Meldet Eintracht wieder U23?

FRANKFURT. 2014 hat die Frankfurter Eintracht ihre U 23 aus der hessischen Oberliga zurückgezogen. Eine Million Euro hatte die Mannschaft den Klub jährlich gekostet, das war den Verantwortlichen damals im Verhältnis zum Ertrag zu viel.

Die Meinungen haben sich längst geändert. Ob Sportvorstand Markus Krösche, der Direktor Profifußball Ben Manga oder Trainer Oliver Glasner - alle wären froh, die Eintracht hätte wieder eine Mannschaft, in der talentierte Jugendspieler den nächsten Schritt in den Erwachsenenfußball gehen könnten.

Noch vor Weihnachten will der Vorstand der Eintracht nun gemeinsam mit dem Präsidium des Vereins und dem Aufsichtsrat mit Blick auf die kommende Saison 22/23 eine grundsätzliche Entscheidung fällen, ob die U 23 wieder zurück ins sportliche Leben geholt wird.

Erst danach würden sich zwei wichtige Fragen nach dem »Wo« stellen, sagt Vorstandssprecher Axel Hellmann: Wo, in welcher Liga, dürfte die Eintracht wieder beginnen? Und wo, auf welchem Gelände, könnte die Eintracht spielen? Die erste Frage muss der Hessische Fußball-Verband beantworten, wenn denn ein offizieller Antrag gestellt wird. Die zweite Frage treibt sie bei der Eintracht um. Der heimische Riederwald verträgt aus Kapazitätsgründen ebenso wenig eine weitere Mannschaft wie das Brentanobad, wo die Bundesliga-Frauen und Rot-Weiß Frankfurt zu Hause sind. Auch das Stadion am Bornheimer Hang ist durch den FSV, dessen viele Jugendmannschaften und durch die Footballmannschaft des AFC Universe hoch frequentiert. Als Alternative bliebe nur eine Auslagerung über die Stadtgrenzen hinaus.

Da bietet sich als Kooperationspartner der SC Hessen Dreieich an. Der Oberligist hat in Dreieich-Sprendlingen eine hervorragende Anlage, zudem gibt es zwischen Dreieich-Boss Hans Nolte und der Eintracht enge Verbindungen. Gerüchte, die Eintracht könnte quasi die »Lizenz« der Dreieicher erwerben oder eine Fusion eingehen, um beispielsweise als »Eintracht Dreieich« an den Start zu gehen, entsprechen nach Informationen dieser Zeitung allerdings nicht der Wahrheit.

Vielmehr strebt die Eintracht eine Lösung unter dem eigenen Dach an. »Noch ist alles Theorie«, sagt Hellmann, die öffentliche Diskussion komme darum »zur Unzeit«. Zunächst müsse intern eine Entscheidung pro oder contra U 23 fallen.

Die sportlichen Vertreter haben sich alle dafür ausgesprochen, aber im Aufsichtsrat soll es durchaus auch Bedenken geben.

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