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Letzte Gelegenheit, durchzuschnaufen

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Er hat auch keine Pause, zumindest keine richtige: Kevin Trapp hat seine sieben Sachen für die deutsche Nationalmannschaft gepackt. Foto: dpa © dpa

Frankfurt (pep). Oliver Glasner hat im Laufe der Zeit ein gutes Gefühl dafür entwickelt, wann seine Spieler mehr Druck über viele Trainingseinheiten brauchen oder einfach mal mehr Ruhe. Mit dieser gesunden Mischung, geleitet durch ausgewertete medizinische Daten, aber auch mit dem Bauchgefühl eines erfahrenen Trainers, hat er die Frankfurter Eintracht schon in der vergangenen Saison zum historischen Europapokal-Sieg geführt.

In diesen Tagen tritt Glasner wieder einmal auf die Bremse. Die Bundesliga macht wegen Länderspielen zwei Wochen Pause, für die Eintracht geht es erst am Samstag nächster Woche mit einem Heimspiel gegen Tabellenführer FC Union Berlin weiter. Bis dahin gibt es viel Erholung für jene Spieler, die nicht mit Nationalmannschaften unterwegs sind. Sonntag und Montag war schon frei, Dienstag und Mittwoch wird eher gedrosselt auf dem Trainingsplatz geübt und ab Donnerstag können sich die Frankfurter Profis sogar in eine Art Kurzurlaub bis einschließlich Sonntag verabschieden. Dies sei die »letzte Gelegenheit noch einmal durchzuschnaufen«, sagt der Frankfurter Trainer.

Danach folgt ein Spiele-Marathon wie ihn die Bundesliga und wie ihn vor allem die Eintracht noch nie gesehen hat. Vom 1. Oktober bis zum 13. November stehen dreizehn Pflichtspiele auf dem Spielplan, acht in der Bundesliga, vier in der Champions-League und eines im DFB-Pokal. Dann geht der Vereinsfußball wegen der Weltmeisterschaft in Katar in einen zweimonatigen Winterschlaf. Bei der dünnen Personaldecke, die die Frankfurter aktuell plagt und die sich kurzfristig nicht wesentlich bessern wird, ist das eine echte Herausforderung. Darum erscheint die verordnetet Schonung nur logisch, sozusagen die Ruhe vor dem Sturm.

Freilich: Die Hälfte der Mannschaft wird nicht in den Genuss der freien Tage kommen. Zehn Profis sind mit Nationalmannschaften unterwegs, bleiben also im Hamsterrad des professionellen Fußballs. Kevin Trapp (A-Team), Ansgar Knauff, Faride Alidou (DFB U 21) und Marcel Wenig (DFB U 19) für Deutschland, Rafael Borré für Kolumbien, Jesper Lindström für Dänemark, Kolo Muani zum ersten Mal für Frankreich, Djibril Sow für die Schweiz, Daichi Kamada für Japan und Hrvoje Smolcic für Kroatien (U 21). Erstaunlicherweise war zunächst auch Luca Pellegrini auf Abruf für die italienische Nationalmannschaft nominiert, doch wegen der muskulären Probleme bleibt der Neuzugang aus Turin zuhause. Was bei den letzten Leistungen auch dringend angeraten war. Das Frankfurter Trainerteam will bei Pellegrini und bei Junior Ebimbe in den kommenden Tagen auch daran arbeiten, das eine oder andere körperliche Defizit zu verringern.

Kurze Reise für Kamada

Zwei spannende Details der Frankfurter Reise-Gruppe. Das Eintracht-Stürmerduo Jesper Lindström und Kolo Muani könnten beim Nations-League-Spiel Dänemark gegen Frankreich am Sonntag in Kopenhagen direkt aufeinandertreffen. Und Kamada muss trotz der Spiele gegen die USA und Ecuador nicht weit reisen. Japan trägt beide Länderspiele in Düsseldorf aus. Da dürfte auch Oliver Glasner froh sein, dass sein aktuell bester Spieler zumindest keinen Reisestress haben wird.

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