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Kinzenbach und TuBa jenseits der Komfortzone

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Gießen (rd/cvb). Zwei Verbandsligisten hat der Fußballkreis Gießen im Rennen, beide laufen nicht rund, befinden sich im Abstiegskampf. Und während der FC TuBa Pohlheim am Sonntag gegen Schlusslicht Spvgg Eltville Anschluss ans Mittelfeld herstellen könnte, muss Kinzenbach in Biebrich punkten, um den Klassenerhalt nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren.

Dabei kommt Trainer Peter Bätzel sicher nicht zupass, am Donnerstagabend auch noch im SWG-Pokal ausgeschieden zu sein. 2:3 (1:2) beim A-Ligisten Eintracht Lollar hieß es nach 90 Minuten. Für die Eintracht trafen dabei Haydar Kilinc und zweimal Sergej Maro, für Kinzenbach Nicolas Anker und Ufuk Yildirim. Ein weiterer Dämpfer - und das für den SWG-Pokalverteidiger.

FC TuBa Pohlheim - Spvgg Eltville (Sonntag, 15 Uhr): Ibo Cigdem ist ein angenehmer Gesprächspartner und Mann der offenen Worte. Und so hat er seiner Mannschaft vom FC TuBa Pohlheim nach der 2:7-Klatsche in Waldbrunn »schon ein paar Takte mitgegeben, aber man muss auch sagen, wenn man nicht an seine Leistungsgrenze geht, dann klappt es eben nicht. Aktuell ist der Kader so dünn besetzt, dass wir eben nicht mehr zu bieten haben.«

Damit meint der TuBa-Trainer, dass, »wenn man mit 13, 14 Leuten spielt und trainiert, der Konkurrenzkampf fehlt.« Und der ist für Cigdem (»am besten ist, man hat alle Positionen auf ähnlichem Niveau doppelt besetzt«) das A und O für eine funktionierende Mannschaft. Dass man das bei TuBa in dieser Saison nicht habe, wisse die Führungsriege genauso wie er und die Mannschaft, deshalb müsse man das Beste daraus machen, sprich »so viele Punkte wie möglich bis zur Winterpause sammeln« und dann nach einer vernünftigen Vorbereitung im Frühjahr neu beginnen. »Dass es nicht einfach werden würde, war allen klar. Ich bin relativ spät geholt worden, einige Leistungsträger haben die Vorbereitung nicht oder nur sehr sporadisch mitgemacht. Zudem haben Ahmet Marankoz oder Kevin Rennert, aber auch andere Spieler nur in sieben, acht Partien auf dem Platz gestanden«, weiß Cigdem über ein alles andere als gelungenes erstes Saisondrittel zu berichten. Mit dem 2:7 in Waldbrunn als Tiefpunkt, andererseits aber auch mit der Erkenntnis, dass für Pohlheim Hopfen und Malz noch lange nicht verloren ist. Mit 17 Punkten steht der in Holzheim beheimatete FC zwar nur drei Zähler vor dem Relegationsrang nach unten, ist aber auch nur fünf Punkte von Rang fünf entfernt. »Wir haben viele Spieler, die sehr erfolgsverwöhnt sind«, sagt Cigdem, dass »es in unserer Lage nicht reicht, gut Fußballspielen zu können, da muss man an die Grenze gehen.« Die Frage lautet also: Kann TuBa Abstiegskampf? Oder wird man sich mit einem Sieg schon morgen in eine andere Richtung orientieren können? Denn dann kommt mit der Spvgg Eltville der doch schon recht abgeschlagene Tabellenletzte nach Holzheim. Ein Sieg ist Pflicht, »aber auch Eltville sieht, dass es bei uns momentan nicht so läuft, da rechnen sie sich sicher etwas aus«, warnt Cigdem. Recht gibt ihm der Blick auf die Vorwoche, als Eltville gegen den Tabellenzweiten FC Ederbergland lange 1:0 führte, ehe die Rheingauer noch knapp mit 1:2 verloren. Eltville hatte trotz prekärer Ausgangslage offensichtlich begriffen, um was es geht. Im Gegensatz zu TuBa beim 2:7. Aber das kann und soll sich morgen ändern.

Sonntag, FV 02 Biebrich - SG Kinzenbach (15 Uhr): Wenn die SG Kinzenbach morgen zum mittlerweile 143. Spiel ihrer Verbandsligazugehörigkeit aufbricht, spricht auf den ersten Blick nur wenig dafür, dass die Elf von Trainer Peter Bätzel ihre bisher eher enttäuschende Saisonbilanz ausgerechnet in Wiesbaden beim FV Biebrich aufbessern kann.

Zwar gelang der SG am vergangenen Wochenende im Derby gegen Waldgirmes II nach zuvor sechs Niederlagen in Folge wieder einmal ein Punktgewinn, aber es wäre sicher verfrüht, schon von einer Trendwende zu sprechen. Das sieht Trainer Bätzel ähnlich: »Wir haben am vergangenen Sonntag in vielen Bereichen überzeugen können. Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt und wurde nach dem frühen Rückstand dafür auch mit dem Ausgleich belohnt. Leider war das Ausscheiden im Pokal in dieser Woche aber wieder ein Rückschlag. Trotzdem haben wir gegen Waldgirmes gezeigt, dass wir zurückkommen können. Das müssen wir nun in Biebrich bestätigen.« Der Gegner zählt seit langem zum festen Inventar der Verbandsliga und hat sich nach missglücktem Saisonstart zwischenzeitlich bis auf den achten Platz vorgearbeitet. Vor allem im Oktober lief es für die Elf aus der Landeshauptstadt rund, blieb sie doch in allen Spielen ungeschlagen und sammelte gegen Dorndorf, Breidenbach, Blau-Gelb Marburg und Burg immerhin acht Punkte. Es ist also sicher nicht der beste Zeitpunkt für das Gastspiel auf dem Biebricher Sportfeld, dass nun den Namen des im März verstorbenen Jürgen Grabowski trägt. Der Weltmeister von 1974 hatte sich hier bekanntlich einst ins Blickfeld der Frankfurter Eintracht gespielt.

Mit Respekt blickt daher auch Trainer Bätzel gen Sonntag: »Biebrich verfügt über eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, pflegt einen spielerischen Ansatz und hat jetzt das Selbstvertrauen, was sie zu einer schwer zu bespielenden Mannschaft macht. Ein weiterer Punktgewinn würde mich deshalb zufrieden stimmen.«

Personell sieht es für die SG auch am Sonntag nach wie vor nicht gut aus, da Akin, Yener, Nicolai, Ried und Y. Mohr wegen Verletzung bzw. Krankheit wohl fehlen.

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