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Jagd auf die Füchse

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Gegen den Favoriten aus Berlin die Muskeln spielen lassen: Gennadiy Komok und die HSG Wetzlar erwarten am Samstag die Füchse in der Buderus-Arena. © Röczey

Wetzlar. Till Klimpke musste auch ein paar Tage nach der skurrilen Szene noch leicht schmunzeln. »Da habe ich ihm also auch an seinem Geburtstag ordentlich den Zahn gezogen«, sagte der Torhüter der HSG Wetzlar am Mittwoch, als er auf seine persönliche Siebenmeterbilanz der laufenden Saison gegen Hannovers Johan Hansen und dessen Malheur vom Sonntag angesprochen wurde.

Insgesamt vier Mal war der im Sommer von den Niedersachsen nach Kiel wechselnde Rechtsaußen in Hin- und Rückspiel gegen Klimpke an den ominösen Strich getreten, vier Mal war der Däne kläglich gescheitert.

In den ersten drei Fällen direkt am HSG-Schlussmann, »beim vierten habe ich kurz mit dem Knie gezuckt. Das hat Hansen wohl ordentlich irritiert«, blickte der 24-jährige Rückhalt der Grün-Weißen zufrieden zurück. Der Schütze jedenfalls zog, wie es in der Fachsprache heißt, einmal an, um dann den Ball nach dem Täuschungsversuch einfach nur donnernd auf den Boden, ins Nirwana und nicht einmal annähernd in Richtung Wetzlarer Tor zu befördern. Selten gesehen so etwas.

HSG Wetzlar - Füchse Berlin (Samstag, 18.30 Uhr)

Was das alles mit der kommenden Aufgabe der HSG am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen die Füchse Berlin zu tun hat? Auch die Hauptstädter haben einen ausgewiesenen Strafwurf-Experten, nämlich Hans Lindberg. Der Top-Torjäger der gesamten Handball-Bundesliga wird sich, wenn alles normal läuft, einen solchen Lapsus aber nicht erlauben.

Im Gegenteil: Der 30-Jährige ist nicht nur beim Siebenmeter eine Bank für Berlin. »Die Verteidigung gegen ihn fängt meist schon vorher an. Wir müssen die Zweikämpfe gewinnen, die Isolation auf der rechten Seite gut verteidigen, um damit das Abräumen zu unterbinden«, weiß Ben Matschke. Genauso beobachtet hat der HSG-Trainer, dass die Auftakthandlungen der Füchse meist von Linkshänder Fabian Wiede ausgehen. »Da wirkt er wie ein Playmaker«, sagt der 39-Jährige über den deutschen Nationalspieler. Man könnte einige andere aufzählen, die es zu kontrollieren gilt, um gegen die nach der knappen Niederlage in Magdeburg auf Rang vier zurückgefallenen Mannen von Coach Jaron Siewert erfolgreich zu bestehen. »Natürlich brauchen wir auch auf der Torhüterposition eine Topleistung«, hebt Matschke bezüglich der Qualität eines Dejan Milosavljev warnend den Zeigefinger.

»Wichtig ist dabei, dass wir eine hohe Effektivität beim Wurf und auch im Spielaufbau mit wenig Ballverluste zeigen. Und vor allem brauchen wir einen guten Start, um schnell in die Köpfe der Füchse hineinzukommen«, glaubt der HSG-Coach.

Freude über zweites Deckungssystem

Alle Mann, die nach über zwei Monaten Warten auf den nächsten Sieg in Hannover den »Bock umgestoßen« (O-Ton Geschäftsführer Björn Seipp) haben, sind auch am Samstag mit von der Partie. Also auch Lenny Rubin, der in dieser Woche wieder voll belastbar war. Auf den Schweizer wird es im Angriff genauso ankommen wie auf den am Sonntag acht Mal treffenden Stefan Cavor und Regisseur Magnus Fredriksen. »Außerdem bin ich mit dem Anspruch hierhergekommen, dass wir ein zweites Deckungssystem etablieren. Die Mannschaft nimmt das an, darüber freue ich mich sehr«, verrät Ben Matschke aber nicht, ob er im 6:0- oder im 5:1-Verbund gegen Berlin beginnen wird.

Björn Seipp wiederum wusste am Donnerstagmittag, dass »wir Stand jetzt leider erst 3400 Eintrittskarten verkauft haben. Ich würde mir für unsere Mannschaft wünschen, dass noch ein paar mehr Fans in die Halle kommen.«

Um den Gastgebern nach den knappen Niederlagen gegen Magdeburg und in Kiel endlich mal beim Sieg gegen einen Titelfavoriten Szenenapplaus zu spenden.

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Zuletzt in Hannover bärenstark: HSG-Keeper Till Klimpke. © Ben

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