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Jugend forsch(t) in der Kreisoberliga

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Und ab die Post: Nico Götz (gelbes Trikot) macht für Wieseck bei den A-Junioren und in der Kreisoberliga Süd ordentlich Meter - und Tore. © Schepp

Gießen . Nach eher unschönen Nachrichten in der Winterpause im Zuge des Rücktritts von Trainer Matthias Günther schreibt die TSG Wieseck in der Meisterrunde der Kreisoberliga Süd bislang aus sportlicher Sicht äußerst positive Schlagzeilen. Das Vorhaben, ein gewichtiges Wörtchen um den Aufstieg mitzusprechen, untermauerte das Team der neuen Übungsleiter Stefan Frels und Martin Selmo mit zwei fulminanten Auftaktsiegen.

Sechs Punkte und 16 Tore zu Beginn sind ein deutliches Statement. Im Kampf um die Gruppenliga setzen die Wiesecker nun auch auf den eigenen Nachwuchs und ließen in den Spielen gegen die SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod (10:1) und die SG Treis/Allendorf (6:2) zahlreiche A-Junioren-Hessenligaspieler auflaufen, für die unser »Spieler der Woche« stellvertretend steht. Offensivkraft Nico Götz beteiligte sich an den beiden Schützenfesten bereits mit vier Treffern.

»Die ersten beiden Spieltage sind für uns natürlich perfekt gelaufen. Zum einen, weil wir selbst starke Leistungen gezeigt und Siege eingefahren haben, zum anderen aber auch, weil alle anderen Spiele der Meisterrunde bislang unentschieden ausgingen«, führt der aus Braunfels stammende 18-Jährige, der seit der U14 für die TSG am Ball ist, aus und fügt noch an. »Unser Ziel ist es, den Aufstieg zu schaffen, und ich denke, dass wir in dieser Hinsicht schon mal ein Zeichen gesetzt haben. Aber wir wissen auch, dass da noch viele Hürden auf uns warten und wir unsere Leistung jede Woche abrufen müssen.«

Probleme, sich an den Aktivenbereich zu gewöhnen, hatte Götz bislang nicht. Dass gleich mehrere seiner A-Junioren-Kollegen gleichzeitig im Kreisoberliga-Team aufgelaufen sind, sieht der Stürmer als klaren Vorteil an. »Ich glaube, von den Offensivkräften waren sogar alle schon am Ball. Das ist natürlich absolut hilfreich, weil wir uns zum einen kennen und wir zum anderen auch eingespielt sind. Ein weiterer Vorteil für uns war, dass wir die ersten beiden Spiele zuhause austragen konnten, der Kunstrasenplatz hilft schon sehr, einen guten Ball zu spielen«, weiß Götz, dem auch in den ersten drei A-Juniorenspielen des Jahres 2022 bereits sieben Treffer gelungen waren.

Die Nachwuchskraft weiß aber auch, dass da noch völlig andere Aufgaben wie beispielsweise am kommenden Sonntag warten, wenn es auf dem Rasenplatz in Bellersheim gegen die SG Obbornhofen/Bellersheim zur Sache geht. Als mahnendes Beispiel führt der 18-Jährige sein einziges Spiel an, das er im Laufe der Hinrunde für die TSG-Herren bestritten hat. »Da haben wir bei der FSG Lumda/Geilshausen gespielt. Der Platz war aufgrund des Regens unheimlich tief. Es war kaum ein geordneter Spielaufbau möglich, und obwohl mir direkt mein erstes Tor gelungen ist, hatten wir am Ende keine Chance und haben mit 1:5 verloren. Und auch die ersten Spiele der Meisterrunde zeigen, dass vor allem auswärts harte Brocken auf uns warten, auch gegen Akteure, die schon über reichlich Erfahrung im Männerfußball verfügen. Darauf müssen wir uns einstellen und dann nicht nur Fußball spielen wollen, sondern auch den Kampf annehmen.« Den Spaß am Spielen in der Kreisoberliga haben aber nicht nur die ersten Siege verliehen, sondern auch die Tatsache, dass Götz und seine Alterdkollegen äußerst gut aufgenommen worden sind. »Die Jungs sind wirklich super und tun alles, um uns voll zu integrieren.«

Mit den ersten sechs Punkten sei aber bislang noch nichts gewonnen, sondern allenfalls eine gute Grundlage gelegt. Hinzu kommt, dass parallel auch die A-Junioren-Saison seit einigen Wochen fortgesetzt wird, in der sich die TSG als Tabellendritter bereits für die Meisterrunde qualifiziert hat und am Samstagvormittag zum Abschluss der Hauptrunde noch bei Spitzenreiter SV Wehen-Wiesbaden gefordert ist. Dass die Doppelbelastung allerdings zum Problem werden würde, glaubt der Wiesecker Kicker eher nicht. »Es ist schon so, dass wir auch unser Augenmerk auf die U19 richten. Deshalb sind die Spiele auch immer samstags, damit wir frisch in die Partie gehen können. Aber zum einen denke ich, dass bis Sonntagnachmittag dann genug Zeit zur Erholung bleibt, zum anderen folgt nach der Begegnung gegen Wehen-Wiesbaden ohnehin eine dreiwöchige Pause«, sagt Götz.

Er selbst sieht sich auf dem Feld am liebsten im Sturmzentrum, agierte im Herrenteam zuletzt aber meist über die rechte Seite, was ihm auch keine Probleme bereitet hat. »Ich lebe, denke ich, auch von meiner Schnelligkeit und kann die auch dort gut ausspielen. Zudem kann ich auch meinen Körper gut einsetzen. Ich möchte mit vielen Toren dazu beitragen, aber für mich steht der Erfolg der Mannschaft über allem«, so der Youngster, der sich aber auch noch weiterentwickeln muss. »Vor allen Dingen will ich natürlich Erfahrungen sammeln und mich möglichst schnell an die Härte und die Physis im Aktivenbereich gewöhnen. Am wichtigsten ist aber, dass ich verletzungsfrei bleibe und beiden Mannschaften weiter helfen kann!«

Der Start für die TSG Wieseck und Nico Götz war verheißungsvoll, und sowohl der Verein als auch seine Spieler hätten sicherlich nichts dagegen, wenn es auch künftig diesbezüglich ausnahmslos positive Schlagzeilen gibt.

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