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Kein gutes Ende im Drama

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Gesenkte Köpfe: Der Frust nach der knappen Niederlage in Braunschweig sitzt bei den Gießen 46ers tief. © Krause

Die Gießen 46ers unterliegen im Bundesliga-Duell bei den Löwen Braunschweig denkbar knapp mit 69:71.

Gießen. »Es tut gut, ein paar alte Freunde zu sehen«, freute sich Pete Strobl, Cheftrainer der Gießen 46ers, vor dem Sprungball in der Basketball-Bundesliga bei den Löwen Braunschweig. Immerhin war Strobl erst zu Saisonbeginn von Niedersachsen an die Lahn gewechselt. Kein Wunder, dass dieser bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte mehr denn je auf einen Sieg hoffte. Nur etwas mehr als zwei Stunden später blieb nach der 69:71-Niederlage von dieser Hoffnung nicht viel übrig.

Löwen Braunschweig - Gießen 46ers 71:69

Denn sagen wir es so: Genügend Geschenke haben die Hausherren durchaus verteilt. Nur wussten die Gießener zumeist nicht, diese zu nutzen. Mehr noch: Sie verteilten selbst welche. Sei es Kilian Binapfl zunächst von der Freiwurflinie oder Florian Koch mit gleich zwei vergebenen Würfen von der Drei-Punkte-Linie (3.). So fand in der Anfangsphase nur einer von insgesamt neun Versuchen den Weg in die Braunschweiger Reuse (2:6, 4.). Immerhin: Jalon Demarco »JD« Miller, erst zwei Stunden vor Spielbeginn offiziell von den 46ers als Neuzugang vorgestellt, machte auf sich kurz aufmerksam (4:8, 5.).

Die Probleme bei den Mittelhessen blieben dennoch bestehen. Leichtfertige Ballverluste machten dem Spiel der 46ers immer wieder schwer zu schaffen. Sinnbildlich ein Pass von Maximilian Begue auf Kendale McCullum, den der Braunschweiger Owen Klassen im direkten Gegenzug direkt zu bestrafen wusste (6:10, 6.).

Dass aber auch die Löwen im Abstiegskampf stecken, machte sich immer wieder bemerkbar. Diese vermochten die Fehler der 46ers zu selten zu bestrafen. Ein komfortables Polster erspielte sich bis zum Ende der ersten Sequenz keines der beiden Teams (13:17, 10.).

Das Bild änderte sich auch im Laufe des zweiten Viertels nicht, beiden Seiten unterliefen zu viele Fehler: Die Gießener kämpften gegen die eigene Trefferquote, die Braunschweiger gegen die eigenen Ballverluste (15:23, 13.). Dann aber mit die beste Phase des Strobl-Teams, das nach einem satten 11:0-Laufes nicht nur herankam, sondern erstmals die Führung inne hatte (26:25, 17.). Die Braunschweiger Auszeit brachte die Löwen in der Folge aber wieder auf Kurs, insbesondere der Ex-Gießener Robin Amaize drehte mit sieben Punkten den Spieß wieder herum (31:35, 20.).

Nach dem Pausentee zeigten sich die 46ers schließlich nicht nur stabiler in der Defensive, sondern vor allem auch treffsicherer am Korb. Florian Koch - zuvor oft genug von der Dreier-Linie vom Pech verfolgt - brachte seine Farben auf einen Zähler heran, Phillip Fayne demonstrierte ebenso seine Korbjäger- und Neuzugang Miller seine Block-Qualitäten (42:39, 24.).

Gießen hatte nun einen Lauf, die zuvor mauen Scorerwerte besserten sich merklich. Bis zum Ende des dritten Drittels, in dessen Verlauf nochmals Koch sowie McCullum und der erneut starke Nuni Omot jeweils drei Zähler aus der Ferne beisteuerten, arbeitete sich das Strobl-Team einen Sechs-Punkte-Vorsprung heraus (57:51, 30.).

Ex-Gießener Amaize bringt Löwen heran

Nachdem Omot zu Beginn des finalen Aktes auf 62:56 gestellt hatte, wähnten sich die Mannen von der Lahn allerdings wohl zu früh auf der Siegerstraße. Wieder zog der Schlendrian ins Gießener Spiel ein, wieder wurden viele Punkte ungenutzt liegen gelassen. Die Mittelhessen verpassten es, trotz weiterhin vieler Fehler im Braunschweiger Spiel, sich entscheidend abzusetzen. Dass es in der Folge einmal mehr der Ex-Gießener Robin Amaize war, der für die Niedersachsen von der Freiwurflinie den Ausgleich markierte, passte ins Bild (67:67, 38.).

Zwei spannende Schlussminuten waren somit auf den Weg gebracht - mit dem schlechteren Ende für die Gäste. David Krämer brachte nur 56 Sekunden vor Ertönen der Schluss-Sirene die Hausherren final in Front (70:69).

Eine Auszeit durch Pete Strobl sollte seinen Mannen die letzte Fokussierung bescheren, eine schnelle Antwort blieb den Gießenern trotz letzter Bemühungen jedoch versagt: Zunächst wurde das Solo von McCullum durch Klassen geblockt (14 Sekunden), dann vergab Omot die letzte Chance mit einem Offensivfoul an Luc van Slooten (5 Sekunden). Letzterer markierte von der Freiwurflinie mit dem 69:71 das Ende eines qualitativ mauen Bundesliga-Spiels - mit hochdramatischem Finale.

Löwen Braunschweig: Krämer (17), Amaize (14), Brown (9), Klassen (7), van Slooten (6), Peterka (6), Turudic (5), B. Tischler (3), N. Tischler (2), Sehnal (2), Rosch, Fru.

Gießen 46ers: Omot (14), Koch (11), Williams (10), McCullum (8), Anderson (8), Begue (6), Miller (4), Fayne (4), Nawrocki (3), Binapfl (1), Bryant.

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