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Krönender Abschluss in Friedberg

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Von: Rolf Birkhölzer

Fernwald/Waldgirmes (bir/rma). Ein Duell auf Augenhöhe zweier Teams aus dem oberen Tabellendrittel steigt heute in der Fußball-Hessenliga, wenn der FSV Fernwald bei Türk Gücü Friedberg gastiert. Hier der gastgebende Tabellendritte aus der Wetterau, der mit acht Siegen in elf Spielen die zweitbeste Heimbilanz der Liga hat, und als Gast der Rangfünfte, der auf fremden Plätzen in dieser Runde auch schon 19 Punkte mit sechs Dreiern und einem Unentschieden ergattert hat.

Türkgücü Friedberg - FSV Fernwald (Heute, 12.30 Uhr): Beide Mannschaften kommen mit Siegen aus dem letzten Spieltag, wobei das souveräne 4:0 des FSV bei RW Hadamar mehr beeindruckte, als der glückliche 3:2-Sieg der Friedberger in der Nachspielzeit gegen den SC Waldgirmes. Später Friedberger Torschütze war Masih Saighani, der afghanische Nationalspieler, der u.a. auch schon in Diensten des SC Waldgirmes, Eintracht Wetzlar, TSV Steinbach, Eintracht Stadtallendorf und VfB Marburg gestanden hat und zuvor schon den Ausgleichstreffer erzielt hatte.

Wer aus dem Fernwalder Fanlager seine Mannschaft auf den Platz in Friedberg begleiten will, muss ungewohnt früh aufbrechen, denn die Partie wird schon um 12.30 Uhr angepfiffen. Wegen anderer Platzbelegungen und Rücksichtname auf WM-Übertragungen.

»Das ist ein Topspiel und krönender Abschluss für beide Mannschaften, die bisher gut gepunktet haben«, freut sich FSV-Coach Daniyel Bulut auf die letzte Partie vor der Winterpause, kennt aber auch die Stärken des Gegners: »Türk Gücü beherrscht die spielerische Kunst, ist offensiv ausgerichtet, schießt viele Tore, beherrscht das Umschaltspiel sehr gut und ist stark bei Standards. Außerdem müssen wir die Topscorer ausschalten«, fordert Bulut in Bezug auf die beiden Torjäger in den Reihen der Friedberger. So hat Toni Reljic bisher schon 16 mal getroffen und belegt Platz zwei im Liga-Ranking, und der Ex-Gießener Noah Michel kommt bisher auf 14 Treffer. Beim 4:0-Erfolg im Hinspiel war das den Fernwaldern sehr gut gelungen. Deshalb auch ist der FSV-Trainer für heute optimistisch und voller Selbstvertrauen: »Die Friedberger stehen nicht zufällig auf dem dritten Tabellenplatz, aber wir auch nicht zufällig auf Rang fünf.«

Personell kann Bulut fast aus dem vollen Kader schöpfen, denn bis auf die Langzeitverletzten Yannis Grönke und Manuel Dursun fällt nur Nils Schäfer aus, der sich eine Zerrung zugezogen hat. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz des angeschlagenen Nicolas Strack.

Aufgebot des FSV Fernwald: Kleinheider, Fünfsinn, Balser, Kaguah, Burger, Muhic, Bender, Goncalves, Mukasa, Solak, Hofmann, Hendrich, Strack, Woiwod, Markiewicz, Siebert, Schwabe, Mohr.

SC Waldgirmes - TSV Steinbach II (Sonntag, 14 Uhr): Morgen empfängt der SC Waldgirmes das Tabellenschlusslicht TSV Steinbach II zum Derby und will, ebenso wie sein Gegner, mit einem Sieg und zusätzlichen Motivationsschub in die Winterpause gehen.

Für beide Mannschaften war es ein Fußballjahr mit einigen sportlichen und emotionalen Höhen und Tiefen. Die Achterbahnfahrt der Gefühle hatte dabei allerdings unterschiedliche Verläufe. Die Lahnauer schafften in der coronabedingt in einem geteilten Modus ausgetragenen Vorsaison etwas überraschend den Sprung in die Aufstiegsrunde, holten dort aber »nur« acht von 30 möglichen Punkten, um dann eine durchwachsene Vorrunde zu absolvieren, ehe sie sich zuletzt wieder stabilisierten und auch punkteten. Für das Team aus dem Haigerer Stadtteil ging es bis zum Sommer stets bergauf. Nach einer überragenden Verbandsligasaison musste sich der Aufsteiger erst einmal wieder ans Verlieren gewöhnen. Trotz meist ansprechender Leistungen gelangen vor allem aufgrund zu vieler individueller Fehler und einer teils eklatanten Abschlussschwäche enttäuschende vier Siege und nur 16 Punkte aus 22 Spielen. Zum Abschluss wollen beide Trainer daher unbedingt noch einmal gewinnen. »Wir haben nach der heftigen Niederlage zuhause gegen Hanau in den letzten vier Spielen wieder sehr ordentliche Leistungen gezeigt und an Konstanz und Stabilität gewonnen. Da wirft uns auch die unglückliche Niederlage in Friedberg nicht zurück. Zudem haben wir aus dem verlorenen Hinspiel noch etwas gut zu machen«, ist SC-Trainer Mario Schappert optimistisch. »Gewinnen wir, sind wir nach einem anstrengenden und teils turbulenten Jahr wieder im grünen Bereich«. Dass es am dritten Adventssonntag bei erwarteten Temperaturen um den Gefrierpunkt nur über die richtige Einstellung, die nötige Härte und ein großes Laufpensum geht, versteht sich von selbst. Eine positive Personalie beim SC Waldgirmes: Lucas Hartmann sollte bei den Lahnauern nach seinem beruflich bedingten USA-Aufenthalt rechtzeitig zum Spiel zurück sein.

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