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»Meilenstein für die Club-Geschichte«

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Frankfurt (pep). Der UEFA-Präsident wird kommen, der hessische Ministerpräsident wird kommen, der DFB-Präsident wird kommen, die DFL-Chefin wird kommen. Viele langjährige Weggefährten, vor allem Trainer der jüngeren Vergangenheit, werden kommen. Und tausende englische Fans mit und ohne Karten werden auch kommen.

Das Halbfinal-Rückspiel in der Europa-League zwischen der Frankfurter Eintracht und West Ham United (Donnerstag, 21 Uhr) wirft lange Schatten voraus. Axel Hellmann hat in einem Pressegespräch am Dienstag die Bedeutung der Partie in all seinen Facetten noch einmal herausgearbeitet. »Ins Finale zu kommen wäre ein Meilenstein für die Klubgeschichte«, sagte der Eintracht-Chef, »dieser historischen Bedeutung sind wir uns alle bewusst.«

Die sportlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen eines Finaleinzugs seien so groß, »dass dahinter alles andere verblasst.« Noch freilich habe die Eintracht nichts erreicht, »aber wir wollen es erreichen.« Das nationale und internationale Interesse ist groß wie nie, noch größer als im Viertelfinale gegen den FC Barcelona.

Mit Präsident Aleksander Ceferin und den Generalsekretären Theodore Theodoridis und Giorgio Marchetti hat sich die gesamte UEFA-Spitze angesagt. »Auch das gibt es so zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte der Eintracht«, sagte Hellmann, »es ist eine besondere Ehre für uns und es ist sicher Anerkennung der bisherigen Leistungen auf dem Platz, aber auch für die Haltung dieses Vereins, der ja keiner der absoluten Topklubs ist, aber eine sehr gesunde Perspektive des europäischen Klubfußballs verkörpert.«

Die Eintracht und die UEFA-Spitze werden sich am Donnerstagmittag zu einem gemeinsamen Essen treffen. Neben dem Ministerpräsidenten Volker Bouffier werden auch die neue DFL-Chefin Donata Hopfen, DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Bundestrainer Hansi Flick und BVB-Präsident Aki Watzke in der Arena sein. Um die langjährige Verbundenheit auszudrücken, haben die Frankfurter neben dem früheren Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen auch die Trainer des letzten erfolgreichen Jahrzehnts eingeladen. Friedhelm Funkel, Armin Veh, Robert und Niko Kovac haben ebenso ihr Kommen zugesagt wie Adi Hütter und seine Kollegen Christian Peintinger und Armin Reutershahn. »Sie alle wissen, was diese besonderen Momente für diesen Klub bedeuten«, sagt Hellmann, der besonderen Wert darauf legt, gerade mit Hütter wieder im Reinen zu sein.

Noch aus London habe er in einem halbstündigen Telefonat »Friedensgespräche« mit Hütter geführt, »um Dinge aus der Vergangenheit abzuhaken und glattzuziehen«.

Im Laufe des Sommers soll es dann auch noch ein Vier-Augen-Gespräch geben. Nach Hütters Weggang nach Mönchengladbach hatte es vor einem Jahr viel »böses Blut« zwischen der Eintracht und ihrem Ex-Trainer gegeben, der übrigens am Sonntag mit Borussia Mönchengladbach seine Aufwartung in der Arena macht. »Es ging mir darum, die Gelegenheit dieses besonderen Moments zu nutzen«, sagte Hellmann, »es waren drei gute Jahre mit Adi, wir dürfen nicht alles vom Ende her denken.«

Er freue sich sehr, dass Hütter und viele Kollegen den Einladungen folgen werden, »da merkt man, dass es über die die Arbeitszeit hinaus immer eine Verbindung zur Eintracht geben wird.« Auch Ex-Boss Fredi Bobic war eingeladen, hat aber aus Termingründen abgesagt.

Alles rund ums Spiel wird bisherige Dimensionen sprengen. Insgesamt 220 Journalisten werden berichten, 18 TV-Rechthalter werden im Stadion sein. Und dann natürlich 48 500 Zuschauer, darunter offiziell 3000 Fans von West Ham.

Das Problem: Die Eintracht und mit ihr die Polizei rechnen mit »mindestens der doppelten Anzahl« englischer Fans, die sich nach Frankfurt aufmachen werden. Viele werden ohne Karten vor der Arena erwartet, geplante Bootsfahrten auf dem Main wurden von den Sicherheitsbehörden nicht genehmigt. »Die Polizei ist gut vorbereitet«, sagt Hellmann.

Allen Zuschauern empfiehlt der Eintracht-Boss eine frühe Anreise zwei Stunden vor dem Spiel, würden die Anfahrts- und Anmarschwege auch aus Sicherheitsgründen häufig blockiert sein.

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