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Im dritten Anlauf will Lucas Smajek mit dem SVA hoch

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Der Auftakt eines bärenstarken Spiels bei Mitkonkurrent Türkiyemspor: Lucas Smajek will auch am Saisonende die A-Liga-Konkurrenz zum Schweigen bringen. Foto: Bär © Bär

Mit drei Treffern führt Lucas Smajek seinen SV Annerod in der Fußball-Kreisliga A Gießen zum Sieg in Langsdorf. Der Angreifer will aber höher hinaus. Das Ziel ist die Kreisoberliga.

Gießen. Drei Chancen - mehr hat Lucas Smajek nicht gebraucht, um seinen SV Annerod zum elften Saison in der Fußball-Kreisliga A Gießen zu führen. Drei Treffer, mit denen der 27-jährige Goalgetter sein Torekonto auf zehn an der Zahl ausbaute. Und viel wichtiger: Drei Treffer, dank derer der SVA im Ligaklassement an Spitzenreiter Türkiyemspor Gießen dran bleibt. Denn: Die Aufstiegsfrage in der Gießener A-Liga ist umkämpfter denn je, nur drei Punkte trennen Platz eins und drei, auf dem derzeit die Lollarer Eintracht rangiert. Und dazwischen eben die Rot-Weißen aus dem Fernwalder Ortsteil.

»Es war ein sehr holpriges Spiel mit nur wenig Spielfluss«, erinnert sich Lucas Smajek an die zurückliegende Partie bei der FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf, die noch bis zum zurückliegenden Sommer in der klassenhöheren Kreisoberliga kickte. Wenig Spielfluss deshalb, weil der Langsdorfer Rasenplatz selbst vom nassen Unheil heimgesucht wurde. Und doch begann der SV Annerod aus Smajeks Sichtweise gut: Bereits nach zwölf Minuten brachte der Stürmer sein Team in Front, weil einer der Abwehrspieler sehr unglücklich klären wollte, »ich aber dazwischen bin und halb im Fallen den Ball ins Tor schoss«, so Smajek ausführend. Mindestens genauso spektakulär auch der zweite Treffer nach etwas mehr als einer halben Stunde: Aus 18 Metern packte der 27-Jährige das Zielwasser aus und vollendete ebenso platziert wie sehenswert. »In Sachen Abschluss habe ich einen guten Tag erwischt«, lacht Smajek ein wenig verlegen, gesteht aber ein, dass ihm der nasse Rasen und dadurch sehr glitschige Ball entgegenkamen.

Das dritte Tor nach dem Seitenwechsel sei da schon eher der Kategorie Zufall zuzuordnen. In einer Phase, in der die Hausherren mehr Spielkontrolle hatten, nutzte der SVA die freigewordenen Räume für Konter. Bei einem davon habe Lucas Smajek den gegnerischen Torhüter angeschossen. »Irgendwie kam der Ball aber wieder zu mir zurück, plötzlich stand ich vor dem leeren Tor.« Natürlich die Vorentscheidung. Mit ein wenig Glück - das gibt der Angreifer zu, aber dennoch enorm wichtig für die Moral und die eigenen Ansprüche.

Denn eigentlich, so führt Smajek weiter aus, habe sich an der Zielsetzung vor der Saison wenig geändert, »da auch die letzten Jahre so verdammt ärgerlich für uns gelaufen sind.« Etwa in der Saison 2019/20, als nach 19 Saisonspielen die Runde Corona-bedingt zunächst abgebrochen und schließlich per Quotienten-Regelung beendet wurde. Auf Platz sechs stand der SVA damals. Nur eine Saison später war bereits nach neun Partien Schluss: Komplette Annullierung, keine Wertung. Zu der Zeit rangierte Annerod ohne Punktverlust auf Eins. Und im vergangenen Jahr brach die Mannschaft nach bärenstarker Hinrunde in der folgenden Aufstiegsrunde ein. Nun soll der Klassensprung gen Kreisoberliga endlich gelingen - mit zwei Jahren Verspärung.

Dass das aber insbesondere in diesem Jahr alles andere als eine leichte Aufgabe wird, muss man Lucas Smajek nicht zweimal sagen. »Wir waren im Sommer gespannt, wie gut wir in die Runde kommen würden, gerade im Hinblick auf Türkiyemspor oder Lollar«. Beide Teams hatten sich vor Rundenbeginn mit den Hessenliga-erfahrenen Barbaros Koyuncu bzw. Ufuk Ersentürk verstärkt. Seitdem marschieren die drei Teams quasi im Gleichschritt durch die Liga. Das erzeuge natürlich gegenseitigen Druck, bestätigt Smajek, »da wir jeden Punkt brauchen.« Ärgerliche Unentschieden, wie etwa die Nullnummer gegen die Reserve der Männerturner, seien daher doppelt und dreifach ärgerlich. »Da war der vorhergehende 4:2-Sieg bei Türkiyemspor nur noch die Hälfte wert«, so der bei der Firma Roth Angestellte.

Aus diesem Grund sei es seiner Meinung nach schwierig, den Fokus auf ein langfristiges Ziel zu behalten. Wichtiger sei es, auch wenn es eine Floskel ist, von Spiel zu Spiel zu schauen, »zumal wir eben nicht den einen Unterschiedsspieler haben.« Das sei dafür aber die große Stärke seines SV Annerod, bestätigt der Angreifer: »Wir sind nicht von Einzelspielern abhängig, das macht uns weniger ausrechenbar. Ausfälle, mit denen man einfach in der Kreisliga rechnen muss, können wir ganz gut kompensieren.«

Im Kollektiv soll das große Ziel erreicht werden. Die halbe Strecke dahin liegt bereits hinter dem SV Annerod, der die vergangenen Spielzeiten mit ihren bitteren Ausgängen als schützende Rüstung vor sich her trägt. Dadurch ist man bei den Rot-Weißen noch ein wenig enger zusammengerückt. Denn: »Man merkt, dass alle Bock haben, es jetzt endlich zu schaffen.« Dafür bedarf es aber weiterhin u.a. Tore von Lucas Smajek. Der nächste Dreierpack wartet schon.

Lucas Smajek (SV Annerod)

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