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»Können nur gewinnen«

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Fernwald. Eine Woche nach den Verbandsligen startet auch die Hessenliga am Wochenende in die Rückrunde. Aber in dieser Saison ist in Hessens höchster Spielklasse alles etwas anders. Angesichts eines Starterfeldes von insgesamt 22 Mannschaften entschied man sich vor der Runde beim Hessischen Fußball-Verband in Absprache mit den beteiligten Vereinen für ein geteiltes Ligaformat.

So wurden die Teams nach geografischen Gesichtspunkten in die Gruppen A und B mit je elf Teams aufgeteilt, die zunächst untereinander spielten. Jetzt nach der Winterpause ermitteln die besten Fünf jeder Gruppe in einer Aufstiegsrunde den Meister und den Aufstiegsrundenteilnehmer, die schlechtesten sechs Teams kämpfen in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt.

Wobei es nicht mehr zu den Begegnungen gegen die bisherigen Gruppengegner kommt, stattdessen werden die Punkte aus der Vorrunde gegen diese Teams mit in die Aufstiegsrunde genommen. Mit dem FSV Fernwald (sieben Punkte) und dem SC Waldgirmes (elf Punkte), die in ihren Vorrunden-Gruppen A und B die Ränge vier und drei belegten, sind beide heimischen Mannschaften in der Aufstiegsrunde vertreten. Das hat den Vorteil, dass sie den Klassenerhalt schon vor den anstehenden zehn Spielen sicher haben. Auch die Meisterschaft und der Aufstieg ist zumindest theoretisch möglich. Aber will und kann der FSV überhaupt Regionalliga? »Mit dieser Frage hat sich sicher im Verein noch keiner beschäftigt, dazu ist die Situation zu aussichtslos bei diesen Gegnern. Wir haben zehn Punkte Rückstand auf den Ersten TSV Eintracht Stadtallendorf, das ist nicht zu schaffen«, schließt FSV-Trainer Daniyel Bulut einen Aufstieg praktisch aus.

Sechs Punkte mehr als der FSV hat Rot-Weiß Hadamar, der Gastgeber der Fernwalder am Samstag (Anpfiff 14 Uhr), schon jetzt auf dem Konto. Wie gut der FSV auf das Team aus dem Landkreis Limburg-Weilburg vorbereitet ist, erklärt Bulut.

Wie waren Sie mit der Vorbereitung zufrieden?

Daniyel Bulut: Ich bin prinzipiell mit der Vorbereitung zufrieden, besonders, weil sich kein Spieler schwer verletzt hat. Wir haben natürlich wie jede Mannschaft im konditionellen Bereich gearbeitet und probiert, Erkenntnisse für die Zukunft zu finden. Die Testspiele waren insgesamt in Ordnung, wir hatten gute Ergebnisse und auch Niederlagen, aber die sind auch gut, weil man da die Schwächen sehen kann, an denen man arbeiten muss.

Hat es in der Winterpause Zu- oder Abgänge gegeben?

Bulut: Als Neuzugänge haben wir Johannes Hofmann aus Fulda und Yun Okada, der aus Japan kam. Nach langer Verletzungspause ist wieder Agon Dervishi dabei. Als Abgang haben wir nur Torwart Joao Bolgert, der zu Eintracht Stadtallendorf gewechselt ist. Verletzt hat sich leider wieder Keeper Fabian Grutkza mit Meniskusriss.

Was muss in der Rückrunde besser werden?

Bulut: Wir müssen unsere Defensive mehr stabilisieren, denn wir haben zu viele Gegentore bekommen. Aber auch das Zusammenspiel und das Spielerische insgesamt muss besser werden. Aber wir sind nach wie vor eine neu zusammengestellte Mannschaft, die noch Zeit benötigt, um ihr Potenzial völlig auszuschöpfen. Beibehalten wollen wir unsere freche Art, wie wir auftreten. Dass wir niemals Spiele aufgeben und die Mannschaft auf dem Platz alles gibt und als Einheit auftritt.

Wie sieht das Saisonziel aus, was ist in dieser Aufstiegsrunde noch möglich?

Bulut: Man will als Fußballer so viele Spiele gewinnen wie möglich. Schön wäre es, wenn wir einen Platz unter den ersten Fünf in der Tabelle schaffen würden. Aber wir haben natürlich das Handicap, dass wir nicht so viel Punkte aus der Vorrunde mitgenommen haben, deshalb wird das nicht so einfach. Aber wir können jetzt nur gewinnen, da die Mannschaft bereits eine tolle Leistung abgerufen hat und den Klassenerhalt bereits frühzeitig mit dem Erreichen der Aufstiegsrunde geschafft hat. Aber wir wollen auch im Hessenpokal alles dafür tun, damit die Sensation gelingt, gegen Kickers Offenbach ins Viertelfinale einzuziehen.

Wer ist Ihr Favorit für die Meisterschaft?

Bulut: Ganz klar, Eintracht Stadtallendorf ist mein Favorit. Dadurch dass sie vier Punkte Vorsprung für die verbliebenen zehn Spiele haben, verfügen sie eindeutig über die besten Karten. Aber danach kommt direkt Fulda, ich denke, die beiden Mannschaften machen es unter sich aus.

Wie schätzen Sie Ihren kommenden Gegner RW Hadamar ein?

Bulut: Die Rot-Weißen aus Hadamar haben sich bereits früh für die Aufstiegsrunde qualifiziert, lagen nach einer sehr guten Hinrunde auch lange auf dem ersten Platz. Dann haben sie zwar etwas geschwächelt, aber dennoch souverän die Play-Offs geschafft. Mit 13 Punkten auf dem Konto haben sie sogar realistische Chancen auf die Meisterschaft. Das zeigt die Qualität der Mannschaft, vor allem in der Offensive mit den Ex-Gießenern Jann Bangert und Marco Koch. Für uns gilt es, dort wachsam und konzentriert aufzutreten und uns nicht einschüchtern zu lassen. Aber auch die Möglichkeiten in der Offensive zu suchen, denn wir können auch dort nur gewinnen. Deshalb heißt es, mit breiter Brust und selbstbewusst aufzutreten, um mit Punkten heimzufahren. Personell steht bisher nur fest, dass Patrick Markiewicz ausfällt, der sich im Hessenpokalspiel gegen Türkgücü Friedberg die Nase gebrochen hat.

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