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»Jetzt schlagen wir Barcelona«

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Frankfurt (pep). 1:2 gegen den SC Freiburg, schon die fünfte Heimniederlage der Rückrunde, Platz 16 in der Heimtabelle. Die Chancen auf eine Europacup-Teilnahme in der nächsten Saison sind für die Frankfurter Eintracht damit auf ein Minimum geschrumpft.

Es sei denn, die Frankfurter gewinnen tatsächlich am Donnerstag das Viertelfinal-Rückspiel in der Europa-League beim FC Barcelona (Hinspiel 1:1). Zumindest öffentlich sind davon alle überzeugt. »Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen«, sagte Sportvorstand Markus Krösche, »jetzt fahren wir da hin und schlagen die.« Der Trainer sieht es genauso. »Wir sind noch im Europapokal, wir brauchen also nicht über die nächste Saison zu sprechen«, sagte Oliver Glasner, »wir versuchen die EL gewinnen, dann sind wir in der Champions-League dabei.« Ist das das Pfeifen im Walde oder ist die Eintracht international tatsächlich so viel stärker als national?

Geht’s nach dem Freiburger Trainer Christian Streich, haben die Frankfurter auch im Camp Nou gute Chancen. »Ich kann nur den Hut ziehen, welche Power diese Frankfurter Mannschaft hat«, sagte Streich, »ich werde am Donnerstag vorm Fernseher sitzen und der Eintracht die Daumen drücken.«

Gleich nach dem Abpfiff hatte Streich dem Kollegen Glasner seine Hochachtung für die Leistung übermittelt. »Heute hat uns das Pech zermürbt«, sagte Glasner, »ich werde den Jungs aber die Komplimente von Christian weitergeben.« Eine Stunde hatte es nach der unglücklichen und unverdienten Niederlage gedauert, dann hatte der Eintracht-Trainer begonnen, den Hebel umzulegen. Freiburg schnell vergessen, allen Fokus auf »Barca« legen, das war das Mittel der Wahl. »Ich habe mich über mich selbst geärgert, wie niedergeschlagen ich war«, räumte Glasner ein. Dabei könne er mit der Leistung »sehr zufrieden« sein, »die Jungs haben ein gutes Spiel gemacht.«

Nach dem ersten Frust hat er am Wochenanfang begonnen mit vollem Engagement den erhofften Coup in Spanien vorzubereiten. Gemeinsam mit seinen Trainerkollegen hat er sich das Hinspiel gegen Barca nochmal angeschaut, auch andere Video-Ausschnitte seziert. »Und jetzt überlegen wir, was wir tun«, gab er einen Einblick in die Vorbereitung, »wir werden uns sogar Gedanken machen, welche Gedanken sich Kollege Xavi nach dem Hinspiel macht.« Eine Art Schachspiel auf der Trainerebene.

Barcelona steht zwar aktuell mitten in einer unglaubliche Erfolgsserie (15 Spiele ohne Niederlage in der Liga), aber in Topform sind sie nicht (mehr). In Frankfurt war die Eintracht eher besser, im Ligaspiel am Sonntagabend brauchten sie eine gehörige Portion Glück, unter anderem einen gehaltenen Elfmeter von Marc-André ter Stegen, um in der Nachspielzeit 3:2 gegen den Vorletzten Levante zu gewinnen. Das alles reicht freilich noch nicht, um die Eintracht im Vorfeld auf Augenhöhe zu bringen.

Personell kann die Eintracht nicht aus den Vollen schöpfen. Tuta ist nach »Gelb-Rot« aus dem Hinspiel gesperrt.

Die Fans haben sich schon auf den Weg gemacht. Die ersten sind bereits am Montag in der katalanischen Metropole eingetroffen, am Dienstag und Mittwoch und Donnerstag wird die Stadt von Frankfurtern geflutet. Bis zu 30 000 Eintracht-Anhänger werden in Barcelona erwartet.

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