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Jubel nach gefühltem Sieg

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Von: Nico Hartung

DRESDEN. Am Ende besaßen sie sogar noch die Chance auf den Sieg. 13 Sekunden vor Schluss und beim Stand von 27:27 (13:13) nahm Johannes Wohlrab eine letzte Auszeit, um seine Schützlinge noch einmal auf den letzten Spielzug einzuschwören.

HC Elbflorenz - TV Hüttenberg 27:27

Knapp anderthalb Minuten später und nach einem Abschluss von Hendrik Schreiber sowie einem allerletzten Freiwurf von Ian Weber war dann jedoch klar: Die Akteure des TV Hüttenberg mussten sich im Zweitliga-Auswärtsspiel beim HC Elbflorenz mit einer Punkteteilung begnügen. Es war ein Endresultat, das dem Spielverlauf gerecht wurde und sich für den Gast aus Mittelhessen und dessen Verletzungsmisere im Nachhinein zumindest ein bisschen wie ein Sieg anfühlte.

Beiden Teams war in der Anfangsphase anzumerken, dass sie die erlittene Niederlage unter der Woche - Elbflorenz hatte am Mittwochabend mit 25:34 in Essen, der TVH mit 24:26 im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen verloren - wettmachen wollten. Die Hüttenberger, die ohne die Rückraumspieler Dominik Mappes und Joel Ribeiro sowie ohne das Kreisläufer Duo Vit Reichl/Moritz Zörb antraten, machten ihre Sache dabei zu Beginn wesentlich besser. Die Blau-Weiß-Roten agierten im Angriff schnell und schnörkellos, wiesen eine dementsprechend hochprozentige Wurfquote auf und führten nach einer knappen Viertelstunde und dem bereits vierten Tagestreffer des bärenstarken Niklas Theiß mit 9:4. Die Dresdner wirkten ob der forschen Gangart der Hüttenberger etwas überrascht, fingen sich jedoch spätestens dann wieder, als TVH-Trainer Johannes Wohlrab seiner Startsieben nach und nach erste Verschnaufpausen gönnte. Angetrieben von 782 Schaulustigen in der heimischen Ballsportarena verkürzte der HCE-Halblinke Nils Kretschmer durch ein »Empty-Net-Goal« zunächst auf 11:12 (25.), ehe Henning Quade sich gegen seine beiden Widersacher Tobias Hahn und Ryuga Fujita am Kreis durchsetzen und den 12:12-Ausgleich erzielen konnte (26.), dem kurz darauf der 13:13-Halbzeitstand folgte.

Waren es in der ersten Hälfe noch die Hüttenberger gewesen, die sich einen Vorteil hatten erspielen können, war zu Beginn der zweiten Hälfte der HCE die tonangebende Mannschaft. In der TVH-Offensive hakte es, was die Gastgeber auszunutzen wussten. Sebastian Gress schloss eine doppelte Hüttenberger Unterzahl mit dem 15:13 ab, Mindaugas Dumcius erhöhte per Tempogegenstoß Sekunden später auf 16:13 (35.).

Doch im Gegensatz zum ersten Durchgang blieben die Hüttenberger in den darauffolgenden Minuten stabil - vor allem auch deshalb, weil Wohlrab seine erste Rückraum-Formation um Schreiber, Weber und Theiß fast die gesamte zweite Hälfte durchspielen ließ. Und auf Rechtsaußen tat Tristan Kirschner das, was er bereits unter der Woche gegen Nordhorn getan hatte: Fünf Mal feuerte der Linkshänder das Harzleder in Richtung Dresdner Gehäuse, fünf Mal war er dabei erfolgreich, unter anderem zum 20:20-Zwischenstand eine Viertelstunde vor dem Ende.

In der nun folgenden spannenden Schlussphase, die dank der umsichtigen EM-Final-Schiedsrichter Tobias Tönnies und Robert Schulze jedoch nie hektisch wurde, schaffte es keines der beiden Teams mehr, sich entscheidend abzusetzen. Elbflorenz legte meist vor, Hüttenberg, wie beim 26:26 durch Theiß‹ herrlichen Kempa in der 58. Minute, glich aus. Dank der achten Parade von TVH-Schlussmann Dominik Plaue und Kirschners anschließendem fünften Tagestreffer zum 27:26 knapp eine Minute vor dem Ende war jedoch klar, dass die Hüttenberger den letzten Trumpf würden ausspielen können. Doch Quade glich postwendend zum 27:27-Endstand aus, und der letzte Hüttenberger Angriff resultierte in keiner aussichtsreichen Wurfmöglichkeit mehr.

Elbflorenz: Mohs (bis 21.), Huhnstock (ab 21.) - Zobel (1), Emanuel (3), Dierberg (7/4), Buschmann, Dumcius (6), Kretschmer (1), Jungemann (1), Stavast (1), Gress (3), Vanco, Klepp, Schulz, Quade (4), Wellner.

Hüttenberg: Plaue, Rüspeler (41.-51.) - Schwarz (2), Kneer (1), Kirschner (5), Opitz, Theiß (7), Fujita, Weber (7), Rompf (1), Hahn, Tietböhl, Klein (1), Jockel (1), Schreiber (2).

Schiedsrichter: Tönnies/Schulze (Magdeburg) - Zuschauer: 782 - Zeitstrafen: Hüttenberg fünf (Schreiber, Weber, Opitz zwei, Kneer), Elbflorenz zwei (Kretschmer, Schulz).

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