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Kein Grund, sich zu verstecken

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Von: Christian Nemeth

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Das Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz und diese Licher sollen es richten (v.l.): Headcoach Viktor Klassen, Assistant-Coach Lucas Nasev, Johannes Roith, Till Wagner, David Sann, Cedric Ohly, Carl Chromik, Finn Jakob, Hanno Kotulla, Johannes Lischka, Nils Pompalla, Julian Bölke, Rene Keller, Yannik Ribbecke, Athletiktrainer Michael Stephan, Physiotherapeut Sebastian Katzenbach. Es fehlen: Felix Schweizer, Kevin Hoxhallari und Paul Hungenberg. Foto: Erll © Erll

Gießen (cnf). Vier Jahre in der 2. Basketball-Regionalliga Südwest waren genug, ab dem kommenden Wochenende wartet ein neues Abenteuer auf die Korbjäger von Lich Basketball: Als Aufsteiger geht das Team um Headcoach Viktor Klassen, der bereits sein fünftes Amtsjahr an der Wetter bestreitet, in der 1. Regionalliga Südwest, der vierthöchsten Spielklasse des Landes, an den Start.

Zum Auftakt gastieren die Mittelhessen bei den SV Fellbach Flashers (Samstag, 17.30 Uhr).

Bereits im vergangenen Mai hatten die Brauereistädter in der Halle mit lockeren Trainingseinheiten begonnen, die offizielle und mannschaftliche Vorbereitung startete jedoch erst im August. Was Klassen hier bislang zu sehen bekam, stimmt ihn für die anstehenden Aufgaben optimistisch: »Ich bin zuversichtlich: Wenn wir im Training sind, dann geben die Jungs immer Vollgas.«

Durchwachsene Testspiel-Ergebnisse

Ende August bestritt das LB-Team ein erstes Testspiel gegen den neuen heimischen ProB-Ligisten Gießen Pointers, kassierte hierbei allerdings eine deutliche Pleite. Allerdings: Dem Klassen-Team fehlten in dem freundschaftlichen Duell gleich acht Akteure. »Wir haben da ganz schön einen auf den Deckel bekommen, aber manches sah auch schon ganz gut aus«, so der Licher Übungsleiter, dessen Farben wiederum Anfang September ein weiteres Testspiel gegen den TV Langen deutlich für sich verbuchen konnten.

Tatsächlich war zuletzt der eine oder andere Spieler angeschlagen, darunter auch Routinier Nils Pompalla. Klassen geht jedoch davon aus, dass zum ersten Sprungball alle seine Schützlinge wieder mit an Bord sein können.

In personeller Hinsicht bestätigen die Mittelhessen derweil die alte Sportler-Maxime: »Never change winning team.« Negative Veränderungen im erfolgreichen Aufstiegskader, zumindest in Form von Abgängen, gab es nämlich keine. Stattdessen verstärkten sich die Licher noch etwas, wobei vor allem ein Name ins Auge sticht: Johannes Lischka. Der Ex-Nationalspieler kehrt von den mittlerweile aufgelösten Gießen 46ers Rackelos aus der ProB zurück, hat hier einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Für den 35-jährigen Forward ist es bereits das dritte Engagement in Lich. Ein Comeback, das vor allem Viktor Klassen freut: »Johannes Lischka kann uns in dieser Liga auf jeden Fall weiterhelfen. Letztes Jahr war er der viert- oder fünftbeste Spieler in der ProB. Klar, Deutschland kennt Johannes Lischka, man wird ihn sicher doppeln - die meisten unserer Spieler werden aber davon profitieren.«

Ergänzt wird das LB-Aufgebot ferner durch zwei Youngsters: Pointguard Hanno Kotulla (eigene Jugend) soll bei der ersten Licher Garde ebenso erste Erfahrungen sammeln, wie NBBL-Spieler David Sann.

Vorab vermag Klassen, der auch in dieser Runde wieder von seinem Co-Trainer Lucas Nasev unterstützt wird, die neue Spielklasse nur schwer einzuschätzen: »Das lässt sich alles nicht so leicht sagen. Letztes Jahr war hier Stuttgart weit oben, hat aber am Ende der Saison sieben oder acht Spiele verloren. Klar, wir haben letztes Jahr eine super Runde gespielt, aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen.« Duckmäuserisch möchte sich der Licher Trainer im Vorfeld allerdings nicht geben und macht das auch bei der Skizzierung der eigenen Saisonziele deutlich: »Wir sind selbstbewusst, das musst Du auch sein, sonst wirst Du nicht ernstgenommen. Wir wollen natürlich definitiv die Klasse halten. Ich sage nun nicht, dass wir auf Platz eins bis vier landen müssen, aber wenn wir alle gesund bleiben, dann hoffe ich, dass am Ende ein einstelliger Tabellenplatz herauskommt.«

Einen ersten Gradmesser haben die Wetterstädter am Sonnabend in Fellbach, im Großraum Stuttgart, vor der Brust, ehe eine Woche später das erste Heimspiel gegen die TSG Reutlingen Ravens auf dem Programm steht. Dann übrigens dürfte wieder ein besonderer Trumpf der Licher zum Zug kommen: Die enorme und lautstarke Unterstützung durch die Anhänger in der eigenen Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle, in der bereits im vergangenen Jahr zum Teil mehr Gäste vorbeischauten als bei so manchem ProA-Spiel.

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