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Irgendwo zwischen 3:1 und 6:1

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Yassine Maingad setzt sich gegen Weidenhausens Kilian Krug durch und kommt gegen Torwart Johannes Klotzsch zum Abschluss, ohne allerdings erfolgreich zu sein. Foto: Friedrich © Friedrich

Guter Auftritt des FC Gießen, bei dem es allerdings am Abschluss hapert. Schiedsrichter in der Kritik.

Gießen . Bis Ende Oktober hatte Fußball-Hessenligist FC Gießen seine acht Heimspiele alle gewonnen, im Jahresendspurt jedoch gerät der Motor des Spitzenreiters zuhause ins Stottern. Wobei das am Samstag für das Resultat galt nicht aber für die Leistung - zumindest bis zum Torabschluss.

FC Gießen - SV Weidenhausen 1:1

Eine Woche nach dem 1:1 gegen den FC Erlensee trennte sich der FCG mit dem gleichen Ergebnis auch vom SV Weidenhausen. »Der Punkt fühlt sich nicht gut an«, sagte Trainer Daniyel Cimen in der Nachschau zu 90 Minuten, in denen seine Mannen nicht nur gleich dreimal Aluminium getroffen, sondern darüber hinaus eine Menge glasklarer Möglichkeiten versiebt hatten. »Der Mannschaft kann ich lediglich den Vorwurf machen, dass sie aus der riesigen Anzahl an Chancen nur ein Tor erzielt hat. Das ist sehr bitter und enttäuschend für den Aufwand, den die Jungs betrieben haben, analyisierte der Gießener Coach, der dafür bekannt ist, sich selten zum Schiedsrichter zu äußern, was er diesmal aber bezogen auf Referee Gahis Safi tat. »Heute waren einige fragwürdige Entscheidungen dabei«, ärgerte sich Cimen und meinte insbesondere zwei Szenen. Zum einen die Situation beim Stand von 1:1 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als Eike Görs in höchster Not auf der Linie klärte - oder dahinter? Cimen: »Der Assistent hat ja schon das Tor angezeigt. Da frage ich mich, wofür der Assistent da ist.« Zum anderen war da der Angriff über die linke Seite der Hausherren in der 73. Minute, als der agile Flügelmann Yassine Maingad per Foul in viel versprechender Ausgangsposition gestoppt wurde. Sein Weidenhauser Gegenspieler hatte bereits Gelb gesehen, hier wäre gewiss die Ampelkarte fällig und der FCG in Überzahl in der Schlussphase gegen abbauende Gäste noch deutlicher im Vorteil gewesen. Daniyel Cimen wollte seine Kritik allerding richtig eingeordnet wissen: »Die Entscheidungen des Schiedsrichters sind das eine, wir müssen aber aus diesen Gelegenheiten einfach Tore machen. Das Ding müssen wir irgendwo zwischen 3:1 und 6:1 gestalten.« Am Samstagmorgen hatte das Match dabei noch auf der Kippe gestanden, denn der schmierige Rasen war von Schnee bedeckt, der mithilfe eines Laubbläsers befreit werden musste.

Von Beginn drückte Gießen dem Geschehen seinen Stempel auf und verbuchte durch einen Kopfball von Leonid Akulinin, der nach seiner Verletzungspause erstmals seit Anfang Oktober wieder zum Einsatz kam, die erste nennenswerte Offensivaktion. Aus dem Nichts lag der FCG aber in der siebten Minute durch Sören Gonnermann, der sich in den Rücken der Abwehr gestohlen hatte, mit 0:1 zurück. Keeper Daniel Duschner, der den angeschlagenen Aleksa Lapcic vertrat, verlebte ansonsten einen nahezu beschäftigungslosen Nachmittag. Die Rot-Weißen drängten mit Macht auf den Ausgleich und verzeichneten Hochkaräter in Person von Matheus Beal (19./Pfosten) und Akulinin (20.), ehe Innenverteidiger Adrian Kireski nach einem zu kurz abgewehrten Eckstoß das mehr als verdiente 1:1 markierte (29.). 120 Sekunden darauf verpasste Akulinin mit seinem Pfostenschuss auf Vorarbeit von Deniz Vural das 2:1. Dem Ukrainer sollte auch im zweiten Durchgang das Pech treu bleiben. Einmal war sein Versuch nicht platziert genug (60.), anschließend wurde sein Schuss auf Ablage von Mert Pekesen geblockt (62.). Beals Freistoß küsste den Querbalken, bevor der eingewechselte Pietro Besso zum Matchwinner hätte werden können. Eigentlich Verteidiger, hatte Besso gegen Erlensee das Unentschieden gesichert. Gegen Weidenhausen traf er jedoch nicht. In der 87. Minute köpfte er die Kugel auf ein klasse Zuspiel von Michael Fink am Ziel vorbei und in der Schlussminute flog seine überhastete Abnahme aus fünf Metern über den Querbalken. In der Nachspielzeit zog sich Gahis Safi noch einmal den Unmut der Gießener zu. Den Gießener Torschützen Kireski verwarnte Safi für dessen erstes Foulspiel. Kireski kommentierte die Karte und flog daraufhin mit Gelb-rot vom Platz (94.). »Da hat es mir an Fingerspitzengefühl gefehlt«, monierte Daniyel Cimen, der wohl kaum mehr Freundschaft mit Safi schließen wird: »Er ist leider kein gutes Omen für mich. Im vierten, fünften Spiel mit ihm für mich gab es ebenso viele Gelb-rote Karten.«

FC Gießen: Duschner - Pekesen, Kireski, Fink, Mangafic - Vural (86. Besso), Hagley (66. Mahmuti) - Gärtner (58. Tatchouop), Beal, Maingad - Akulinin.

Weidenhausen: Klotzsch - Görs (88. J. Ullrich), Renke, K. Krug, Beng - M. Krug, T. Ullrich, Stunz, Immig (90.+2 Felmeden) - Gönnermann, Gerbig (90.+4 Schubert).

Tore: 0:1 Gonnermann (7.), 1:1 Kireski (29.). - Schiedsrichter: Safi (Ober-Wöllstadt). - Gelb-rote Karte: Kireski (90.+4). - Zuschauer: 420.

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