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Mehr als nur ein Spiel

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Da wird es sogar Attila ganz warm im Gefieder: Den FC Barcelona hat das Eintracht-Maskottchen trotz Adleraugen auch noch nicht gesehen. © dpa

Frankfurt . Eintracht Frankfurt gegen FC Barcelona, Viertelfinal-Hinspiel in der Europa-League, 48500 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Arena. Seit Tagen schwelgen die Vereinsvertreter und die Medien in Superlativen. »Jahrhundertspiel« nennt es der Frankfurter Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer. »Das größte Spiel seit dem Landesmeister-Finale 1960 gegen Real Madrid«, sagt Präsident Peter Fischer.

»Die aus unserer Sicht größte denkbare Paarung«, sagt Vorstandssprecher Axel Hellmann.

Es geht um viel Geld am Donnerstag (21 Uhr, live bei RTL) und eine Woche später beim Rückspiel. Es geht um viel Prestige beim Duell dieser beiden Traditionsklubs, was sich im jeweiligen Vereinsmotto auch treffend ausdrückt. Hier: »Im Herzen von Europa«, Selbstverständnis der Eintracht, inzwischen auch die offizielle Adresse. Dort: »Més que un club« oder »Mehr als ein Verein«, Vereinscredo des FC Barcelona, verstanden fast wie eine Religion. Wir haben ein paar Fakten zum Spiel zusammengetragen.

Heimspiel: 48500 Karten hat die Eintracht verkauft, 300000 hätten es sein können. Die Einnahme beträgt zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro. 2500 Ticktes sind an den FC Barcelona gegangen. Doch die meisten Fans von »Barca« reisen nicht aus Spanien an, sondern kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, um ihren Lieblingsklub zu unterstützen.

Auswärtsspiel: Über 12000 Fans haben die Eintracht 2013 zum Europa-League-Spiel nach Bordeaux begleitet. Am Donnerstag nächster Woche wird es einen neuen Rekord geben. Mehr als 20000 Frankfurter machen sich auf den Weg nach Barcelona und werden es wohl auch schaffen, über die knapp 5000 offiziellen Tickets hinaus ihren Platz im Camp Nou (Fassungsvermögen 98000) zu finden.

Prominenz: Bundestrainer Hansi Flick wird auf der Tribüne das Duell seiner beiden Nationaltorhüter Kevin Trapp gegen Marc-André Ter Stegen beobachten. Ministerpräsident Volker Bouffier wird ebenso erwartet wie Oberbürgermeister Peter Feldmann und Sport-Stadtrat Mike Josef und der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour, großer Fan der Eintracht. Angesagt hat sich auch Schauspielerin Laura Karasek.

Prämien: Rund 10 Millionen Euro hat die Mannschaft in dieser EL-Saison schon eingespielt, ohne Zuschauereinnahmen. Die Summe setzt sich zusammen aus der Startprämie der Uefa (3,36 Millionen Euro), Erfolgsprämien für drei Siege (1,89 Millionen Euro) und drei Unentschieden (630000 Euro) in der Gruppenphase, der Prämie für den Gruppensieg (1,1 Millionen Euro) und Prämien durch den Einzug ins Achtelfinale (1,2 Millionen Euro) und Viertelfinale (1,8 Millionen Euro). Eine Million Euro schüttet der Klub an die Spieler aus, wenn der Einzug ins Halbfinale gelingt.

Historie: Nur zweimal haben die Eintracht und Barca in ihrer langen Geschichte gegeneinander gespielt, jeweils mit freundschaftlichem Hintergrund, beide Male im Camp Nou. 1973 in einem Benefizspiel für Erdbebenopfer in Nicaragua (1:0 für Barca) und 1976 im Rahmen des »Joan Gamper-Pokals« vor 90 000 Zuschauern (2:0 für Barca). Nach 46 Jahren heißt es also wieder Eintracht gegen Barca.

»Als ich 2010 aus Offenbach zur Eintracht kam, durften wir zur Saisoneröffnung ein Freundschaftsspiel gegen Chelsea bestreiten. Das war damals das Größte, was man sich hier vorstellen konnte«, ordnet Kapitän Sebastian Rode ein: »Und jetzt ein solches Spiel.«

Vereinsfarben: Schwarz, weiß und rot sind die Farben der Eintracht, blau und rot die des FC Barcelona. Beide werden im Spiel andere Farben tragen. Die Eintracht ganz in schwarz, Barca ganz in gelb mit roten Streifen, den Farben Kataloniens.

Spieler: Mit Kevin Prince Boateng hat nur ein einziger Spieler die Trikots beider Klubs getragen. In der Saison 2017/18 hat der »Prince« für die Eintracht gespielt, in der Rückrunde 2018/19 für Barcelona.

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