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Lange lässt sich den Blick nicht vernebeln

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Bad Nauheim (mcs). Der EC Bad Nauheim scheint in der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga (DEL 2) immer besser in Schwung zu kommen. Nach sechs Punkten am vergangenen Wochenende konnte das Team von Trainer Harry Lange diesmal immerhin fünf Zähler nachlegen. Nach dem 5:4-Overtime-Erfolg am Freitag bei den Selber Wölfen bezwangen die »Roten Teufel« am Sonntagabend im Colonel-Knight-Stadion Neuling Eisbären Regensburg klar mit 5:

1 (2:1, 1:0, 2:0). Doch eitel Sonnenschein herrschte im Anschluss beim Nauheimer Übungsleiter nicht, denn der letztlich klare Sieg täuschte nicht über einige Unzulänglichkeiten hinweg.

»Das war heute definitiv kein 5:1-Spiel. Wir waren im ersten Drittel viel zu passiv und haben den Gegner nicht unter Druck setzen können. Felix Bick hat uns zudem richtig gut im Spiel gehalten. Trotzdem musst du solche Spiele dann auch erstmal gewinnen, deshalb sind wir trotzdem zufrieden. Es spricht auch für unsere individuelle Klasse«, fand der Österreicher an der EC-Bande klare Worte.

Dabei hatten die Kurstädter am Sonntagabend stark begonnen und durch Tore von Tylor Vause (4.) und Jordan Hickmott (9.) eine frühe 2:0-Führung herausgeschossen. Doch wirklich Sicherheit gab das nicht, sodass die Gäste durch Topi Piipponen (12.) herankamen und mehr Kapital aus den Ungenauigkeiten und der fehlenden Aggressivät Bad Nauheims hätten schlagen können, ja müssen. Doch so setzten die effektiven Gastgeber nach gut sechs Minuten des zweiten Drittels den dritten Treffer durch einen Schlagschuss von Mick Köhler und behielten auch in der Folge die Zwei-Tore-Führung in Händen, weil Goalie Bick des Öfteren stark hielt. Und weil die Effektivität und die individuelle Klasse der Badestädter am Sonntag den Unterschied im Vergleich zum Aufsteiger machten, war das schnelle 4:1 durch Christoph Körner nach 88 Sekunden im Schlussdrittel schon die Entscheidung. Erneut Köhler hübschte den Erfolg gut vier Minuten vor dem Ende mit einem tollen Solo zum 5:1 auf, was Langes Blick auf die Realität auf der anschließenden Pressekonferenz aber nicht vernebelte. »Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir besser spielen und uns als Mannschaft deutlich steigern, stellte er unmissverständlich klar.

Denn nicht das Halbfinale, sondern erst einmal ein Platz unter den Top Ten sind nach Aussage des Trainers das Ziel. Der Sprung auf Rang acht gelang am Wochenende auch durch die beiden Punkte am Freitagabend in Selb. Dabei standen die »Roten Teufel« bei Spielmitte schon vor der Niederlage, lagen sie doch zwischenzeitlich mit 1:3 im Hintertreffen. Nach dem 3:3-Ausgleich im Schlussabschnitt legten die Bayern abermals zum 4:3 vor, ehe Kevin Schmidt dem EC erst 101 Sekunden vor dem Ende aus dem Gewühl heraus die Verlängerung bescherte. In dieser war es dann Jordan Hickmott, der Bad Nauheim den Extrapunkt sicherte.

Die von Coach Lange angemahnte Leistungssteigerung wird schon am kommenden Wochenende vonnöten sein, denn dann stehen für Bad Nauheim zwei Partien gegen Topgegner der DEL 2 auf dem Programm.

Am Freitag begeben sich die »Roten Teufel« nämlich zunächst auf die Fahrt nach Kaufbeuren, wo um 19.30 Uhr der stark gestartete Tabellenzweite aus dem Allgäu wartet. Und die Bilanz der Hessen ist erschreckend, von einem 5:4-Erfolg im Dezember vergangenen Jahres abgesehen gingen alle Auswärtsspiele bei den Jokern seit 2015 verloren. Am Sonntag (18.30 Uhr) gastieren dann die formstarken Kassel Huskies zum Hessenderby im Colonel-Knight-Stadion und kommen mit der Empfehlung von sechs Ligasiegen am Stück, durch den sich die Schlittenhunde auf den dritten Platz geschoben haben. Zumindest den EC-Zahlmeister dürfte die Partie aber erfreuen, da dann sicherlich mehr Zuschauer zu erwarten sein dürften als die dürftigen 1746 am Sonntagabend gegen Regensburg.

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