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Keine Zuschauer, schwache Wurfquote

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Wetzlar. Eine positive Einstellung, das kann ja in diesen Tagen nicht so verkehrt sein. Und so lässt sich auch nach dem ersten Bundesliga-Heimspiel der Rollstuhlbasketballer des RSV Lahn-Dill viel Gutes aufzählen: Ein 73:44 (35:25)-Sieg gegen den BBC Münsterland.

RSV Lahn-Dill - BBC Münsterland 73:44

Und damit zwei Punkte gegen den Gast aus Warendorf auf dem Weg zum ersten Platz in der regulären Runde der RBBL für die noch verlustpunktfreien Mittelhessen. Ein souveräner Auftritt der Mannschaft um Kapitän Thomas Böhme, die derzeit weder verletzte noch kranke Akteure beklagen muss. Daraus resultierend eine Trainerin Janet Zeltinger, die positiv Bilanz zieht: »Ich bin zufrieden, wie wir gespielt haben.«

Das Positive zeichnet sich auch in Details der Nachholbegegnung vom zehnten Spieltag ab: »Wir haben gut verteidigt. Nur im ersten Viertel mussten wir noch den Rhythmus finden«, ergänzt die Deutsch-Kanadierin auf dem sportlichen Chefsessel des RSV. »Unsere Defense war gut. Und wir haben die Würfe bekommen, die wir wollten«, ergänzt Center Brian Bell, der auch eine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang bei seinen Farben anmerkt.

Doch zwei negative Sachen dürfen nicht verschwiegen werden. Einmal, dass die Lahn-Diller nach langen Wochen mit ihren Fans und Zuschauern diesmal wieder vor leeren Rängen in der Buderus-Arena in Wetzlar antreten mussten. Die RSV-Verantwortlichen waren sogar so konsequent, dass sich wirklich nur die für die Partie notwendigen Personen in der Sporthalle an der Lahn aufhielten. Und dann zweitens die Wurfausbeute des Tabellenführers. »Diese Wurfquote war nicht normal«, musste Janet Zeltinger eingestehen. Von Beginn an verfehlte immer wieder ein Wurf nach dem anderen die Reuse des Gegners.

Als bestes Beispiel dafür kann die Bilanz von Topscorer Thomas Böhme herangezogen werden. Für seine neun Punkte benötigte der 30-jährige Nationalspieler 15 Würfe, eine magere Quote von 26,7 Prozent! Und für seinen einzigen Dreier wurden insgesamt sieben Versuche von jenseits der 6,25 Meter-Linie gezählt!

Womit aber nicht die Qualitäten der Gäste aus dem Münsterland abqualifiziert werden sollen. Schließlich hatten die Warendorfer noch tags zuvor ein weiteres Bundesligaspiel in Köln mit 82:58 gewonnen. Das Team um den Niederländer Mattijs Bellers als Denker und Lenker sowie den mit 14 Punkten besten BBC-Werfer Julian Lammering mühte sich in Wetzlar redlich. »Die sind gar nicht so schlecht. Die haben drei große Spieler. Und die Lowpointer machen einen guten Job«, merkte Zeltinger an. Doch letztendlich ist die Mannschaft des Tabellensiebten in dieser Spielzeit kein wirklicher Maßstab für den 13-fachen Deutschen Meister.

Der Favorit lag auch über die 40 Spielminuten nie im Rückstand. Alleine die schnelle 2:0-Führung durch Brian Bell nach 25 Sekunden glich der Gast durch Mattijs Bellers aus. Dann dominierte der RSV Lahn-Dill auf der neuen Ergebnistafel. Alleine beim 15:14-Zwischenstand zum Ende des ersten Viertels hatten die Schützlinge von Trainer Marcel Fedde noch einmal den Anschluss geschafft. Das war bei allem Respekt vor der Leistung der Gäste aber eindeutig der schwachen Wurfquote des Gastgebers geschuldet. Das kann auch die positivste Einstellung nicht leugnen.

RSV Lahn-Dill: Mosler (6), Brown (12),Blair (6), Mizan, Bell (6), Kozai (15), Weiß, Zantinge (10), Fujimoto (9), Böhme (9), Beissert.

BBC Münsterland: Gebauer (2), Wissmann, Schorp (6), Bellers (13), Knippelmeyer, Lammering (14), Reinshagen, Müller (6), Fakic (1), Hoffmann.

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