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»Ich habe es keinem erzählt«

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Freut sich über die Nominierung: der Hüttenberger Dominik Mappes. Foto: Imago © Imago

Hüttenberg. Als Dominik Mappes am vergangenen Freitag nach dem gemeinsamen Kinderturnen mit Sohnemann Mats auf sein Handy blickte, staunte er nicht schlecht. Etliche Mitteilungen hatten ihn erreicht. Freunde und Bekannte wollten es sich nicht nehmen lassen, dem Handballer zu gratulieren.

Nicht zum Geburtstag, sondern zu seiner Nominierung. Alfred Gislason, Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, hat den Rechtshänder, der vor dieser Runde vom TV Hüttenberg zum Bundesligaufsteiger VfL Gummerbach wechselte, nämlich in sein vorläufiges Aufgebot für die Weltmeisterschaft, die im Januar in Polen und Schweden stattfindet, berufen. »Als ich die vielen Nachrichten bekommen habe, war mir dann klar, dass es offiziell ist«, sagt Dominik Mappes, der derzeit einen Muskelfaserriss an der Hüfte auskuriert, heute aber beim Heimauftritt des Traditionsvereins gegen die Rhein-Neckar Löwen wohl wieder zum Einsatz kommen wird. Vorher spricht er aber im Interview über seine Nominierung, seine bisherigen Leistungen und verrät, wie er seine Chancen für das Turnier einschätzt. Ach, und die vielen Mitteilungen vom vergangenen Freitag hat der Spielmacher, der immer noch in Hüttenberg wohnt, mittlerweile auch alle beantwortet. »Zwar mit Verzögerung, aber das war für mich eine Selbstverständlichkeit«, sagt der 27-Jährige, bevor er sich den Fragen stellt.

Dominik, wie haben Sie erfahren, dass Sie im vorläufigen Kader sind?

Gudjon (Valur Sigurdsson, Trainer des VfL Gummersbach, Anm. d. Red.) hat mich bereits vor knapp einer Woche zur Seite genommen und mir gesagt, dass ich dabei bin. Ich selbst habe es keinem erzählt. Selbst meiner Frau habe ich nur gesagt, dass ich auf einer vorläufigen Liste stehe. Am Ende hätte es doch nicht gestimmt (lacht). Als ich am Freitag die vielen Nachrichten bekommen habe, war mir dann klar, dass es offiziell ist. Zu dem Bundestrainer selbst hatte ich keinen Kontakt. Ich freue mich natürlich, dass ich zu diesem 35er Aufgebot gehöre. Das ist eine schöne Bestätigung für mich.

Halten Sie es für möglich, bei der Weltmeisterschaft für Deutschland dabei zu sein?

Ich sehe das realistisch. Ich glaube nicht, dass ich große Chancen habe. Der Bundestrainer weiß sicherlich schon, wer zur Stammbesetzung seines Kaders gehört. Das sind Spieler, die er - beispielsweise von Lehrgängen oder Turnieren - schon gut kennt. Zumal er auch nur eine kurze Vorbereitung auf die WM hat. Da ist es doch logisch, dass er Jungs vertraut, mit denen er zusammengearbeitet hat. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass sich jemand verletzt, aber das wünsche ich niemanden. Ich werde weiterhin versuchen, meine Leistung zu bringen und den Trainer zu überzeugen. Aber nochmal: Ich freue mich sehr, dass ich es überhaupt in den erweiterten Kader geschafft habe. Viele Freunde in Hüttenberg und Umgebung haben immer wieder betont, dass ich es doch verdient habe, endlich mal dabei zu sein. Ich sage aber ganz offen, dass ich damit nicht gerechnet hatte.

Gleich nach Ihrem Wechsel nach Gummersbach haben Sie sofort geliefert und zeitweise sogar die Torschützenliste in der Bundesliga angeführt. Da müssen Sie doch mit der bisherigen Saison, vor allem aber auch mit sich selbst zufrieden sein, oder?

Es ist natürlich schwer, sich selbst zu beurteilen. Das überlasse ich lieber anderen. Aber nur soviel: Bei zwei, drei Spielen finde ich, dass ich nicht so gut war, der Rest hat gepasst. Mir ist es wichtig, dass ich dem Team helfen konnte. Vielleicht auch mit ein paar Treffern.

Aber ich definiere mich nicht über Tore. Das ist nicht meine Hauptaufgabe. Ich möchte das Spiel steuern und meine Kollegen in Szene setzen - und natürlich gewinnen. Ich finde, bisher haben wir eine ordentliche Hinrunde absolviert und können zufrieden sein. In dieser Liga kann bisher jeder gegen jeden gewinnen. Das macht es unglaublich spannend und großen Spaß.

mit Dominik Mappes

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