit einer überragenden zweiten Welle und der schnellen Mitte super in ihr Tempospiel.«

Wirklich warmgelaufen ist der Motor des Rangelften allerdings noch nicht. So gab es zwar bereits drei Siege (neben Essen auch beim HSC Coburg und gegen HC Elbflorenz) zu feiern, allerdings setzte es gegen Überraschungsteam und Aufsteiger VfL Potsdam sowie die Eulen Ludwigshafen auch zwei vermeidbare Niederlagen. »Die Jungs müssen es schaffen, noch konstanter ihre Stärken auf die Platte zu bringen. Manchmal fehlt uns noch ein bisschen die Abgezocktheit«, so Romero.

Sein Gegenüber Wohlrab kann bis auf Kapitän Timm Schneider, der nach seiner Knieoperation im Sommer weiterhin auf dem Weg der Genesung ist, auf den gesamten Kader zurückgreifen.

Damit stellt sich für den TVH-Coach im Tor allerdings auch die Qual der Wahl: Der zuletzt angeschlagene Schweizer Nationalkeeper Leonard Grazioli ist wieder fit, allerdings hat Konkurrent Dominik Plaue am vergangenen Samstag beim Heimsieg gegen Würzburg eine bärenstarke Leistung gezeigt und 14 gegnerische Würfe pariert. Keine leichte Entscheidung also.

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