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»Jetzt kommen die großen Spiele«

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Frankfurt . Im »Herzen von Europa«, so die offizielle Postadresse der Frankfurter Eintracht, träumen sie eigentlich immer von Europa. In diesen Tagen und Wochen in doppelter Hinsicht. Zum einen kämpfen die Frankfurter am Donnerstag (21 Uhr) gegen Betis Sevilla um den Einzug ins Viertelfinale der Europa-League (EL). Nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel mit guten Chancen.

Zum anderen schielen die Hessen nach den beiden jüngsten Siegen in der Bundesliga, 4:1 in Berlin, 2:1 gegen Bochum, auch mit einem Auge wieder auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle. Da ist Platz sieben wieder in Reicheitete. Und genau dieser Platz könnte zur Teilnahme am »dritten Europapokal«, der »UEFA Conference-League«, reichen. Voraussetzung wäre, dass der SC Freiburg oder Leipzig den DFB-Pokal gewinnen. »Der Sport steht immer im Mittelpunkt, aber natürlich wäre es auch wirtschaftlich in diesen Zeiten wichtig, gegen Sevilla weiterzukommen«, sagt Sportvorstand Markus Krösche. Das Viertelfinale würde der Eintracht eine zusätzliche Summe von 1,8 Millionen Euro bringen, unabhängig von den Zuschauereinnahmen. Die könnten sie bei der pandemiegeschüttelten Eintracht gut gebrauchen.

Ebenso wichtig wäre es, auch in der nächsten Saison international zu spielen. Da steht die Eintracht (37 Punkte) im Wettkampf mit dem 1. FC Köln (39 Punkte), Union Berlin (38 Punkte) und dem FSV Mainz 05 (34 Punkte), die sich alle Hoffnungen auf Platz sieben machen können.

Nach dem Aufschwung der letzten Woche ist bei den Frankfurtern wieder Zuversicht eingekehrt. »Bei allen Spielern zeigt die Formkurve nach oben«, sagte Sportchef Krösche nach dem ersten Heimsieg des Jahres. »Jeder Sieg ist gut fürs Selbstvertrauen und bringt die Selbstverständlichkeit zurück«, sagte Trainer Oliver Glasner. Nach zuvor drei Spielen ohne ein einziges Tor haben die Frankfurter nun in den letzten drei Begegnungen acht Tore erzielt. Dies sei ein »wichtiges Puzzleteil«, um im Endspurt der Saison dann doch noch eine gewisse Konstanz in die Leistungen zu bringen.

Der Trainer hat daran großen Anteil. Es ist ihm gelungen, die Statik des Spiels zu verschieben, nur ein ganz klein wenig, aber doch mit gravierenden Folgen. Durch den Einsatz des eher offensiv denkenden Ansgar Knauff auf der rechten Seite wird die linke Seite mit Filip Kostic entlastet. Die Frankfurter greifen nicht mehr nur einseitig an. Knauff ist damit ein wichtiges Teil des Puzzles, auch wenn der junge Neuzugang aus Dortmund noch fehlerhaft spielt. Aber er bringt Tempo mit, genau wie Jesper Lindström und Filip Kostic. Da auch Daichi Kamada wieder in Form gekommen ist, sieht das gesamte Frankfurter Angriffsspiel wieder stimmiger aus. Wenn jetzt noch Rafael Borré neben seinem unermüdlichen Einsatz ein bisschen mehr Ruhe beim Abschluss findet und Knauff und andere vor lauter Rennen und Sprinten und Spurten noch ein bisschen mehr Überblick beim Abspiel hätten, würden noch mehr Tore fallen.

Oliver Glasner strahlt einen unerschütterlichen Optimismus aus. Selbst in den Wochen der Erfolgslosigkeit war er sicher, »dass wir bald zurück in die Spur finden«. Jetzt sind sie wieder in der Spur. Glasner vergisst nicht zu mahnen, aber vielmehr fördert er die Euphorie. »Wir sollten uns jetzt freuen, aber bodenständig bleiben«, riet er den Spielern nach dem Erfolg gegen Bochum, »in vier Tagen müssen wir diese Leistung wieder bestätigen.« Er sagte aber auch: »Ich sehe den nächsten Spielen mit einer Riesenfreude entgegen.« Glasner weiß, dass er sich gerade auf seine Stars wieder verlassen kann. »Große Spieler entscheiden große Spiele«, bemüht der Frankfurter Trainer einen Spruch aus dem Buch der Fußball-Weisheiten, »und jetzt kommen die großen Spiele.« Worte, die zusätzlicher Ansporn sein sollen für Kevin Trapp, seit Wochen in Bestform, für Martin Hinteregger, noch fehleranfällig, aber auf dem aufsteigenden Ast, für Djibril Sow, der immer mehr zur Führungsfigur wird, und für Filip Kostic, der körperlich wieder auf der Höhe ist.

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