1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Keine Lust auf dumme Sprüche

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nico Hartung

gispor_1002_hofmann_1102_4c
Jannik Hofmann. © dpa

Hüttenberg . Seinen wohl emotionalsten sportlichen Erfolg erlebte Jannik Hofmann im Sommer 2017. Als Aufsteiger hatte er mit dem TV Hüttenberg das Unmögliche möglich gemacht und mit den Blau-Weiß-Roten den Durchmarsch von der Drittklassigkeit in die Handball-Bundesliga geschafft.

Knapp viereinhalb Jahre später trägt Hofmann das Trikot der Eulen Ludwigshafen, denen er sich im Juli 2018 anschloss. Was folgte, waren drei Jahre Bundesliga-Handball, in denen Hofmann jedoch häufig von Verletzungen geplagt war: Im Winter 2020 riss er sich bei einem Vorbereitungsturnier in Öhringen das vordere und das hintere Kreuzband sowie das Außenband, es folgten bis zum Comeback im Oktober 2021 18 lange Monate Zwangspause. Auch am Mittwochabend, als die Eulen ihr Heimspiel gegen Verfolger ASV Hamm-Westfalen mit 26:25 gewannen, fehlte der Linksaußen. »Ich war zuvor positiv auf Corona getestet worden und durfte erst am Dienstag aus der Quarantäne. Alle Untersuchungen sind gut verlaufen, so dass ich hoffe, der Mannschaft am Samstag ein paar Minuten helfen zu dürfen«, blickt der 26-Jährige dem Duell mit seinem Ex-Verein im Hüttenberger Sportzentrum am Sonnabend (Anwurf: 19.30 Uhr) gespannt entgegen.

Jannik, Sie haben nach Ihrer schweren Knieverletzung eine lange Leidens- und Reha-Zeit hinter sich. Wie verträgt Ihr Knie die enormen Belastungen des Hochleistungssports?

Mir geht es aktuell wieder sehr gut, ich mache alle Trainingsinhalte ganz normal mit. Natürlich hätte ich gerne auf diese lange Verletzungspause verzichtet, aber sie hat mich als Sportler definitiv professioneller gemacht und weitergebracht. Man lernt, besser auf seinen Körper zu hören und mehr Pflege in Form von Physiotherapie und Krafttraining zu betreiben.

Am Samstagabend gastieren Sie beim TV Hüttenberg - also bei jenem Verein, dessen Trikot sie knapp zehn Jahre lang trugen. Gibt es da im Vorfeld die ein oder andere Frotzeleie mit den alten Teamkollegen?

Ich freue mich wirklich enorm auf das Spiel gegen den TVH am Samstag. Es ist in der Tat das erste Mal, dass ich im Sportzentrum als Gast auflaufe, aber da habe ich richtig Bock drauf. Es gibt natürlich Kontakt mit einzelnen Spielern, das ist dann meistens bis zwei, drei Tage vor dem Spieltag so, dass man sich ein paar Nachrichten schreibt, danach konzentriert man sich aber auf das Duell. Wir haben ja den Rundenauftakt in Ludwigshafen mit 21:26 ziemlich deutlich verloren, da durfte ich mir schon genügend dumme Sprüche von den alten Kameraden anhören (lacht). Das will ich nicht noch einmal erleben, deshalb ist der Reiz umso größer, in Hüttenberg zu gewinnen, auch wenn das bei der aktuellen Leistungsstärke des TVH echt schwierig werden dürfte.

Nach einem eher schwachen Saisonstart scheint es, als hätten die Eulen mittlerweile in die Spur gefunden, was auch der jüngste 26:25-Heimerfolg gegen den ASV Hamm-Westfalen vom Mittwochabend nahelegt. Mit welchem konkreten Saisonziel blickt Ihr Team auf das Rundenende?

Das stimmt, wir haben tatsächlich eine ganze Zeit gebraucht, um uns als Absteiger in der Liga einzufinden, kommen da jetzt aber immer besser rein. Wir haben aber auch gelernt, uns kleinere Ziele zu stecken, deshalb ist es schwer, da jetzt ein konkretes Ziel zu benennen. Wir schauen von Woche zu Woche und versuchen einfach, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Aber natürlich ist es unser Anreiz, möglichst jedes Spiel zu gewinnen, auch am Samstag in Hüttenberg.

Auch interessant