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Kozai als »Mann der Stunde«

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Hiroaki Kozai ist in dieser Szene auf der Suche nach einer Anspielstation. Ansonsten warf der Japaner in Diensten des RSV Lahn-Dill den Ball einfach in den Korb. Und kam so auf satte 34 Punkte. © Röczey

Wetzlar . Als »Mannschaft der Stunde« war die BG Hamburg nach Wetzlar angereist. Schon nach wenigen Minuten war davon aber nichts mehr zu spüren in der Partie der Rollstuhlbasketball-Bundesliga beim RSV Lahn-Dill. Und erst recht nicht nach dem 90:43 (44:20)-Erfolg des verlustpunktfreien Tabellenführers. Dafür hatten die Gastgeber einen »Mann der Stunde« zu bieten.

Der Japaner Hiroaki Kozai steuerte 34 Punkte zum Erfolg seine Farben bei und bestach vor allem mit sechs Dreier-Würfen bei neun Versuchen.

»Wahnsinn! Ein super Spiel«, lobte RSV-Co-Trainer Günther Mayer den Auftritt des 33-jährigen japanischen Guards nach dessen knapp 30-minütiger Spielzeit.

RSV Lahn-Dill - BG Hamburg 90:43

Dabei waren die Lahn-Diller gar nicht mal so zuversichtlich in die Partie gegangen, die wieder vor Publikum stattfinden durfte und 476 Zuschauer anzog. 1080 Besucher wären nach den Vorgaben des Lahn-Dill-Kreises in der Buderus-Arena möglich gewesen.

Eine gewisse Verunsicherung war begründet. Denn auf dem Parkett fehlte Jannik Blair. Der zur laufenden Saison gekommene Lowpointer hatte sich im Training am Kopf verletzt und musste pausieren. »Damit hat uns eine starke Line-up gefehlt«, merkte RSV-Kapitän Thomas Böhme an. »Doch das haben wir gut aufgefangen.« Denn Catharina Weiß stopfte die Lücke mit einer tadellosen Leistung und über 35 Spielminuten auf dem Feld.

Von Beginn an bestimmten die Mittelhessen die Begegnung und freuten sich schon nach sechs Minuten an einer 16:6-Führung durch Reo Fujimoto. In der mit Fujimoto und Weiß neu besetzten Startformation (neben Kozai, Simon Brown und Brian Bell) war keine Unsicherheit zu spüren. Das 2:2 durch Martin Steinhardt war der einzige Gleichstand der gesamten 40 Minuten gewesen. Spätestens ab dem 22:8-Vorsprung durch Bell konnte Cheftrainerin Janet Zeltinger munter wechseln und etliche personelle und taktische Tests unter Pflichtspielbedingungen ausprobieren.

Denn schließlich wartet schon am Wochenende das Spitzenspiel beim Tabellenzweiten und Titelverteidiger Thuringia Bulls auf den bislang souveränen Spitzenreiter. »Das ist eine gute Vorbereitung auf nächste Woche«, hatte schon Trainerin-Gatte und Management-Mitglied Niko Zeltinger zum Ende des ersten Durchgangs prophezeit.

Doch ganz gefiel das Spielgeschehen der sportlichen Leitung nicht. Denn da noch offen ist, ob der Australier Blair am Samstag in Elxleben mit von der Partie sein kann, hätten Zeltinger und Mayer gerne weitere Alternativen im Spiel ausprobiert, wie »Gü« Mayer erläuterte.

»Es wäre wünschenswert gewesen, wenn Ali gespielt hätte«, verwies der Zeltinger-Assistent auf Hamburgs Spielertrainer Alireza Ahmadi, dessen Gastspiel an der Lahn sich diesmal auf das Coaching beschränkte und damit seinen Farben einige Durchschlagskraft nahm. Überhaupt war die Truppe im Zeichen der Raute mit ganz dünner Besetzung angereist und hatte inklusive Ahmadi nur acht Akteure und einen Betreuer dabei. Wobei vor allem Nationalspielerin Mareike Miller weiter verletzt fehlte. »Die konzentrieren sich auf die wichtigen Spiele um den Klassenerhalt«, analysierte Mayer.

Thomas Böhme dagegen zog das Positive aus dem Kräftemessen. »Dass wir das ohne Jannik so gut gelöst haben, das gibt Selbstvertrauen.« Mit einem Sieg am nächsten Samstag wäre dann schließlich der RSV Lahn-Dill die Mannschaft der Stunde.

Lahn-Dill: Mosler (13), Brown (1), Mizan, Bell (10), Kozai (34/6 Dreier), Weiß, Zantinge (6), Fujimoto (9/1), Böhme (14), Beissert (3).

Hamburg: Steinhardt (8), Patzwald (2), Claussen, Möller (2), Ahmadi (n.e.), Balaghi (12), Kamali (15), Weilandt (4).

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