Klares Ziel: Fortsetzung des Büdinger Kreispokals

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KREIS BÜDINGEN - Kreis Büdingen. Wie geht es im Fußballkreis Büdingen nach der am Wochenende festgelegten Saison-Annullierung weiter? Kreisfußballwart Jörg Hinterseher (49) aus Hainchen stand dem Kreis-Anzeiger Rede und Antwort.

Ein Blick zurück auf die Kreiskonferenz vom vergangenen Dienstag. Waren Sie über das deutliche 52:1-Votum pro Saison-Annullierung überrascht?

Nein, weil die Vereinsvertreter in unserem Kreis die Situation vernünftig einschätzen können. Sie wissen, dass der Inzidenzwert steigt und es mit den Impfungen nicht schnell genug vorangeht. An einen geregelten Spielbetrieb ist deshalb nicht zu denken. Dennoch ist es bemerkenswert, dass alle um den Aufstieg spielenden Clubs für eine Annullierung der Runde waren. Keiner fühlte sich um eine Aufstiegsmöglichkeit gebracht, keiner wollte die Runde fortsetzen oder die Saison - wie zuletzt in Bayern - nach der Sommerpause einfach fortsetzen.

Trotzdem gab es eine Gegenstimme. Warum?

Die Gegenstimme kam vom B-Ligisten VfB Rodheim/Horloff. Die Spieler des VfB sprachen sich in einer internen Sitzung für die Fortsetzung der Runde aus, weil sie befürchten, dass bei einer noch längeren Pause zu viele Akteure nicht mehr zur Verfügung stehen würden.

Befürchten Sie einen Spieler- und Mannschaftsschwund in Ihrem Kreis?

Offiziell ist mir nichts bekannt. Aber ich sehe große Probleme auf die zweiten Mannschaften zukommen, in denen überwiegend ältere Akteure aktiv sind. Ich weiß nicht, ob sich Spieler ab einem gewissen Alter nach solch einer langen Pause noch einmal quälen wollen, um sich für einen geregelten Liga-Spielbetrieb fit zu machen?

Dennoch gibt es keine andere Wahl: Die Saison muss beendet werden, oder?

Das ist die richtige Entscheidung, weil die Verfügungslage nichts anderes zulässt. Mannschaftstraining bis zum 18. April ist verboten. Ich gehe zudem nicht davon aus, dass sich daran ab dem 19. April etwas ändern wird.

Wie geht es nun im Fußballkreis Büdingen weiter?

Es hängt natürlich alles davon ab, wann die Pandemie die Rückkehr auf die Sportplätze zulässt. Erstes Ziel ist natürlich die Fortsetzung der Kreispokalrunde. Wenn dann noch im Juni Zeit bleibt, könnten wir auch einen Liga-Pokal für erste Mannschaften und Reserveteams ins Leben rufen. Vieles hängt natürlich von den Rahmenbedingungen ab. Zum Beispiel: Ist ein Liga-Pokal überhaupt gewollt, wenn er ohne Zuschauer stattfinden müsste? Klar ist aber auch: Wer spielen will, bekommt etwas angeboten. Und wenn es nur Freundschaftsspiele sein sollten.

Wie sehen die Planungen für die Spielzeit 2021/2022 aus?

Darüber wird in den nächsten Wochen gesprochen. Es wird auch über einen vorgezogenen Saisonstart geredet. Normalerweise würde die Saison Anfang August beginnen. Wenn es schon Mitte Juli losgehen würde, könnte man bis zum Jahresende - ohne unzählige englische Wochen - mehr Partien im Terminkalender unterbringen. Es kam auch schon einmal der Gedanke auf, erst in die neue Runde zu starten, wenn alle geimpft sind. Das könnte sich aber noch lange hinziehen, ist deshalb nicht planbar. Bei allen Terminspielchen müssen wir natürlich die Pandemieentwicklung im Auge behalten. Vielleicht müssen die Vereine in den sauren Apfel beißen und im August Spiele ohne Zuschauer austragen. Aber grundsätzlich gehören Fans zum Amateurfußball.

Sind im Fußballkreis Büdingen alternative Spielmodelle ein Thema?

Bezüglich einer Ligenteilung werde ich eine Umfrage initiieren. Natürlich wäre denkbar, die Kreisoberliga und die Kreisliga A in zwei regionale Achter-Gruppen zu teilen und nach einer normalen Runde eine Auf- und Abstiegsrunde zu spielen. Aber im Fußballkreis Büdingen herrscht mit maximal 16 Teams pro Liga keine Terminnot. Zudem sollten wir eines beachten: Was passiert bei einer neuerlichen Saisonunterbrechung, wenn ich dann zwei Gruppenerste aber nur einen Aufstiegsplatz habe? Wer darf dann aufsteigen?

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