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Kampfsieg mit Wermutstropfen

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Von: Angelika Schepp

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Überragt sie alle: Der Licher Finn Jakob bringt den Ball erfolgreich gen Korb. Foto: Schepp © Schepp

Gießen (cnf). Dank einer kämpferisch starken Leistung im letzten Viertel trotzten die Korbjäger von Lich Basketball am Sonnabend ihren Personalsorgen sowie einem langanhaltenden Rückstand im Spiel gegen den MTV Kronberg. Am Ende setzten sich die Mittelhessen gegen ihre nach wie vor punktlosen Gäste im Klassement der 1. Regionalliga Südwest mit 72:66 durch - für die Wetterstädter war es der erste Sieg nach zuletzt drei Niederlagen in Serie.

Lich Basketball - MTV Kronberg 72:66

»Das war schon befreiend, aber es war auch ein Kampfsieg«, kommentierte ein erleichterter LB-Headcoach Viktor Klassen nach dem Abpfiff. Die Licher Garde konnte gegen den MTV lediglich mit acht Akteuren antreten, da unter anderem die beiden Brettspieler Johannes Lischka sowie Julian Bölke gesundheitsbedingt fehlten. Darüber hinaus hatte auch noch Point Guard Kevin Hoxhallari seine Teilnahme aus privaten Gründen kurzfristig absagen müssen.

Dennoch startete die Heimmannschaft ordentlich und kombinierte in der Vorwärtsbewegung ansehnlich. »In der Verteidigung gab es aber immer wieder Unstimmigkeiten. Und obwohl wir das direkt angesprochen haben, haben wir es nicht in den Griff bekommen«, resümierte Klassen. Trotz eines guten Zugs nach vorne, fanden die LB-Würfe zudem zu selten ihr Ziel, sodass die Gäste bis zur ersten Viertelpause mit fünf Zählern vorne lagen 13:18 (10.).

Auch im zweiten Durchgang wahrten die angereisten Taunusstädter die Dominanz und bauten, angeführt von ihrem in der ersten Hälfte gut aufgelegten »Big Man« Florian Dietrich (16 Punkte), ihren Vorteil weiter aus (15:29, 15.). Nach einer Auszeit in der Mitte des Abschnitts fand Lich besser in die Spur und vermochte bis zum Erklingen der Halbzeitsirene wieder etwas aufzuschließen (27:34, 20.).

Besserung nach dem Seitenwechsel

Nach dem Kabinengang schenkte Jannik Ribbecke dem Gegner aus Kronberg erstmal zwei Drei-Punkte-Treffer ein (39:39, 22.), doch die Wende wurde damit noch nicht eingeläutet. Der MTV zog erneut auf zehn Punkte davon und es dauerte einige Minuten, ehe Lich wieder zurückschlug (51:54, 30.).

Die Grundlage für den späteren LB-Sieg stellten zu Beginn des Schlussakts fünf Dreier in Folge dar, Till Wagner besorgte in diesem Zug in der 36. Minute erstmals wieder die Licher Führung (62:59). Kronberg wehrte sich in der Crunchtime (65:66), doch das Klassen-Team blieb konzentriert und führte 30 Sekunden vor Ende die Vorentscheidung von der Freiwurflinie aus herbei (70:66, 40.).

Bei aller Freude über den Triumph stellte sich auf Licher Seite auch ein fader Beigeschmack ein: Finn Jakob hatte sich in einer letzten Aktion den Daumen ausgekugelt und musste direkt ins Krankenhaus gebracht werden. »Das war so ein Dämpfer - trotz des Sieges«, so Viktor Klassen, der insgesamt natürlich stolz war: »Wir haben gefightet und bis zum Schluss an uns geglaubt. Das Team hat es trotz der kleinen Rotation sehr gut gemeistert.« Ein Extralob, vor allem für die Arbeit an den Brettern, gab es für »Double-Double«-Scorer Yannik Ribbecke (25 Punkte, 13 Rebounds) sowie für Felix Schweizer (9 Punkte, 10 Rebounds).

Lich Basketball: Chromik, Sann, Keller (13), Wagner (13), Schweizer (9), Roith (4), Ribbecke (25), Jakob (8).

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