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Lohn: Trainingsfrei

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Im wahrsten Sinne des Wortes weggewatscht: Nach dem Sieg über die Stuttgarter Kickers haben sich die Frankfurter um Hrvoje Smolcic (r.) einen arbeitsfreien Tag verdient. Foto: imago © imago

Frankfurt. Oliver Glasner hatte es nur beiläufig erwähnt. »Es war ja schon unser 17. Pflichtspiel in dieser Saison«, hatte der Trainer der Frankfurter Eintracht nach dem 2:0 (2:0)-Sieg im DFB-Pokal bei den Stuttgarter Kickers entschuldigend gesagt. Mitte Oktober haben die Frankfurter also schon so viele Spiele absolviert wie sonst in der gesamten Vorrunde einer Bundesliga-Saison.

Dementsprechend nachsichtig ging der SGE-Coach mit seinen Spielern um, die nach einer schnellen 2:0-Führung nach der Halbzeit einen, eher zwei Gänge zurückgeschaltet hatten. »Das wollten wir nicht«, sagte Glasner. Und doch dürfte es ihm sogar ganz recht gewesen sein. Denn neben der von ihm verordneten Schonung für Stammkräfte wie Evan Ndicka, Jesper Lindström oder Daichi Kamada, hatten andere für sich selbst eine Belastungssteuerung vorgenommen. Und schließlich hatte Glasner mit Kolo Muani, Mario Götze und Sebastian Rode einem weiteren Trio im Laufe der 90 Minuten noch kürzere Arbeit genehmigt. Das alles ist nachvollziehbar in dem aktuellen Marathon, den die Frankfurter durch drei Wettbewerbe laufen müssen.

Gut für die Eintracht, dass die Kickers aus der Oberliga zwar engagiert auftraten, »uns das Leben schwer gemacht haben« (SGE-Kapitän Sebastian Rode), aber dennoch nie für den Sieg in Frage kamen. Da konnten die Frankfurter sich so manche Auszeit nehmen, Unkonzentriertheiten und Nachlässigkeiten erlauben. Kräfte schonen war an diesem Abend wichtiger, als weitere Tore zu erzielen. Glasner nutzte die Woche ohne Champions League sogar dafür, seinen Spielern eine weitere Ruhepause zu geben. An diesem Donnerstag ist trainingsfrei - durchaus ungewöhnlich zwei Tage vor dem Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach, aber nachvollziehbar. »Die Jungs müssen auch mal an etwas anders denken als an Fußball«, so der Trainer.

Da die Frankfurter in Stuttgart auch ohne größere Blessuren davongekommen waren, konnte Oliver Glasner ganz beruhigt in den Bus zur Rückfahrt steigen. Samstag-Gegner Mönchengladbach hat da mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Für den Europapokal sind die Borussen nicht qualifiziert, aus dem DFB-Pokal sind sie nach dem 1:2 beim SV Darmstadt ausgeschieden. Und mit Yann Sommer (Verdacht auf Bänderriss) und Jonas Hofmann (Verdacht auf Schultereckgelenksprengung) haben sich zwei wichtige Spieler auch noch verletzt.

Die Eintracht geht in die nächsten drei »Englischen Wochen« mit einem halbwegs erholten Kader. Mit Ansgar Knauff und Makoto Hasebe fehlen dennoch weiterhin zwei Stammspieler, zudem wird Neuzugang Aurelio Buta erst im neuen Jahr wieder zur Verfügung stehen. Almamy Touré war nach langer Verletzungspause in Stuttgart wieder im Kader, Jerome Onguéné ist wieder im Training.

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